IG Metall kritisch

Gehälter auf Eis: VW plant wohl Nullrunden für über 660.000 Beschäftigte bis 2030

Aktualisiert:

von Emre Bölükbasi

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VW will weltweit viele Gehälter einfrieren

Videoclip • 01:13 Min • Ab 12


Der Volkswagen-Konzern plant offenbar, sämtliche Gehaltserhöhungen weltweit zu stoppen – und zwar für den Rest des Jahrzehnts. Die IG Metall schlägt Alarm und warnt vor massiven Reallohnverlusten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei VW sollen Gehälter weltweit eingefroren werden.

  • Über 660.000 Beschäftigte wären betroffen.

  • Die IG Metall warnt vor einem Kaufkraftverlust von mindestens zehn Prozent.

Der nächste Schlag gegen die Belegschaft von Volkswagen ist da – und er trifft wohl alle. Laut IG Metall hat der VW-Konzernvorstand die Personalverantwortlichen weltweit angewiesen, bis zum Jahr 2030 keinerlei Entgelterhöhungen mehr vorzunehmen.

Das aktuelle Tarifniveau soll somit eingefroren werden. Betroffen wären damit mehr als 660.000 Beschäftigte rund um den Globus.

Vorgabe bereits in Kraft

Besonders brisant: Die Direktive ist offenbar keine ferne Drohung, sondern bereits Realität. Laut IG Metall greift sie seit Anfang Oktober. Der Europäische- und Weltkonzernbetriebsrat informierte die Belegschaften über das Vorhaben – nicht in einer Verhandlung, sondern schlicht per Intranet-Mitteilung.

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Für die Gewerkschaft ist das ein klarer Tabubruch. Bisher hatte der Konzern in seinen weltweiten Personalkostenbudgets stets einen Inflationsausgleich eingeplant und laufende Tariferhöhungen einkalkuliert. Mit diesem bewährten Prinzip soll nun Schluss sein.


Reallohnverluste von mindestens zehn Prozent befürchtet

Die IG Metall rechnet vor, was das für die Beschäftigten bedeutet: Wer Jahr für Jahr mit der Inflation verliert, ohne einen einzigen Cent Ausgleich zu erhalten, büßt bis 2030 real mindestens zehn Prozent seiner Kaufkraft ein. Steigende Preise im Supermarkt, an der Tankstelle und bei Versicherungen – für die Belegschaft ohne Gegenwehr.

Dabei fordert die IG Metall für die bevorstehende Tarifrunde, die voraussichtlich Ende November beginnt, fünf Prozent mehr Geld. Verhandelt wird sowohl über den VW-Haustarif als auch über den Flächentarif der Metall- und Elektroindustrie, der unter anderem für Audi, MAN und Porsche gilt.


Betriebsräte nennen Vorgehen "absurd"

Der Europäische- und Weltkonzernbetriebsrat ließ an seiner Haltung keinen Zweifel: Das Vorgehen des Vorstands sei absurd. Die Betriebsräte betonten, dass die Personalkosten ohnehin nur einen Bruchteil der gesamten Umsatzkosten ausmachten.

Der Konzern selbst hüllt sich in Schweigen. Ein Sprecher erklärte lediglich, man äußere sich nicht zu "Spekulationen" und tarifliche Themen sollten zunächst intern besprochen werden. Eine Einschätzung, die angesichts der bereits intern versendeten Direktive zynisch wirken dürfte.


Eskalation Schritt für Schritt

Die Gehaltseinfrierung ist dabei nur die neueste Eskalationsstufe in einem sich seit Monaten zuspitzenden Konflikt. Erst vor knapp einem Monat hatte VW fast den gesamten Haustarif – zehn Verträge insgesamt, darunter den wichtigen Manteltarifvertrag – gekündigt.

Außerdem will der Konzernvorstand weltweit 50.000 weitere Stellen abbauen, zusätzlich zu den bereits laufenden Abbauplänen. Die Zukunft der Werke in Emden, Hannover und Zwickau sowie des Audi-Standorts Neckarsulm ist über die Jahre 2031 bis 2034 hinaus nach wie vor offen.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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