Das raten Experten
Heizkosten senken im Winter: Darum sollte man die Heizung nie ganz ausmachen
Veröffentlicht:
von Max Strumberger:newstime
Öko-Test und Stiftung Warentest im Vergleich
Videoclip • 01:35 Min • Ab 12
Höhere Energiekosten treiben viele Verbraucher dazu, nachts die Heizung ganz auszuschalten. Experten erklären jedoch, warum das keine gute Idee ist.
Das Wichtigste in Kürze
Im Winter die Heizung nachts komplett abzudrehen klingt nach einer einfachen Methode zum Sparen.
Tatsächlich aber verbraucht das anschließende Aufheizen enorm viel Energie.
Und das ist nicht alles: Vielmehr steigt somit die Gefahr von Schimmelbildung.
In der Heizperiode stehen viele Verbraucher:innen vor der Frage, ob sie die Heizung nachts komplett abdrehen oder durchlaufen lassen sollten, um Energiekosten zu sparen. Während der Griff zum Thermostat oft gut gemeint ist, raten Experten des Umweltbundesamtes und der Verbraucherzentralen von einem vollständigen Abschalten der Heizung ab, wie Öko-Test berichtet.
Ein kompletter Stopp lässt die Innenwände drastisch auskühlen. Da kalte Raumluft weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann, steigt das Risiko für Kondenswasserbildung an den Wänden massiv an. Fällt die Temperatur unter 16 bis 18 Grad Celsius, drohen laut den Experten schwere Bauschäden und gesundheitsgefährdende Schimmelbildung in den Wohnräumen.
Nur moderat runterregeln
Zudem rechnet sich das nächtliche Ausschalten auch finanziell meist nicht. Ein komplett ausgekühltes Gebäude benötigt am Morgen ein Vielfaches an Energie, um die gewünschte Wohlfühltemperatur wiederherzustellen – der angebliche Sparfffekt verpufft durch die lange Aufheizphase und einen deutlich erhöhten Vorlauf.
Stattdessen empfiehlt sich eine maßvolle Nachtabsenkung. Das Umweltbundesamt rät zu Zielwerten von etwa 18 Grad in Wohnräumen und 16 bis 17 Grad im Schlafzimmer. Das entspricht meist der Thermostatstufe 2 bis 2,5. Jedes Grad weniger senkt den Energieverbrauch um rund sechs Prozent, ohne dass die Bausubstanz leidet.
Mehr zu dem Thema:
Effekt bei Fußbodenheizungen oder Wärmepumpen minimal
Dennoch spielen auch der Gebäudestandtyp und die Heizungsart eine entscheidende Rolle. Während schlecht gedämmte Altbauten von einer Absenkung profitieren, lohnt sich dies bei trägen Systemen wie Fußbodenheizungen oder Wärmepumpen kaum. Ergänzende Maßnahmen wie geschlossene Rollläden oder smarte Thermostate helfen zusätzlich, die Heizkosten effizient zu senken.
Verwendete Quellen:
dein-heizungsbauer.de/Heizung nachts aus – sinnvoll oder nicht? Heizung nachts aus: Mond bei Nacht
Heizung.de: Heizung nachts aus und Energie sparen?
Öko-Test: Heizung nachts ausschalten oder nicht? So sparen Sie Energie
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