Wahlschlappe

Trump nach Wahldebakel unter Druck: Republikaner gehen auf Distanz

Veröffentlicht:

von Damian Rausch

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Trump erklärt Oval Office zum Denkmal

Videoclip • 01:08 Min • Ab 12


Die Niederlage bei den US-Zwischenwahlen bringt Donald Trump zunehmend unter Druck. Innerhalb der Republikanischen Partei werden erste kritische Stimmen laut. Gleichzeitig beginnt die Debatte über mögliche Nachfolger für die Präsidentschaftswahl 2028.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Republikaner haben bei den US-Zwischenwahlen eine schwere Niederlage erlitten und die Kontrolle über beide Kongresskammern verloren.

  • Führende Republikaner kritisieren zunehmend Donald Trump und machen unter anderem den Iran-Krieg für das Wahldebakel verantwortlich.

  • Die Niederlage könnte den Machtkampf um Trumps Nachfolge verschärfen und die Ausgangslage für die Präsidentschaftswahl 2028 verändern.

US-Präsident Donald Trump während einer Rede. Nach der Niederlage der Republikaner bei den US-Zwischenwahlen wächst die Kritik an seiner Politik auch innerhalb der eigenen Partei.

Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa


Nach der schweren Niederlage der Republikaner bei den US-Zwischenwahlen wächst der Druck auf Präsident Donald Trump. Die Partei steht vor einer grundlegenden Richtungsentscheidung. Während einige führende Republikaner offen Kritik üben, stellt sich zunehmend die Frage, wer die Partei künftig führen soll.

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, wird innerhalb der Republikaner inzwischen intensiv über die Ursachen des Wahldebakels diskutiert. Besonders der von Trump begonnene Iran-Krieg steht dabei im Mittelpunkt.

Vizepräsident JD Vance machte den militärischen Konflikt öffentlich für das schlechte Abschneiden verantwortlich. Auch andere prominente Parteimitglieder finden inzwischen ungewöhnlich deutliche Worte.


Republikaner kritisieren Trump nach Wahlniederlage

Floridas Gouverneur Ron DeSantis verglich das Wahlergebnis laut dpa mit einem Meteoriteneinschlag. Der texanische Senator Ted Cruz bezeichnete die Niederlage sogar als "Blutbad".

Besonders brisant: Trump hatte zahlreiche Kandidaten persönlich unterstützt und sich auch gegen Widerstände innerhalb seiner Partei durchgesetzt. Deren Niederlagen werfen nun die Frage auf, wie groß sein Einfluss auf die Republikaner künftig noch sein wird.

Auch das Ausmaß der Verluste ist bemerkenswert. Den Demokraten gelangen dem Bericht zufolge selbst in traditionellen republikanischen Hochburgen Erfolge. In Kansas wurde erstmals seit 94 Jahren ein Demokrat in den US-Senat gewählt.

Experte: Trumps Anhänger bleiben ein entscheidender Machtfaktor

Trotz der Wahlniederlage dürfte Trump seine Partei nicht so schnell aus der Hand geben. Der Politikwissenschaftler David Brady von der Stanford University erklärte gegenüber der dpa, dass die loyale Maga-Basis weiterhin etwa 40 bis 50 Prozent der Republikanischen Partei ausmache.

Erst wenn Trumps Umfragewerte weiter sinken, rechnet Brady mit größerem Widerstand. Die Zustimmung zum Präsidenten liege derzeit je nach Erhebung bei etwa 34 Prozent.

Auch Vizepräsident Vance müsse deshalb vorsichtig agieren. Zwar habe er sich mit seiner Kritik am Iran-Krieg teilweise von Trump distanziert. Gleichzeitig könne eine zu deutliche Abgrenzung seine eigenen politischen Ambitionen gefährden.


Demokraten könnten Trump im Kongress unter Druck setzen

Die veränderten Mehrheitsverhältnisse im US-Kongress könnten Trump künftig zusätzliche Schwierigkeiten bereiten. Nach Darstellung der dpa könnten die Demokraten abhängig von noch ausstehenden Entscheidungen 54 bis 56 der insgesamt 100 Senatssitze kontrollieren.

Damit wären sie zwar weiterhin auf republikanische Unterstützung angewiesen, um bei bestimmten Gesetzesvorhaben die Schwelle von 60 Stimmen zu erreichen. Schon wenige Abweichler könnten jedoch ausreichen, um politische Vorhaben gegen den Widerstand der republikanischen Parteiführung voranzubringen.

Eine Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern könnte darüber hinaus ein Veto des Präsidenten überstimmen.

Wer könnte Trump 2028 nachfolgen?

Die Niederlage verändert auch die Ausgangslage für die nächste Präsidentschaftswahl. Bislang galt Vizepräsident JD Vance als einer der aussichtsreichsten möglichen Nachfolger Trumps.

Der frühere republikanische Spitzenpolitiker Newt Gingrich sieht dessen Position nach dem Wahldebakel jedoch geschwächt. Gegenüber der dpa erklärte er, das Feld möglicher Bewerber:innen dürfte sich nun deutlich erweitern.

Als weitere mögliche Kandidaten werden Außenminister Marco Rubio, Ron DeSantis und Ted Cruz gehandelt.

Rubio selbst hält sich mit Aussagen zu einer möglichen Kandidatur zurück. Gegenüber der "New York Times" erklärte er, bis zum Ende der Amtszeit in der Regierung bleiben zu wollen. Über seine politischen Pläne für 2028 wolle er derzeit nicht sprechen.

Die entscheidende Frage bleibt damit, ob Trump trotz der Niederlage seine dominierende Stellung innerhalb der Republikaner behaupten kann oder ob sich die Partei zunehmend auf eine politische Zukunft ohne ihn vorbereitet.

Auch in den News:

Kritik an Trumps Kurs wächst

Nach Recherchen der Nachrichtenagentur Reuters wächst innerhalb der Republikanischen Partei auch die Kritik an Trumps politischem Kurs. Parteistrategen fordern demnach personelle Veränderungen im Weißen Haus und eine Abkehr von umstrittenen Entscheidungen wie dem Iran-Krieg und der Zollpolitik. Trump selbst zeigte bislang allerdings wenig Bereitschaft zur Kurskorrektur.

Wie die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) berichtet, stößt insbesondere der Iran-Krieg bei vielen amerikanischen Wählern und Wählerinnen auf Ablehnung. Einer umfangreichen Wählerbefragung zufolge halten rund sechs von zehn Befragten die militärische Intervention für falsch. Für die Wahlentscheidung waren allerdings die hohen Lebenshaltungskosten und Sorgen über Korruption noch häufiger ausschlaggebend.


Verwendete Quellen:

Deutsche Presse-Agentur

Nachrichtenagentur Reuters

Associated Press (AP): "Vance tries to distance himself from Iran war after GOP's deep losses"

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