Brandmauer gefallen?

Lanz weist AfD-Mann zurecht: "Sie reden nicht, wie man über einen politischen Konkurrenten redet"

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von Natascha Wittmann

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AfD stellt erstmals Landtagspräsidenten

Videoclip • 03:03 Min • Ab 12


Bei "Markus Lanz" kam es am Dienstag zur hitzigen Diskussion über AfD-Positionen und die Brandmauer. Im Gespräch mit AfD-Politiker Bernd Baumann kritisierte der ZDF-Moderator dabei unter anderem dessen Worte gegenüber der CDU.

Mit Tobias Rausch und Hans-Thomas Tillschneider sitzen nun gleich zwei AfD-Politiker im Präsidium des Landtags von Sachsen‑Anhalt. Markus Lanz bewegte das Ergebnis in seinem ZDF-Talk zur Frage, wie belastbar die Brandmauer gegen die AfD noch sei.

Journalistin Anne Hähnig verwies dabei auf einen besonders brisanten Punkt: Es sei bemerkenswert, "dass es eine Absprache gegeben habe zwischen der CDU und der AfD. Eine Absprache darüber, dass Vertreter der CDU bereit sind, Tobias Rausch zu wählen." Dies sei vor allem deshalb interessant, "weil eine Absprache eigentlich genau unter das fällt, was die CDU eine Zusammenarbeit nennt".

AfD-Politiker Bernd Baumann hielt sich in der Runde zunächst bedeckt - zumindest, was konkrete Absprachen angeht. Er sagte: "Das war eine geheime Wahl, aber Ulrich Siegmund hat ja vorher klargemacht, dass er in Gesprächen ist mit einzelnen Abgeordneten." Lanz fragte nach: "Mit einzelnen CDU-Abgeordneten?" Baumann wich aus: "Mit einzelnen Abgeordneten."

Das Votum interpretierte er als Signal: Es handle sich um einen "Durchbruch", weil "zum ersten Mal eine Mehrheit in einem deutschen Landesparlament für die AfD zustande" gekommen sei. Baumann vermutete eine Signalwirkung für die gesamte Bundesrepublik. So würden "die über 15 Millionen Wähler im Land jetzt wissen: Der Durchbruch ist möglich. Die Stimmen für die AfD sind nicht verloren. Die bringen etwas." Auch in der CDU wisse man, "dass dieser Epochenbruch jetzt da ist. Die links-grüne Epoche ist vorbei!"

Für seine Worte erntet AfD-Politiker Bernd Baumann (Bild) Kritik von Moderator Markus Lanz.

Bild: ZDF/Cornelia Lehmann


AfD-Politiker Bernd Baumann: "Das ist kein Triumphalismus, das ist Sehnsucht"

Lanz wollte es genauer wissen: "Also Sie gehen davon aus, dass die Stimmen von der CDU kamen?" Baumann bremste jedoch: "Ich bin ja jetzt nicht irgendwie spekulierend unterwegs." Es handle sich um "vertrauliche Gespräche". Und Vertraulichkeit bedeute, "dass man nicht darüber spricht". Trotzdem schob er hinterher: "Heute ist auch die Merz-CDU in gewisser Weise zu Grabe getragen worden mit dem Scheitern von Sven Schulze." Beim Thema Brandmauer wurde Baumann dann sehr deutlich: "Diese Dummheit ist jetzt geplatzt auf öffentlicher Bühne und das verstehen auch die Herrschaften in der CDU."

Lanz reagierte irritiert: "Das ist interessant, dieser Triumphalismus, der da aus Ihnen spricht. Finde ich irgendwie befremdlich." Baumann konterte: "Das ist nicht befremdlich." Lanz blieb hart: "Sie reden nicht, wie man über einen politischen Konkurrenten redet, den man respektiert und schätzt. Sondern Sie reden über jemanden, den Sie gerade vernichtet haben!"

Baumann verteidigte seinen Ton und erklärte, die CDU merke nun, "dass der Wind sich dreht und die merken, dass wir der Wind sind." Weiter sagte er: "Wir brauchen den Wechsel! Das ist kein Triumphalismus, das ist Sehnsucht!"

SPD-Politiker Georg Maier warnte hingegen: "Es ist etwas passiert, was unser Land verändert und das wird noch Folgen haben." Er ergänzte: "Was mich natürlich heute besorgt, ist: Da wurde gedealt. Und wenn die CDU so weitermacht, dann wird sie mit dazu beitragen, kaputtzugehen."

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AfD-Politiker Bernd Baumann behauptet: "Der Binnenmarkt ist das Heiligste, was Europa hat"

Später gerieten Lanz und Baumann auch in Bezug auf das AfD-Programm verbal aneinander. Baumann behauptete: "Niemand von uns wollte von heute auf morgen aus dem Euro raus! Das ist uns von Gegnern (...) zugeschrieben worden!" Lanz befand: "Was für ein Quatsch!" Baumann blieb jedoch dabei und sagte: "Der Binnenmarkt ist das Heiligste, was Europa hat!" Daraufhin fragte Lanz ungläubig: "Im Ernst?" Baumann setzte nach: "Wir haben nie anders geredet. Sie sind nie wirklich unserem Programm nähergetreten."

Als Lanz schließlich auf Alice Weidel verwies, die vor einigen Wochen im ZDF-"Sommerinterview" unter anderem einen Austritt aus Schengen gefordert hatte, entgegnete Baumann: "Schengen ist etwas anderes." Lanz hakte nach: "Also raus aus dem Euro jetzt? Ja oder nein?" Baumanns Antwort folgte prompt: "Der Euro muss im Kern reformiert werden."

Thüringens Innenminister Georg Maier hielt das für Schönfärberei: "Sie versuchen sich jetzt hier als eine konservative Partei darzustellen." Er mahnte: "Wenn sich Konservative mit Völkischen zusammentun, werden die Konservativen untergehen."

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