Überwachungskamera filmte

Explosion in Mannheim: Cafébetreiber spricht von "Bombe"

Veröffentlicht:

von Andrea Ege

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So arbeitet die Polizei in Deutschland

Videoclip • 01:46 Min • Ab 12


Ein brennender Sprengkörper fliegt in ein Mannheimer Café, kurz darauf explodiert er. Ein Mitarbeiter wurde leicht verletzt. Der Betreiber spricht von einem Angriff und rätselt über das Motiv.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Explosion ereignete sich in einem Café in Mannheim-Neckarstadt.

  • Durch die Wucht zerbarsten die Scheiben.

  • Die Tat ereignete sich kurz nach dem nächtlichen Geschäftsschluss der Location.

Zunächst bewegt sich nur der Vorhang am Eingang. Dann fliegt ein brennender Gegenstand, der wie ein Böller aussieht, in das Café und landet hinter der Eingangstür auf dem Boden. Ein Mann kommt heran und sieht nach, was passiert ist. Als er den Sprengkörper erkennt, rennt er nach hinten. Dann erfolgt eine Explosion und das Bild der Überwachungskamera wird grau.

Der Besitzer des Cafés in der Mannheimer Neckarstadt, Francesco Silva, hat die nächtlichen Aufnahmen auf seinem Handy gespeichert. Bei der Schilderung des Vorfalls gegenüber der Nachrichtenagentur dpa erzählte er, jemand habe die Scheibe eingeschlagen und eine "Bombe reingeschmissen". Die Explosion ließ die Scheiben des Cafés bersten. Anschließend lagen Glasscherben meterweit vor der Gaststätte auf der Straße.

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Explosion in Mannheim: Ziel des Angriffs unklar

Der Mitarbeiter des Cafés wurde nach Angaben der Polizei durch die Explosion leicht verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Nähere Angaben zur Art der Verletzungen oder zum Alter des Mannes machte der Polizeisprecher zunächst nicht. "Nach dieser Tat muss erstmal geschaut werden, in welche Richtung geht das Ganze", sagte er.

Zu klären sei auch, wem der Angriff gegolten habe. "Wir sind noch ganz am Anfang der Ermittlungen", so der Sprecher. Welche Art von Sprengkörper explodierte, müsse ebenfalls untersucht werden. Eine Gasexplosion schloss die Polizei auf Nachfrage der dpa aus.

Bar schloss kurz vor Explosion

Betreiber Silva zeigte sich angesichts der Hintergründe ratlos: Vielleicht wolle ihn jemand vertreiben, er wisse es nicht. Er besitze mehrere Kneipen und habe mit niemandem Ärger oder Probleme. "Ich bin ein friedlicher Mensch. Ich arbeite nur."

Die Polizei habe ihn gegen 4 Uhr morgens informiert, anschließend habe er die Aufnahmen der Überwachungskamera gesehen, berichtete Silva. Zum Zeitpunkt der Explosion sei noch ein Mitarbeiter zum Putzen im Laden gewesen. Die Bar habe erst kurz zuvor geschlossen.

Kriminalpolizei sucht Hinweise

Nach Polizeiangaben gibt es keine Hinweise auf vorherige Konflikte um das Café. Ob ein Zusammenhang mit Straftaten der kriminellen Organisation "Daltons" besteht, ließ der Sprecher zunächst offen und beschränkte seine Aussagen auf: "Es wird auch in diese Richtung ermittelt". Das Kriminalkommissariat Mannheim bittet Zeug:innen um weitere Hinweise, die zur Tataufklärung führen könnten.


Frühere Straftaten in Mannheim

Mannheim war in den vergangenen Monaten mehrfach wegen Straftaten überregional in die Schlagzeilen geraten. Im September hatten Ermittler:innen mitgeteilt, dass die international agierende Gruppierung "Daltons" in Mannheim im Frühsommer mehrere Brände gelegt haben soll und diese im Zusammenhang mit Schutzgeldforderungen gegen türkische und türkischstämmige Geschäftsleute stehen sollten.

Mitte Oktober war außerdem nach einem Brand in einer Gaststätte die Leiche einer 30-jährigen Frau gefunden worden. Kurz darauf kam ein 25-jähriger Tatverdächtiger in Untersuchungshaft. Zu den mutmaßlichen Hintergründen äußerten sich die Ermittler bislang nicht; eine Verbindung zu den "Daltons" hatten die Behörden kurz nach dem Leichenfund ausgeschlossen.

Die Neckarstadt ist ein bevölkerungsreicher und lebendiger Mannheimer Stadtteil direkt nördlich des Neckars. Nach Polizeiangaben wurde die Straße vor dem Café kurzfristig gesperrt, auch der Straßenbahnverkehr wurde vorübergehend eingestellt. Wegen der Rauchentwicklung war zudem die Feuerwehr vor Ort.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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