Unfall in Baden-Württemberg

Tödlicher Unfall in Ellhofen: Freunde trauern, Polizei prüft Tempo 30

Veröffentlicht:

von Nadine von Parseval

:newstime

Jeder dritte Unfall durch Handys?

Videoclip • 01:43 Min • Ab 12


Nach dem Unfalltod eines 15-Jährigen in Ellhofen versammeln sich Freunde und Mitschüler:innen an der Unglücksstelle. Während die Trauer groß ist, werden Vorwürfe wegen der schlechten Straßenbeleuchtung laut.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein 15-Jähriger starb nach einem Verkehrsunfall auf der B39 in Ellhofen.

  • Freunde und Mitschüler:innen gedenken des Jugendlichen mit Blumen und Kerzen.

  • Anwohner:innen kritisieren die Beleuchtung, die Polizei prüft den Unfallhergang.

Blumen und Kerzen erinnern in Ellhofen an einen 15-Jährigen, der beim Überqueren der B39 von einem Auto erfasst wurde und später im Krankenhaus starb. (Symbolbild)

Bild: Stefan Sauer/dpa


Blumen, Kerzen und trauernde Jugendliche: Nach dem tödlichen Verkehrsunfall eines 15-Jährigen in Ellhofen im Landkreis Heilbronn ist die Anteilnahme groß. Freunde und Mitschüler:innen kommen täglich an die Bundesstraße 39, um gemeinsam Abschied zu nehmen. Der Jugendliche war am frühen Sonntagmorgen (1. November) beim Überqueren der Straße von einem Auto erfasst worden. Er erlitt schwere Verletzungen und starb noch am selben Abend im Krankenhaus.

Ein 16-jähriger Freund erzählt dem Südwestrundfunk (SWR), dass er den Jugendlichen kurz vor dem Unglück noch gesehen habe. Am Vorabend hätten sie Zeit miteinander verbracht und später telefoniert. Als er am nächsten Tag von einem schweren Unfall erfuhr, wusste er zunächst nicht, dass sein Freund betroffen war. Erst später erhielt er die traurige Gewissheit.


Freunde versammeln sich täglich an der Unfallstelle

Seit dem Tod des 15-Jährigen ist die Unglücksstelle an der B39 zu einem Ort der Trauer geworden. Vor allem am Abend kommen zahlreiche junge Menschen zusammen, legen Blumen nieder, zünden Kerzen an und beten. "Wir sind halt alle seine Freunde", sagt der 16-Jährige gegenüber dem SWR. Auch Jugendliche aus der Schulklasse des Verstorbenen besuchen den Ort regelmäßig.

Anwohner:innen berichten, dass sich dort zeitweise bis zu 30 Menschen versammeln. Der Polizei sind die Treffen bekannt. Bislang gebe es weder Beschwerden noch Hinweise auf konkrete Sicherheitsprobleme durch die Trauernden.


Kritik an fehlender Beleuchtung auf der B39

Neben der Trauer beschäftigt die Menschen in Ellhofen auch die Frage, ob der Unfall hätte verhindert werden können. Mehrere Anwohner:innen kritisieren gegenüber dem SWR die Verkehrssituation auf der Bundesstraße. Besonders die schlechte Beleuchtung in der Nacht sorgt für Unverständnis. Eine Anwohnerin bemängelt, dass die Straße nachts kaum ausgeleuchtet sei und Ampeln zeitweise abgeschaltet würden. "Wo soll er drüber laufen?", fragt sie mit Blick auf den tödlich verunglückten Jugendlichen.

Auch die Anwohnerin Justine Deeg fordert Konsequenzen: "Es sind keine Ampeln an, es ist kein Licht an - es wäre egal gewesen, ob er 100 Meter weiter vorne die Straße überquert hätte. Vielleicht ist das jetzt mal für die Gemeinde ein Anstoß, wenigstens die Bundesstraße zu beleuchten." Ob die Lichtverhältnisse tatsächlich zum Unfall beigetragen haben, ist bislang nicht geklärt.

Auch in den News:

Polizei prüft Geschwindigkeit des Autofahrers

Der Unfall ereignete sich am Sonntag gegen vier Uhr morgens. Nach bisherigen Erkenntnissen war ein 22-jähriger Autofahrer auf der B39 in Richtung Weinsberg unterwegs. Auf Höhe einer Tankstelle wollte der 15-Jährige offenbar die Fahrbahn überqueren. Dabei wurde er von dem Wagen erfasst.

Ein Rettungshubschrauber brachte den Schwerverletzten in eine Klinik. Der Autofahrer blieb unverletzt. Die Polizei untersucht nun, wie es zu dem Zusammenstoß kommen konnte. Dabei wird auch geprüft, ob der 22-Jährige möglicherweise zu schnell unterwegs war. An der Unfallstelle gilt seit einigen Jahren Tempo 30. Ein Gutachter soll helfen, den genauen Unfallhergang zu rekonstruieren.

Anwohnerin kritisiert Spekulationen über verstorbenen Jugendlichen

Für zusätzlichen Unmut sorgen Diskussionen in sozialen Netzwerken. Dort wird unter anderem darüber spekuliert, weshalb der 15-Jährige zu dieser frühen Uhrzeit unterwegs gewesen sei.

Eine Anwohnerin kritisiert diese Mutmaßungen gegenüber dem SWR. Sie seien für die Familie und die Freund:innen des Jugendlichen eine zusätzliche Belastung. Die genauen Umstände des tödlichen Unfalls sind weiterhin Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen.


Verwendete Quellen:

Tagesschau: "Blumen, Kerzen und viele offene Fragen: Ellhofen trauert um 15-Jährigen"

SWR: "15-Jähriger stirbt im Krankenhaus nach Unfall auf B39"

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