Finanzielle Not
Galeria in der Krise: Warenhauskette bekommt Millionenkredit
Veröffentlicht:
von Marie-Finn Bruker:newstime
Insolvenz: Was bedeutet das für Unternehmen?
Videoclip • 01:15 Min • Ab 12
Die Warenhauskette Galeria kämpft erneut mit einer finanziellen Krise: Zuletzt häuften sich Berichte über ausbleibende Mietzahlungen und drohende Filialschließungen. Nun soll ein neuer Kredit die Lage stabilisieren.
Das Wichtigste in Kürze
Finanzspritze für Galeria: Der Minderheitsgesellschafter Bain Capital gewährt der Warenhauskette einen Kredit.
Zuletzt kam es zu Gerüchten über eine weitere Insolvenz aufgrund vermehrt ausbleibender Mieten für April.
Trotz des Darlehens spricht Galeria bereits über Verhandlungspläne im Falle von erneuten Filialschließungen.
Fast sah es so aus, als drohe Galeria eine vierte Insolvenz. Nun soll Berichten des "Handelsblatts" zufolge eine Zwischenfinanzierung der Minderheitsgesellschafter Bain Capital helfen, die finanzielle Krise zu überbrücken. Das Unternehmen bestätigte dies gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Auch in den News:
Geschäftsführer von Bain Capital zuversichtlich
"Die Liquiditätslage zeigt harte Schwankungen", so der Geschäftsführer von Bain Capital, Tilo Hellenbock. Er ist dennoch zuversichtlich, dass sich die Lage wieder stabilisieren werde.
Bereits vergangenes Jahr hatte der Investor Galeria finanziell unterstützt. Nach eigener Angabe erhält die Warenhauskette nun erneut einen Kredit von zehn Millionen Euro.
Ausbleibende Mieten und Zahlungsstundungen
In letzter Zeit hatten sich mehrere an Galeria vermietende Eigentümer:innen über ausbleibende Mietzahlungen für April beklagt. Unter anderem betroffen ist die Filiale am Berliner Alexanderplatz.
Die Warenhauskette soll zudem um Mietstundungen gebeten haben, Galeria selbst bestätigte dies zunächst nicht. Bis jetzt: Das Unternehmen hatte in allen 83 Filialen um eine Zahlungsaufschiebung gebeten, räumt Galeria nun ein. Demnach sollen die fälligen Mieten von März und April im Herbst zuzüglich Zinsen abbezahlt werden. Nicht alle Vermieter:inenn hätten dies akzeptiert. In einigen Verhandlungsfällen wurden die Zahlungen zunächst gestoppt, sollen nun aber nachgeholt werden.
Ohne eine Lösung drohen erneute Schließungen
Die aktuelle finanzielle Schieflage ist nicht die erste in der jüngsten Geschichte von Galeria. Im Januar wurde Finanzchef Christian Sailer ohne Begründung abberufen. Zwei Monate später gab die Handelskette bekannt, mittelfristig auslaufende Mietverträge von acht Standorten neu zu verhandeln.
Für einige Filialen könnte das laut Unternehmen das Aus bedeuten: "Sollte es nicht gelingen, eine für beide Seiten tragfähige Lösung zu erreichen, die allen Parteien eine langfristige Zukunft eröffnet, besteht auch die Möglichkeit von Schließungen."
Verhandlungen über einen Interessensausgleich sowie einen Sozialplan für die von einer möglichen Schließung betroffenen Filialen seien bereits in Planung. Darunter fielen Warenhäuser in München (Rotkreuzplatz), Berlin (Kurfürstendamm, Hermannplatz), Köln (Hohe Straße, Breite Straße), Mannheim, Braunschweig und Aschaffenburg.
Aktuell betreibt die Handelskette Galeria betreibt 83 Filialen mit rund 12.000 Beschäftigten. Erst Anfang 2024 hatte Galeria nach zwei Pleiten erneut Insolvenz anmelden müssen, neun Häuser wurden geschlossen. In Konsequenz wurde der Warenhaushändler von der US-Investmentgesellschaft NRDC und dem Unternehmer Bernd Beetz aufgekauft. Zusammen verfügen sie über mehr als 90 Prozent der Anteile. Davon entfallen laut "Handelsblatt" sechs Prozent auf Bain Capital.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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