Insolvenz
Galeria-Beschäftigte bekommen Insolvenzgeld – zum zweiten Mal
Veröffentlicht:
von Valentin Kronberger17:30 SAT.1 Bayern
Galeria erneut insolvent: 12.000 Mitarbeiter bangen um Jobs (2. Oktober)
Videoclip • 30 Sek • Ab 12
Lange wurde darüber gestritten: Die Galeria-Mitarbeiter:innen erhalten jetzt doch wieder ein Insolvenzgeld. Dafür wendet das Unternehmen einen Trick an.
Das Wichtigste in Kürze
An 9.650 Beschäftigte von Galeria wird Insolvenzgeld ausgezahlt.
Das gilt als umstritten, weil das Insolvenzverfahren von 2024 noch nicht abgeschlossen ist.
Galeria hat seinen Betrieb übertragen, um ein zweites Insolvenzgeld zu ermöglichen.
Trotz der erneuten Pleite der Warenhauskette Galeria sollen die Beschäftigten nicht leer ausgehen. Sie erhalten Insolvenzgeld, bestätigte die Bundesagentur für Arbeit. Insgesamt gilt das für 9.650 Mitarbeiter:innen von Galeria.
Weitere 1.600 Beschäftigte sind davon ausgenommen, da sie für andere Bereiche, etwa für die Gastronomie- und Lebensmittelsparte von Galeria, arbeiten. Für sie läuft ein separater Insolvenzantrag.
Auch in den News:
Wer erhält Insolvenzgeld?
Insolvenzgeld bekommen laut der Bundesagentur Arbeitnehmer:innen, wenn ihr Arbeitgeber zahlungsunfähig ist und ihren Lohn nicht mehr zahlen kann. Die Beschäftigten müssen dann einen Antrag stellen, damit die Agentur für Arbeit einspringt und ihr fehlendes Gehalt übernimmt.
Ausgezahlt wird das Geld einmalig für den ausstehenden Lohn der letzten drei Monate – aber erst, wenn das Insolvenzverfahren eröffnet wird. In der Regel entspricht es dem Nettolohn, für Besserverdienende gibt es Obergrenzen.
Zweites Insolvenzgeld für Galeria-Beschäftigte
Die Zahlung des Insolvenzgelds an die Galeria-Mitarbeiter:innen gilt als heikel – die Bundesagentur hatte tagelang mit der Entscheidung gerungen. Grund dafür ist, dass die Folgen der letzten Insolvenz von 2024 noch nicht vorbei sind.
Schon damals hatten die Beschäftigten Insolvenzgeld erhalten. In der Zwischenzeit hat Galeria den Betrieb an ein neues Unternehmen übertragen. Mit diesem Trick gelang es Galeria, ein zweites Insolvenzgeld zu ermöglichen. Ob das tatsächlich funktioniert, war lange unklar.
Insolvenzgeld wird von Bank vorfinanziert
Damit das Insolvenzgeld schnell auf die Konten der Mitarbeiter:innen ausgezahlt werden kann, wird es von einer Bank vorfinanziert. Zum Hintergrund: Bei Galeria läuft derzeit ein vorläufiges Insolvenzverfahren. Ob die Gründe für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens vorliegen, wird noch geprüft.
Die Gehälter aller 11.250 Galeria-Beschäftigten liegen bei knapp 25 Millionen Euro monatlich. Der Geschäftsbetrieb in den 83 Filialen läuft vorerst weiter. Finanziert wird das Insolvenzgeld aus der Umlage der Arbeitgeber.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Bundesagentur für Arbeit: "Insolvenzgeld – Informationen für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber"
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