Spender und Zeitpunkt genannt

Königin Mette-Marit: Wurden Details über ihre Lungentransplantation veröffentlicht?

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von Jacqueline Bittl

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Königin Mette-Marit kehrt erst im Sommer zurück (8. Oktober)

Videoclip • 01:01 Min • Ab 12


Ein Fußballbuch nennt scheinbar Details zu Mette-Marits Organspende. Ihr Lungenarzt widerspricht scharf, der Autor entschuldigt sich und der Satz soll verschwinden. Warum das Thema so heikel ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein norwegischer Fußballbuch-Autor soll laut "Dagbladet" Details zur Lungentransplantation von Königin Mette-Marit genannt haben, die bislang nicht öffentlich bekannt waren.

  • Ihr Lungenarzt Are Holm widerspricht der angeblich genauen Zeitangabe und weist darauf hin, dass das norwegische Transplantationsgesetz Hinweise auf Spender:innen und Empfänger:innen verbietet.

  • Autor Alfred Fidjestøl räumt einen Fehler ein und kündigt an, den Satz aus Hörbuch, E-Book und neuen Auflagen zu streichen.

Ein Satz in einem Fußballbuch hat in Norwegen eine Debatte über Diskretion, Pietät und Pressegesetze ausgelöst. Wie die norwegische Zeitung "Dagbladet" berichtet, soll der Autor Alfred Fidjestøl in seinem neuen Werk "Eventyrnettene" (deutsch: Die Märchen-Nächte) über den WM-Erfolg der norwegischen Nationalmannschaft Details zu Mette-Marits Lungentransplantation preisgegeben haben. Das Buch erscheint am Donnerstag (19. November).

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Der Satz, der alles auslöste

Fidjestøl schildert dem Bericht zufolge die Tage rund um das Spiel der Fußball-WM gegen den Irak. Er beschreibe einen König mit intensiven Tagen: Zuerst wurde sein Stiefenkel Marius Borg Høiby zu vier Jahren Haft verurteilt. Dann folgt laut "Dagbladet" die heikle Passage: Während des Spiels seien der Schwiegertochter des Monarchen zwei neue Lungen eingepflanzt worden. Der Spender sei plötzlich bei einem Unfall "irgendwo in Skandinavien" gestorben.

Brisant ist das vor allem, weil nach norwegischem Recht keine Informationen veröffentlicht werden dürfen, die Organspender:innen und Empfänger:innen miteinander in Verbindung bringen könnten. Wie die "Bild" berichtet, hatte das Königshaus Norwegen am 17. Juni lediglich mitgeteilt, dass die Transplantation am Rikshospitalet in Oslo erfolgt und bis dahin erfolgreich verlaufen sei. Ein Operationstag sei dabei ausdrücklich nicht genannt worden.

Mitte Juli wurde Mette-Marit nach ihrer Lungentransplantation aus dem Krankenhaus entlassen

Mette-Marit ist nach langer Krankheit erfolgreich operiert worden.

Bild: Lise Åserud/NTB Pool/dpa


Der Lungenarzt widerspricht, Autor und Verlag rudern zurück

Besonders deutlich äußert sich nun Are Holm. Er ist Lungenarzt am Rikshospitalet und war nach Angaben von "Dagbladet" einer der beiden Mediziner, die die schwer kranke Mette-Marit retten sollten. Den ganzen Sommer über habe er sich zu Details zurückgehalten. Jetzt meldet er sich zu Wort und stößt sich an zwei Punkten: an der vermeintlich genauen Zeitangabe und an der Beschreibung des Spenders.

Dass der Autor "Unfall" und "Todesfall" durcheinanderbringe, sei für den Zweck des Buches vielleicht nebensächlich, so Holm. Es sage aber "wohl einiges über das Maß an Genauigkeit" aus. Schwerer wiege es, den Zeitpunkt einer Transplantation anzudeuten. Die norwegische Presse habe sich hier bisher vorbildlich an das Transplantationsgesetz gehalten, um Spender:in, Angehörige und Empfängerin zu schützen. Holm stellt aber auch klar, dass der Autor offenbar gar nichts über den echten Zeitpunkt wisse: "Das tut er natürlich nicht."

Fidjestøl räumte gegenüber "Dagbladet" ein, die Passage sei "unglücklich formuliert". Er habe sagen wollen, dass Mette-Marit kurz zuvor operiert worden war. Das Datum der Operation und die Umstände des Spenders kenne er nicht. Nun kündigt er an, die Stelle zu streichen: "Ich entschuldige mich noch einmal für diesen einen Satz; er wird im Hörbuch, im E-Book und in neuen Auflagen entfernt." Das Buch sei im Kern eine Geschichte über den "großartigsten norwegischen Fußballsommer aller Zeiten", der Fehler sei ein Einzelfall.

Auch der Verlag Gyldendal zeigt sich laut "Dagbladet" korrekturbereit. Verlagsleiter Reidar Mide Solberg betont demnach, es gehe in dem Buch nur in sehr geringem Maße um das Königshaus. Man habe den Palast über die aufgekommenen Fragen informiert.

Mette-Marits langer Weg zur neuen Lunge

Bei Mette-Marit wurde 2018 eine Lungenfibrose festgestellt. Im Herbst 2025 verschlechterte sich ihr Zustand laut "Dagbladet" erheblich. Im März äußerte sich der Palast, dass Vorbereitungen für eine mögliche Lungentransplantation eingeleitet wurden. Bei einer Pressekonferenz am 19. Dezember 2025 sagte Holm: "Wir führen Transplantationen durch, um Leben zu retten."


Verwendete Quellen:

Dagbladet: "Mette-Marits lege rykker ut mot bokblemme"

Adelswelt: "Königin Mette-Marit: Falsche Behauptung über ihre Lungen-OP hat Konsequenzen"

Bild: "Autor verrät Details zur Lungentransplantation"

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