Amtsgericht Düsseldorf

Erneuter Insolvenzantrag der Warenhauskette Galeria – der vierte in sechs Jahren

Aktualisiert:

von Christopher Schmitt

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Galeria prüft Schließung von 33 Filialen (22. Juli)

Videoclip • 01:06 Min • Ab 12


Am Amtsgericht Düsseldorf hat Galeria die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. In 83 Filialen soll es vorerst weitergehen, doch die Zukunft ist ungewiss.

Dass es so kommen würde, hatten Expert:innen seit Monaten befürchtet. Nun ist es offiziell: Galeria hat beim zuständigen Amtsgericht Düsseldorf Insolvenz beantragt. Alle 83 Filialen sollen zunächst weiter geöffnet bleiben, wie das Unternehmen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mitteilte. Über die konkreten Ursachen schwieg Galeria auf Nachfrage. Es ist bereits der vierte Insolvenzantrag innerhalb von sechs Jahren – nach 2020, 2022 und 2024.

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12.000 Jobs in der Schwebe – Ende einer Ära?

Ob die rund 12.000 Beschäftigten Insolvenzgeld erhalten und welche Filialen schließen müssen, ist derzeit völlig offen. Klar ist: Galeria ist das letzte verbliebene Unternehmen, das klassische Warenhäuser in großem Maßstab betreibt. Ein endgültiges Scheitern würde das Ende dieser Einkaufskultur in Deutschland bedeuten.

Galeria steht damit nicht allein: Zwischen Juni 2025 und Mai 2026 meldeten mehr als 2.600 Einzelhändler in Deutschland Insolvenz an – ein Zehnjahreshoch, so der Kreditversicherer Allianz Trade. Zuletzt traf es unter anderem die Non-Food-Discounter Kodi und Mäc Geiz sowie die Deko-Kette Depot und die Baumarktkette Hellweg.

Die Zahl der Ladengeschäfte in Deutschland dürfte in diesem Jahr laut Handelsverband Deutschland erstmals unter 300.000 sinken – Ende 2015 waren es noch rund 372.000. Galeria ist der bekannteste Name in einem langen Abgesang.

Stotternder Motor, fehlende Kraft

Den Anfang nahm die jüngste Krise im Frühjahr 2026, als mehrere Vermieter:innen öffentlich klagten, dass Galeria seine Mieten nicht mehr vollständig zahlte – betroffen war unter anderem die Filiale am Berliner Alexanderplatz. Das Unternehmen räumte Liquiditätsschwankungen ein und bat Vermieter:innen um Zahlungsaufschübe.

Im Juni 2026 schien sich die Lage kurzzeitig zu entspannen: Galeria sicherte sich eine neue Kreditlinie von bis zu 160 Millionen Euro, bereitgestellt von der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers, abgesichert durch die eigenen Warenbestände. Doch das Geld floss großteils in die Ablösung eines bestehenden Kredits sowie in ausstehende Mietzahlungen – für echte Investitionen in das Unternehmen blieb kaum etwas übrig.

Der Kredit war zudem an einen dreijährigen Sanierungsplan geknüpft, der weitere Filialschließungen ausdrücklich vorsah. Im Juli 2026 kündigte Galeria an, 33 seiner 83 Warenhäuser auf den Prüfstand zu stellen – ohne tragfähige Mietlösungen drohte jedem einzelnen dieser Standorte das Aus.

Steiler Absturz: Von 4,5 Milliarden auf zwei Milliarden Euro Umsatz

Die wirtschaftlichen Zahlen hinter dem Insolvenzantrag sind ernüchternd. Erzielte Galeria Karstadt Kaufhof 2019 noch mit 174 Filialen einen Nettoumsatz von 4,5 Milliarden Euro, waren es zuletzt mit weniger als der Hälfte der Standorte noch rund zwei Milliarden Euro. Der Marktanteil von Kauf- und Warenhäusern im deutschen Einzelhandel sank laut dem Handelsforschungsinstitut EHI seit 2020 von 4,2 Prozent auf nur noch 1,2 Prozent.

Neue Eigentümer, alte Probleme

Seit dem Sommer 2024 gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz. Sie hatten das Unternehmen nach der dritten Insolvenz übernommen, den Firmennamen von Galeria Karstadt Kaufhof auf schlicht Galeria gestutzt und den Sitz von Essen nach Düsseldorf verlegt.

Im Herbst 2025 meldete die Führung noch stolz, erstmals seit mehr als zehn Jahren ein operativ profitables Geschäftsjahr abgeschlossen zu haben. Wenige Monate später folgte der nächste Absturz.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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