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Autobauer in der Krise: VW mit Gewinneinbruch um die Hälfte, Abbau von 50.000 Stellen

Veröffentlicht:

von Jana Wejkum

:newstime

VW: Gewinneinbruch und 50.000 Stellen weg

Videoclip • 01:41 Min • Ab 12


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Europas größter Autobauer musste 2025 Verluste in Milliardenhöhe einstecken. Wie es dazu kam und was Volkswagen in Zukunft plant.

Das Wichtigste in Kürze

  • VW meldet für 2025 einen Rückgang im Konzernergebnis um rund 44 Prozent.

  • Grund dafür sind unter anderem die milliardenschweren Verluste der Konzerntochter Porsche und die US-Zölle.

  • VW bekräftigt, bis 2030 rund 50.000 Stellen in Deutschland abbauen zu wollen, ohne dabei auf betriebliche Kündigungen zurückzugreifen.

Der Gewinn des Volkswagen-Konzerns ist 2025 um fast die Hälfte eingebrochen. Verzeichnete Volkswagen 2024 noch 12,4 Milliarden Euro im Konzernergebnis nach Steuern, waren es 2025 nur noch 6,9 Milliarden Euro – ein Rückgang von rund 44 Prozent. Der Umsatz sank im gleichen Zeitraum um 0,8 Prozent auf knapp 322 Milliarden Euro.

Hoffnung macht das Schlussquartal des vergangenen Jahres: Darin schnitt VW besser ab als in den vorherigen Monaten. Das dritte Quartal war hingegen besonders verlustreich. Allein in diesen drei Monaten hatte der Konzern mehr als eine Milliarde Euro Verlust verbucht.

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Porsche: Vom Überflieger zum Sorgenkind

Ein Hauptgrund für die Schieflage waren die Verluste der Konzerntochter Porsche. Der Sportwagenhersteller stellte seine Strategie auf die Verbrenner-Verlängerung um. Laut Betriebsrat schlug allein das in der Bilanz mit fast fünf Milliarden Euro zu Buche.

Porsche gilt als einstige Ertragsperle des VW-Konzerns. Die Sportwagenmarke verdiente 2025 im Autogeschäft operativ nur noch 90 Millionen Euro. 2024 waren es noch 5,3 Milliarden Euro gewesen.

Automarke VW verbessert Ergebnis

Die Marke VW konnte hingegen leicht zulegen. Sie verbesserte ihr operatives Ergebnis von 2,59 auf 2,61 Milliarden Euro. Gleichzeitig schrumpfte ihre Belegschaft um gut 8.000 Beschäftigte auf 102.000 Menschen. Audi konnte an den leichten Aufwärtstrend nicht anknüpfen und verschlechterte das Ergebnis um eine halbe Milliarde Euro auf 3,4 Milliarden.

Insgesamt konnte der Konzern 0,5 Prozent weniger Fahrzeuge verkaufen als im Vorjahr. Volkswagen verzeichnete etwas weniger als neun Milliarden Verkäufe weltweit. In Europa wurden zwar etwas mehr Autos verkauft, jedoch nicht genug, um die Rückgänge in China und Nordamerika auszugleichen.

US-Zölle wurden zur Belastung

"Das Jahr 2025 war geprägt von geopolitischen Spannungen, Zöllen und hoher Wettbewerbsintensität", fasste Finanzvorstand Arno Antlitz laut Mitteilung zusammen. Besonders stark belasteten die Zölle des US-Präsidenten Donald Trump den Konzern. Sie verursachten einen Verlust von drei Milliarden Euro. Vor Sondereffekten und US-Zöllen hätte das operative Ergebnis bei 17,7 Milliarden Euro gelegen, was eine Marge von 5,5 Prozent bedeutet hätte.

Im laufenden Jahr ist der VW-Konzern vorsichtig optimistisch. Der Umsatz soll gleich bleiben oder um bis zu drei Prozent wachsen. Im Fokus steht mehr Profitabilität. So soll sich die operative Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern in diesem Jahr auf 4,0 bis 5,5 Prozent erholen. Im Vorjahr war diese noch um 3,1 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent gesunken.

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VW hält an massivem Stellenabbau fest

Angesichts der durchwachsenen Aussichten bekräftigte der Konzern das Ziel, bis 2030 zahlreiche Jobs zu streichen. "In Summe sollen im Volkswagen-Konzern bis 2030 rund 50.000 Stellen in Deutschland wegfallen", heißt es im Geschäftsbericht. Das ist schon seit Ende 2024 bekannt, als VW den Stellenabbau erstmals in Tarifeinigungen bei den einzelnen Marken genannt hatte.

Allein bei der Kernmarke Volkswagen geht es um 35.000 Stellen. Bei Audi sollen bis 2029 bis zu 7.500 Stellen wegfallen, bei Porsche bisherigen Plänen zufolge 3.900 Stellen inklusive Leiharbeiter:innen. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben. Stattdessen wird auf Altersteilzeit und Abfindungen gesetzt.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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