Drastisch abgerauscht

Gewinn bei BMW bricht ein – so steht es um den Autohersteller

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von Valentin Kronberger

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BMW muss Abfindungsprogramm stoppen (16. Oktober)

Videoclip • 01:27 Min • Ab 12


Der Gewinn bei BMW sinkt aktuell deutlich – auch Prognosen für das gesamte Jahr sehen schlecht aus. Das sind die Gründe für die starken Einbußen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im dritten Quartal sinkt der Gewinn bei BMW im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent.

  • Das Unternehmen könnte im Automobilgeschäft bald Geld verlieren.

  • Gründe sind der schrumpfende Automarkt in China und BMWs teures Abfindungsprogramm.

BMW macht immer weniger Gewinn – und auch in Zukunft sieht es nicht gut aus. Im dritten Quartal hat der Konzern 15 Prozent weniger verdient als im Vorjahr. Nach Steuern erwirtschaftete der Autohersteller laut einer Mitteilung 1,45 Milliarden Euro. Auch die Aussichten für das laufende vierte Quartal sind schlecht.

Das hat gleich mehrere Gründe: BMW verkauft weniger Autos, weil der chinesische Markt schrumpft, das Abfindungsprogramm kostet zunächst mehr Geld als erwartet und BMW stellt die Produktion einiger älterer Modelle früher ein als geplant. Zusammen führen diese Belastungen dazu, dass BMW mit dem Bau und Verkauf von Autos in diesem Jahr kaum noch etwas verdient.

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Absatz in China um ein Viertel gesunken

Neben dem schrumpfenden Automarkt muss BMW in China mit einer immer stärkeren Konkurrenz und heftigen Preiskämpfen umgehen. Rund ein Viertel des Absatzes ging dort verloren und die Zuwächse in Europa sowie den USA gleichen dies nur teilweise aus.

Zudem macht ausgerechnet der Erfolg von BMWs Sparprogramm Probleme. Es war Anfang Oktober gestartet und nach nicht einmal drei Wochen bereits wieder geschlossen worden, weil das Interesse überraschend groß war. Mitarbeiter:innen konnten dabei gegen eine oft sechsstellige Zahlung das Unternehmen verlassen. BMW rechnete mit gut einer Milliarde Euro an Kosten, wie aus früheren Aussagen hervorgeht.


Automodelle laufen früher aus als geplant

Weitere Kosten entstehen dadurch, dass einige ältere Elektromodelle früher als geplant auslaufen. Grund dafür sei laut Mitteilung von BMW, dass die neuen Elektroautos der sogenannten Neuen Klasse stark gefragt sind und deshalb schneller als geplant in größerer Zahl gebaut werden. Mit ihnen wolle BMW künftig mehr verdienen – kurzfristig belaste die vorgezogene Umstellung aber das Ergebnis in diesem Jahr.

Verluste im Kerngeschäft möglich

Aus all diesen Gründen hatte der Konzern eine Gewinnwarnung herausgegeben. Die erwartete Marge im Automobilgeschäft vor Finanzergebnis (Ebit) beträgt demnach für das laufende Jahr nun zwischen minus 0,5 und plus 0,5 Prozent. Bisher lag die Schätzung bei ein bis drei Prozent.

Das heißt: Nach Abzug der Kosten, etwa für Material, Personal und Entwicklung, bleibt BMW vom Umsatz mit Autos im besten Fall ein minimaler Gewinn übrig. Im schlechtesten Fall rutscht das Unternehmen im Kerngeschäft sogar in die Verlustzone. Insgesamt kann BMW trotzdem Gewinn machen, weil der Konzern auch mit anderen Bereichen Geld verdient, vor allem mit der Finanzierung und dem Leasing von Autos, heißt es in einer Mitteilung.


Moderater Rückgang beim Absatz

Auch die Erwartungen für den Absatz im Gesamtjahr hat BMW gesenkt. Im dritten Quartal hatte der Absatz um 6,3 Prozent nachgegeben und auch für das volle Jahr 2026 erwartet der Konzern einen moderaten Rückgang – das entspricht fünf bis 9,9 Prozent. Frühere Prognosen hatten von einem weniger starken Rückgang gesprochen.

Den Ausblick auf den Gewinn vor Steuern ließ BMW unangetastet – der Konzern geht weiterhin von einem deutlichen Rückgang aus. Schon seit der ersten Gewinnwarnung im Frühsommer erwartet das Unternehmen eine Abnahme um mehr als 15 Prozent.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

BMW Group: "Rede Dr. Milan Nedeljković, Vorsitzender des Vorstands der BMW AG, Telefonkonferenz Quartalsmitteilung zum 30. September 2026"

BMW Group: "Rede Walter Mertl, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Finanzen, Telefonkonferenz Quartalsbericht zum 30. September 2026"

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