Kh-BD

Russland hat neue Marschflugkörper im Arsenal – selbst die USA sind damit in Reichweite

Aktualisiert:

von Max Strumberger

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Videoclip • 58 Sek • Ab 12


Russland plant offenbar die Beschaffung von 32 Kh-BD-Marschflugkörpern. Mit bis zu 6.500 Kilometern Reichweite könnten die Waffen die NATO bedrohen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine neue russische Langstreckenrakete verschärft die Sorgen der NATO.

  • Die Kh-BD soll bis zu 6.500 Kilometer weit fliegen.

  • Noch ist unklar, ob Moskau sie im Ukraine-Krieg einsetzen oder für einen Konflikt mit der Allianz zurückhalten will.

Russland plant offenbar die Beschaffung von insgesamt 32 neu entwickelten Kh-BD-Marschflugkörpern, auch bekannt als "Izdeliye 506". Die Waffe soll eine Reichweite von bis zu 6.500 Kilometern besitzen und für die strategischen Bomber Tu-95MS und Tu-160M vorgesehen sein. Damit könnte Moskau seine Fähigkeiten für weitreichende Schläge erheblich ausbauen – sogar bis in die USA. Die Angaben zur Reichweite stammen allerdings aus russischen beziehungsweise nicht unabhängig bestätigten Quellen.

Die Kh-BD soll größer sein als die bereits eingesetzte Kh-101. Deshalb müssten die Bomber für den Einsatz der neuen Rakete offenbar technisch angepasst werden. Nach Einschätzung des britischen Thinktanks Royal United Services Institute (RUSI) könnte die Reichweite es russischen Flugzeugen ermöglichen, Ziele in den USA aus dem arktischen Raum anzugreifen. Als möglicher Ausgangspunkt gilt die russische Militärbasis Nagurskoje auf Alexandra Land, die über eine ganzjährig nutzbare Start- und Landebahn verfügt.


Neue Rakete kostet rund 4,5 Millionen US-Dollar

Hintergrund der Entwicklung ist auch das stockende PAK-DA-Programm. Der neue Nurflügelbomber sollte die alternden Tu-95MS und Tu-160 langfristig ersetzen, ist bislang jedoch nicht einsatzbereit. Russland versucht deshalb offenbar, die vorhandene Bomberflotte durch Modernisierungen und neue Waffen leistungsfähiger zu machen. Die Tu-160M erhält unter anderem neue Navigations-, Radar-, Kommunikations- und Selbstschutzsysteme und kann nach Angaben aus Fachkreisen eine erhebliche Waffenlast tragen.

Details zu den Beschaffungsplänen wurden durch geleakte russische Dokumente bekannt, die von der ukrainischen Fachpublikation Militarnyi veröffentlicht wurden. Demnach waren 16 Kh-BD-Raketen für 2024 und weitere 16 für 2026 vorgesehen. Der Stückpreis soll bei etwa 4,5 Millionen US-Dollar liegen. Ob alle Lieferungen tatsächlich erfolgt sind, ist jedoch unklar. Ebenso offen bleibt, ob die Rakete bereits unter realen Kampfbedingungen eingesetzt wurde.

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Für Moskau ergeben sich damit zwei mögliche Optionen: Die Kh-BD könnte im Krieg gegen die Ukraine erprobt oder als strategische Reserve für eine direkte Konfrontation mit der NATO zurückgehalten werden. Zugleich bleibt die russische Langstreckenfliegerei verwundbar. US-Geheimdienste sollen Vorbereitungen russischer Bomber auf Raketenangriffe erkennen können, wodurch Basen wie Engels oder Olenja im Fall einer nuklearen Eskalation besonders gefährdet wären. Die neue Waffe erhöht damit zwar Russlands Drohpotenzial – beseitigt aber nicht die Risiken und Grenzen seiner strategischen Luftstreitkräfte.

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Verwendete Quellen:

United24media.com: "Russia’s New 6,500-Km Missiles Could Target NATO as Moscow Prepares 32 for Strategic Bombers"

defence-ua.com: "Russia Procures 32 Kh-BD Cruise Missiles With 6,500-km Range for Tu-95MS, Tu-160M: Will It Use Them Against Ukraine or NATO?"

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