Trotz guter Quartalszahlen
Speicherchip-Krise verhagelt Apple das Weihnachtsgeschäft
Veröffentlicht:
von Jacqueline Bittl:newstime
Apple erreicht dank iPhone-Geschäft Rekordumsatz
Videoclip • 01:00 Min • Ab 12
Der iPhone-Konzern meldet starke Quartalszahlen. Doch ins wichtigste Geschäft des Jahres startet Apple mit einem massiven Kostenproblem: Speicherchips werden immer teurer, das Flaggschiff-Modell ist knapp, und die Börse reagiert mit Skepsis.
Das Wichtigste in Kürze
Apple meldet ein starkes Quartal: Der iPhone-Umsatz stieg um 17,5 Prozent, Gesamtumsatz und Gewinn legten jeweils um zwölf Prozent zu.
Aber steigende Speicherchippreise belasten die Marge, während das teure iPhone Duo knapp ist und Lieferzeiten bis in den Januar reichen.
Für das Weihnachtsquartal erwartet Apple zwar weiteres Umsatzwachstum, doch die Börse reagierte skeptisch.
Ausgerechnet vor dem Weihnachtsgeschäft gerät Apple unter Druck: Die Preise für Speicherchips steigen so rasant wie noch nie zuvor. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, sprach der neue Apple-Chef John Ternus in einer Analystenrunde von einem beispiellosen Kostenanstieg, der weiter anhalte.
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Warum steigen die Preise und was plant Apple jetzt?
Die Wurzeln des Problems reichen weit zurück: Schon seit Monaten treiben der massive Ausbau von KI-Rechenzentren und die damit verbundene Nachfrage nach Speicherchips die Preise in die Höhe. Ein Ende ist nicht in Sicht, denn der Aufbau neuer Produktionskapazitäten dauert Jahre. Im Sommer hatte Apple bereits die Preise für iPads, MacBooks und andere Geräte erhöht, nur die iPhones blieben damals zunächst ausgenommen.
Als Gegenmaßnahme versucht der Konzern auch, durch günstigere Einkaufspreise bei anderen Komponenten gegenzusteuern, doch das reicht offenbar nicht aus. Die Folge: Bei der Bruttomarge, also dem Erlösanteil nach Abzug der Herstellungskosten, rechnet Apple für das Weihnachtsquartal nur noch mit 45 bis 46 Prozent. Analyst:innen hatten mehr erwartet, und im Frühjahr lag der Wert noch deutlich über der 50-Prozent-Marke.
iPhone Duo: Begehrt, aber kaum zu bekommen
Neben den Kostenproblemen plagt Apple ein weiteres Thema: Das neue aufklappbare iPhone Duo, das mehr als 2.000 Euro kostet, ist knapp. Bereits beim Verkaufsstart im Oktober rutschten Liefertermine in den Januar und eine baldige Entspannung ist laut Apple-Manager Sabih Khan nicht absehbar.
Damit fehlt dem Konzern ausgerechnet in der umsatzstärksten Phase des Jahres ein Zugpferd im oberen Preissegment. Hinzu kommt: Diesmal brachte Apple im September nur zwei neue Modellreihen auf den Markt – das iPhone 18 Pro und das iPhone Duo. Günstigere Neuheiten sollen Medienberichten zufolge erst im nächsten Jahr folgen.
Lohnt sich der hohe Aufpreis beim iPhone 18 Pro? Die Stiftung Warentest hat Apples neue Pro-Modelle unter die Lupe genommen.
Starkes Quartal, aber gedämpfte Aussichten
Trotz aller Belastungen lieferte Apple zuletzt solide Zahlen: Der iPhone-Umsatz wuchs im Jahresvergleich um 17,5 Prozent auf 57,56 Milliarden Dollar und übertraf damit die Analystenerwartungen um rund eine Milliarde Dollar. Der Gesamtumsatz stieg um zwölf Prozent auf 114,5 Milliarden Dollar, der Gewinn legte ebenfalls um zwölf Prozent auf 30,7 Milliarden Dollar zu.
Dazu trugen auch Rückzahlungen von US-Importzöllen bei, die Apple zustehen, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA einige Maßnahmen von Präsident Donald Trump für rechtswidrig erklärt hatte.
Für das laufende Weihnachtsquartal stellte Apple ein Umsatzplus zwischen sieben und zehn Prozent in Aussicht, womit der Konzern die Analystenerwartungen übertraf. Dennoch fiel die Apple-Aktie im nachbörslichen Handel zeitweise um rund drei Prozent.
Ternus setzt auf das iPhone als KI-Drehkreuz
Für Konzernchef Ternus, der mitten im Quartal das Ruder von Langzeit-Chef Tim Cook übernommen hatte, war es die erste Analystenkonferenz in neuer Rolle. Er nutzte sie für eine klare strategische Botschaft: Das iPhone solle in der KI-Ära das zentrale digitale Zugangsinstrument bleiben – ein persönliches Tor zu Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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