VW-Betriebsratswahl

Daniela Cavallo: Die starke Stimme der VW-Belegschaft im Porträt

Veröffentlicht:

von Jacqueline Bittl

In Wolfsburg aufgewachsen, heute eine der einflussreichsten Arbeitnehmervertreterinnen der deutschen Industrie: Daniela Cavallo.

Bild: Julian Stratenschulte/dpa


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Sie lenkt seit Jahren einen der mächtigsten Betriebsräte Europas durch Krisen und ist weit mehr als nur eine Funktionärin. Wer ist Daniela Cavallo, die bei Volkswagen erneut zur Wahl steht?

Das Wichtigste in Kürze

  • Daniela Cavallo kandidiert erneut als Vorsitzende des mächtigen VW‑Betriebsrats in Wolfsburg und zählt zu den einflussreichsten Frauen der deutschen Autoindustrie.

  • Seit fünf Jahren führt sie die Arbeitnehmervertretung durch eine Abfolge schwerer Krisen, darunter ein Sanierungsprogramm mit massivem Stellenabbau, das zugleich Kündigungen und Werksschließungen ausschließt.

  • Als gebürtige Wolfsburgerin mit Migrationsgeschichte steht Cavallo für Mitbestimmung, Integration und starken Rückhalt aus Gewerkschaft, Politik und Belegschaft.

Bei Volkswagen in Wolfsburg starten am Montag (9. März) die Betriebsratswahlen und erneut steht eine Frau im Zentrum der Aufmerksamkeit: Daniela Cavallo. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, will die 50‑Jährige ihre Position als Vorsitzende des Betriebsrats beim größten europäischen Autobauer verteidigen.

Cavallo führt die Arbeitnehmervertretung seit fünf Jahren durch wirtschaftlich und politisch extrem angespannte Zeiten und zählt damit zu den einflussreichsten Frauen der deutschen Autoindustrie.

Mehr als 60.000 Beschäftigte am Standort Wolfsburg sind zur Wahl aufgerufen. Insgesamt konkurrierten sechs Listen und ein Einzelbewerber um 67 Mandate. Bereits bei der letzten Wahl 2022 hat die IG‑Metall‑Liste mit Cavallo an der Spitze ein deutliches Ergebnis erzielt. Neben dem Betriebsrat in Wolfsburg steht Cavallo auch an der Spitze des Gesamt- und Konzernbetriebsrats – ein Machtzentrum innerhalb des Konzerns.

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Verhandlungen im Ausnahmezustand

Cavallo selbst spricht rückblickend von einem Dauerkrisenmodus. Seit ihrem Amtsantritt musste sie unter anderem die Corona-Pandemie, die Folgen des russischen Angriffskriegs und den Wegfall der Beschäftigungssicherung bewältigen.

Besonders hart waren die Verhandlungen im Jahr 2024, als sich Konzern und Gewerkschaft auf ein Sanierungsprogramm einigten, das den Abbau von 35.000 Stellen in Deutschland bis 2030 vorsieht. Im Gegenzug wurden Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen.

Kritik daran gab es dennoch. Gegner:innen warfen Cavallo und der IG Metall vor, zu weitgehende Zugeständnisse gemacht zu haben. Auch die Zukunft des Standorts Wolfsburg wird kontrovers diskutiert. So solle der Verbrenner‑Golf ab 2027 nicht mehr dort gebaut werden. Volkswagen plant allerdings, den vollelektrischen Golf 9 ab Ende des Jahrzehnts wieder in Wolfsburg anzusiedeln.

Die Verhandlungen 2024 waren die härtesten, die ich hier bisher erlebt habe.

Daniela Cavallo

Vom VW‑Kind zur Machtfigur

Cavallo ist in Wolfsburg geboren und "als Kind eines Gastarbeiters bei Volkswagen aufgewachsen". Die lange Ungewissheit über eine mögliche Rückkehr der Familie nach Italien habe sie geprägt. Heute gilt ihr beruflicher Weg vielen als Beispiel gelungener Integration. Als sie zur Vorsitzenden gewählt wurde, habe sie selbst unterschätzt, welche Symbolkraft ihre Rolle als Frau mit Migrationsgeschichte entfalten würde.

Trotz ihrer einflussreichen Position betont Cavallo immer wieder: "Diese Macht habe ich nur durch die Belegschaft." Sie verstehe sich nicht als Einzelperson mit Autorität, sondern als gewählte Vertreterin der Kolleg:innen. Dass Frauen an der Spitze großer Arbeitnehmervertretungen noch immer die Ausnahme sind, sehe sie als gesellschaftliche Aufgabe – nicht nur bei Volkswagen.

Als ich gewählt wurde, war mir gar nicht bewusst, welche Aufmerksamkeit das bringen sollte: als Vorsitzende mit Migrationsgeschichte und als Frau.

Daniela Cavallo

Rückhalt und persönlicher Antrieb

In Gewerkschaft und Politik genießt Cavallo breite Unterstützung. IG‑Metall‑Chefin Christiane Benner würdigte sie als besonnene, kampfstarke Interessenvertreterin der Beschäftigten. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD), dessen Land 20 Prozent der VW‑Stimmrechte hält, beschrieb Cavallo als durchsetzungsstarke Führungspersönlichkeit mit hoher Fachkenntnis.

Abseits der Konzernpolitik ist Cavallo eng mit Wolfsburg verbunden. Sie engagiert sich beim VfL Wolfsburg, sitzt sogar im Aufsichtsrat des Vereins und verfolgt die Spiele, wenn sie Zeit hat, im Stadion. In ihrem Büro erinnern Boxhandschuhe an vergangene Auseinandersetzungen – ein Geschenk von Beschäftigten, deren Übernahme sie erfolgreich durchgesetzt hat. Für Cavallo sind sie Symbol und Motivation zugleich: ein Zeichen dafür, dass sie auch in Zukunft bereit ist, für die Belegschaft in den Ring zu steigen.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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