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Bäckerei Moos aus Hessen insolvent: 480 Beschäftigte betroffen
Aktualisiert:
von Joachim Vonderthann:newstime
480 Mitarbeiter betroffen: Große Bäckerei-Kette insolvent
Videoclip • 01:08 Min • Ab 12
Neue Woche, neue Bäckerei-Insolvenz. Wieder ist eine große Kette ins Schlingern geraten. Wie es für die Bäckerei Moos aus Hessen und ihre 59 Filialen jetzt weitergehen soll.
Das Wichtigste in Kürze
Die Bäckerei Moos aus Aßlar hat für 59 Filialen und rund 480 Beschäftigte ein Schutzschirmverfahren beantragt.
Produktion und Verkauf laufen zunächst weiter; die Löhne sind bis Dezember über Insolvenzgeld abgesichert.
Wie viele insolvente Bäckereien zuvor nennt auch Moos zwei Hauptbelastungen für die wirtschaftlichen Probleme.
Die Bäckerei Moos aus Aßlar in Hessen hat ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung unter einem sogenannten Schutzschirm beantragt. Das Amtsgericht Wetzlar hat dem Antrag zugestimmt und ein vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet. Betroffen sind rund 480 Beschäftigte und 59 Filialen.
Für Kund:innen gibt es zunächst Entwarnung: Produktion und Verkauf sollen weiterlaufen. Auch die Geschäftsführung bleibt im Amt. Das Schutzschirmverfahren soll dem Unternehmen ermöglichen, unter eigener Leitung einen Sanierungsplan zu entwickeln. Unternehmenssprecher Holger Voskuhl sagte der "Bild" zum vorläufigen Insolvenzverfahren: "Die Voraussetzungen hierfür sind, dass das Unternehmen bisher nicht zahlungsunfähig ist und positive Sanierungsaussichten vorliegen."
Auch in den News:
Teures Mehl und teure Energie belasten Bäckerei-Kette Moos
Als Ursache für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nennt das Unternehmen vor allem höhere Kosten für Rohstoffe und Energie. Diese Belastungen hätten nicht vollständig an Kund:innen weitergegeben werden können. "Rohstoffe wie Mehl und Energie, die für die Backöfen gebraucht werden, sind deutlich teurer geworden", sagte Voskuhl der "Bild".
Die Bäckerei Moos wurde 1986 von Bäckermeister Hartmut Moos gegründet. Erst im April hatte sich der Firmengründer aus der Geschäftsführung zurückgezogen. Seit 2018 gehört das Unternehmen zum Portfolio der Beteiligungsgesellschaft Hannover Finanz.
Gehälter bei Moos bis Dezember abgesichert
Für die Beschäftigten sind die Gehälter nach jetzigem Stand zunächst gesichert. Sie sollen für die Monate Oktober bis Dezember über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit finanziert werden. Das reguläre Insolvenzverfahren könnte laut T-Online im Januar 2027 eröffnet werden.
Welche Folgen die Sanierung für Arbeitsplätze und das Filialnetz haben wird, ist noch offen. Voskuhl sagte: "Wir prüfen gerade erst die Möglichkeiten. Für Aussagen dazu ist es noch zu früh." Das Unternehmen führe Gespräche und arbeite an einem Sanierungsplan.
Bäckereibranche kämpft mit hohen Belastungen
Die Insolvenz von Moos steht beispielhaft für den wirtschaftlichen Druck auf viele handwerkliche Bäckereien. Hohe Preise für Energie und Rohstoffe, steigende Personalkosten sowie die Konkurrenz durch preisgünstige Backwaren im Discounter belasten die Branche.
Zuletzt hatte es auch die Bäckerei Lampe aus Thüringen erwischt, die jede dritte Filiale schließen muss. Auch die Genuss-Bäckerei Tillmann aus dem Sauerland hatte Ende September Insolvenz anmelden müssen.
Verwendete Quellen:
Bild: "Große Bäckerei-Kette mit 59 Filialen insolvent"
T-Online: "Nach 40 Jahren: Bäckereikette beantragt Insolvenz"
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