US-Wahlen

Trump wird bei den Midterms abgestraft: Diese Wählergruppen sind verantwortlich

Veröffentlicht:

von Valentin Kronberger

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Midterms: Erdrutschsieg gegen Trump

Videoclip • 02:54 Min • Ab 12


Die Republikaner:innen um US-Präsident Trump verlieren mit Abstand die Midterms. Das liegt vor allem an einigen Wählergruppen, die sich klar gegen Trump stellen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Demokrat:innen gewinnen bei den Midterms in den USA die Mehrheit in beiden Kammern.

  • Viele Minderheiten und ein wichtiger Teil von Trumps Wählerbasis stellten sich gegen ihn.

  • Nur bei einer Wählergruppe konnten die Republikaner:innen weiterhin punkten.

Die Republikaner:innen haben bei den Midterms in den USA eine klare Niederlage erlitten: In beiden Kammern konnten die Demokrat:innen die Mehrheit erringen und Trump kann nicht mehr durchregieren. Ausgerechnet er könnte Schuld am schlechten Ergebnis seiner Partei sein. Einige Wählergruppen haben ihm offenbar besonders geschadet, wie eine Umfrage von US-Medien ergab.

Auch in den News:

Junge Wähler:innen stimmen gegen Trump

Besonders junge Wähler:innen entschieden sich gegen die Republikaner:innen bei der Abstimmung über das Repräsentantenhaus: Mehr als 70 Prozent der 18- bis 29-Jährigen stimmten für die Demokrat:innen – in keiner anderen Altersgruppe ist dieser Unterschied so deutlich.

Dabei war Trump für die Mehrheit der Wähler:innen unter 30 entscheidend: Sie wollten mit ihrer Stimme ihre Unzufriedenheit mit dem US-Präsidenten ausdrücken. Jedoch sind laut der US-Nachrichtenagentur AP nur etwa zehn Prozent der Wähler:innen bei den Midterms unter 30 Jahre alt. Das bremse den Effekt der Wählerwanderung.


Hohe Preise in den Supermärkten und an der Tankstelle spielten für jüngere Leute eine wichtigere Rolle als für Wähler:innen ab 45 Jahren. Weniger wichtig war den Jungen Trumps kompromisslose Abschiebepolitik. Noch bei der Präsidentschaftswahl 2024 waren vor allem viele junge Männer ohne College-Abschluss von den Republikaner:innen überzeugt.

Trump verliert Rückhalt bei den Latinos

Auch viele US-Bürger:innen mit Wurzeln in spanischsprachigen Ländern und Lateinamerika wählten demokratische Kandidat:innen für den Einzug ins Repräsentantenhaus: Fast zwei Drittel der sogenannten Hispanics stimmten dementsprechend ab. Viele Latinos hatten bei der vergangenen Präsidentschaftswahl auf Trumps Versprechen gehofft, die Lebenshaltungskosten zu senken.

Allerdings schreckten Trumps Abschieberazzien gegen Migrant:innen die spanischsprachige Bevölkerung ab. Die Demokrat:innen sprachen sich gegen die harte Abschiebepolitik der Trump-Regierung aus. Sogar eine Republikanerin in Florida kritisierte das Vorgehen, weil in ihrem Wahlkreis der Anteil der Latinos vergleichsweise hoch ist.


Zustimmung für Trump bei schwarzen Wählern gering

Bei den schwarzen US-Amerikaner:innen machten nur neun Prozent ihr Kreuz bei den republikanischen Kandidat:innen für das Repräsentantenhaus. Viele von ihnen sind mit Trumps Politik unzufrieden: Mit ihrer Stimme wollten 60 Prozent ihre Ablehnung gegenüber der US-Regierung zeigen.

Arbeiterschicht wechselt zu Demokraten

Außerdem verliert Trump einen bisher wichtigen Teil seiner Wählerbasis: Landesweit gab es eine Verschiebung zugunsten der Demokraten in Regionen mit überwiegend weißen Wähler:innen aus der Arbeiterschicht, berichtete die "New York Times". Entscheidend waren für sie vermutlich die Unzufriedenheit mit den hohen Lebenshaltungskosten und Trumps Abschiebepolitik. Viele Branchen sind von Arbeitskräften ohne Aufenthaltsgenehmigung abhängig, gegen die Trump mit Razzien an Arbeitsstätten vorging.

Um ihre knappe Mehrheit im Repräsentantenhaus zu sichern, hatten die Republikaner:innen laut AP auf Trumps Drängen in acht Staaten Wahlkreise neu zugeschnitten – doch der Plan scheiterte. Sie hätten die meisten Sitze verloren, die sie den Demokrat:innen eigentlich abnehmen wollten, und dazu einige, die sie für sicher hielten.

Weiße Männer unterstützen Trump weiterhin

Insgesamt kommen jedoch auch die Demokrat:innen laut Umfrage nicht gut weg, so die AP. Etwa die Hälfte der US-Wähler:innen würden sie negativ sehen, die Republikaner:innen seien bei rund 60 Prozent unbeliebt. Außerdem liegen die Republikaner:innen weiterhin bei den weißen Männern vorne, wie eine Auswertung der "Deutschen Welle" zeigt. Demnach stimmten 55 Prozent von ihnen für einen republikanischen Kandidaten – bei den vergangenen Midterms waren es 60 Prozent.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

AP: "What motivated voters in the 2026 midterm elections, according to The AP Voter Poll"

AP: "Trump-backed Republican redistricting sought a midterm edge. It didn’t work"

Deutschen Welle: "US midterms in charts: Democrats win majority in House and Senate"

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