US-Werk geplant

"Aktive Wahlkampfhilfe" für Trump? VW-Betriebsratschefin Cavallo kritisiert Audi-Chef

Veröffentlicht:

von Christopher Schmitt

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VW-Betriebsratschefin: Auftritt von Audi-Chef bei Trump beschämend

Videoclip • 01:26 Min • Ab 12


Eine Ankündigung mit Sprengkraft: VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo bewertet den Auftritt des Audi-Chefs Gernot Döllner auf Donald Trumps Wahlkampfbühne als beschämend.

Das Wichtigste in Kürze

  • VW-Tochter Audi möchte in Georgia sein erstes Werk auf US-amerikanischem Boden errichten.

  • Die VW-Konzernbetriebsratschefin Daniela Cavallo kritisiert einen Auftritt des Audi-Chefs Gernot Döllner mit US-Präsident Donald Trump scharf.

  • Nach Ansicht Cavallos war der Auftritt beschämend.

Im US-Bundesstaat Georgia soll ein Audi-Werk entstehen. Der Auftritt des Audi-Chefs Gernot Döllner auf einer Wahlkampfveranstaltung des US-Präsidenten Donald Trump, bei dem er dem Republikaner für dessen Unterstützung dankte, stößt auf scharfe Kritik von Seiten der VW-Konzernbetriebsratschefin Daniela Cavallo. "Etliche Minuten voller Rassismus, Sexismus, Fremdenhass, Transphobie, Verächtlichmachung der Demokratie – und dann tritt einer unserer obersten Konzern-Repräsentanten auf die Bühne und betreibt aktive Wahlkampfhilfe", ärgerte sich Cavallo in einem internen Interview, das der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt.

Cavallo fügte an, dass, wer Trumps Rede gehört habe, wahrnehmen müsse, dass Döllner ein aktiver Teil der Veranstaltung geworden sei und vor "Scham im Boden versinken" müsse. Zusätzlich kritisierte die Betriebsratschefin die Rolle des gesamten VW-Konzernvorstands. Volkswagen-Boss Oliver Blome habe sich "von einer höchst zweifelhaften politischen Figur, die gegen so ziemlich jeden unserer Unternehmenswerte verstößt, zur Marionette in dessen Propaganda-Show machen lassen".

Auch in den News:

Es spreche für sich, dass umgehend erste Vergleiche zur VW-Geschichte gezogen würden. Volkswagen wurde in Nazi-Deutschland gegründet. Das Hitler-Regime präsentierte VW gerne als Vorzeigeunternehmen.

Gernot Döllner hatte bis Montagmittag (26. Oktober) nicht auf die Kritik reagiert.

Interne Richtlinien durch Auftritt verletzt?

Für Cavallo steht Döllners Auftritt auch im Widerspruch zu den internen Audi-Leitlinien. Demnach seien in den letzten Monaten vor Wahlen öffentlich wirksame Termine mit zur Wahl stehenden Politikern untersagt. Vor wenigen Monaten erst,habe Döllner diese Prinzipien unterschrieben. Im Falle dieses Auftritts liege laut Cavallo "sicherlich ein klarer Verstoß vor". Am 3. November stimmen die US-Amerikaner:innen für die Midterms ab.

Cavallo: Aus BWL-Sicht kann Werk Sinn ergeben

Über die Pläne für ein Audiwerk in den Vereinigten Staaten äußerte sich die VW-Betriebsratschefin zurückhaltender. Aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht könne das Werk Sinn ergeben, erklärte Cavallo. Schließlich zähle der US-Markt zu den größten und lukrativsten weltweit. Allerdings sei der VW-Marktanteil vor Ort noch viel zu klein. Die Trump-Zölle seien zudem hoch, was für den Konzern mit Milliardenkosten verbunden sei. Dennoch spreche vieles für eine Fertigung in den Staaten.

Noch seien allerdings viele Fragen offen. Unter anderem zu möglichen Zollerleichterungen für den VW-Konzern und, ob die Zusage auch für eine andere Regierung im Amt gelten würde.


Döllner: SUVs aus den USA

Döllner ist nicht nur Chef der VW-Tochter, sondern auch Mitglied im Wolfsburger Konzernvorstand. Hier hat er das Sagen bei der Markengruppe Progressive, zu der neben Audi auch die Luxusmarken Bentley und Lamborghini und der Motorradhersteller Ducati zählen.

In Georgia sollen jährlich 200.000 Sportgeländewagen (SUV) vom Band rollen. "Wir planen, unsere größten und hochwertigsten SUVs hier in Macon, Georgia, zu produzieren", erklärte Döllner. Vor Ort wollen die Ingolstädter 4.500 Arbeitsplätze schaffen – 2027 soll es losgehen. Anfang der 2030er-Jahre soll dann die Produktion im ersten US-Werk der VW-Premiumtochter anlaufen. "Dies ist eine langfristige Investition, da wir vom amerikanischen Markt überzeugt sind", so Döllner.

Laut Cavallo kommt eine neue US-Fabrik, unabhängig davon, welche Marke produziert werden soll, nur dann infrage, wenn die Lage der deutschen Werke geklärt sei. "Ohne ein Gesamtbild zur Planungsrunde mit dem Gesamtblick auf alle Standorte geben wir kein grünes Licht. Das heißt im Umkehrschluss, dass eine Entscheidung erst noch aussteht", erklärte Cavallo. Zudem sei offen, ob man der Option für den Neubau am Ende zustimmen werde.



Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Zeit: "Audi-Chef Döllner nach Auftritt bei Trump in der Kritik"

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