46. Verhandlungstag
"Bin kein Verbrecher": Mutmaßlicher Entführer sagt im Block-Prozess aus
Veröffentlicht:
von Marie-FInn Bruker:newstime
Das Firmenreich der Familie Block
Videoclip • 02:13 Min • Ab 12
Ein israelischer Bauingenieur wird als einer der mutmaßlichen Entführer der Block-Kinder vernommen. Als Zeuge schildert der 35-Jährige im Hamburger Prozess nun seine Sicht auf die Tat.
Das Wichtigste in Kürze
Am 46. Verhandlungstag sagt einer der mutmaßlichen Entführer zur Tat in der Nacht zum Neujahr von 2023/24 aus.
Der israelische Bauingenieur habe nur der Mutter helfen wollen, die Kinder vor angeblichen Misshandlungen des Vaters in Dänemark zu retten.
Die unter anderem Angeklagte Mutter Christina Block und ihr Lebensgefährte Gerhard Delling weisen die Anschuldigungen zurück.
"Ich bin kein Verbrecher", sagt einer der mutmaßlichen Entführer der Block-Kinder. Im Hamburger Prozess schildert er nun als Zeuge seine Version der Ereignisse aus der Silvesternacht 2023/24.
Der 35-Jährige ist nach eigenen Angaben Bauingenieur in Israel. Der Chef einer Sicherheitsfirma habe ihm erzählt, die beiden jüngsten Kinder der Unternehmerin Christina Block würden angeblich von ihrem Vater misshandelt. Er habe nur helfen wollen, so der vermeintliche Tatverdächtige.
Auch in den News:
Eigenen Angaben zufolge sei ihm mehrmals versichert worden, es handle sich um eine völlig legale Aktion. Die Vorgabe sei gewesen, die Kinder aus Dänemark "ohne Gewalt" zurück zur Mutter nach Deutschland zu bringen. Auch die deutschen Behörden seien bereits informiert.
Der Zeuge habe eingewilligt. Ihm soll bei der sehr wohl gewaltsamen Rückholaktion von Deutschland nach Dänemark die Aufgabe als Fahrer zugekommen sein. 10.000 Euro sollen dem mutmaßlichen Entführer versprochen worden sein, von denen er letztendlich nur 5.000 vom Sicherheitsunternehmenschef erhalten haben soll.
Bezeugtes Treffen habe laut Verteidigung nie stattgefunden
Auf Forderungen des Chefs der israelischen Sicherheitsfirma sollen die Täter maskiert gewesen sein. Wenige Tage vor der Tat habe er sich noch mit Christina Block in einem Konferenzraum im Hotel Grand Elysée getroffen, berichtete der 35-Jährige. Damit reiht er sich in Aussagen weiterer Zeug:innen ein.
"Sie war sehr bewegt", sagte er zu dem Treffen am 28. Dezember. Blocks Verteidiger Ingo Bott entgegnete, ein solches Treffen habe nie stattgefunden.
Mitarbeitende der israelischen Sicherheitsfirma sollen die Kinder der Anklage zufolge am Neujahrstag 2024 zu einem Bauernhof in Baden-Württemberg gebracht haben. Christina Block habe sie von dort nach Hamburg geholt. Am 5. Januar 2024 entschied das Oberlandesgericht, die Kinder sollen zu ihrem Vater geschickt werden.
Mutmaßliche Täter seien "enttäuscht"
Nach der Tat will der Zeuge dann am 3. Januar 2024 zurück nach Israel geflogen sein. "Es ist alles ganz anders gelaufen, als ich es mir gedacht habe", erzählt er.
Einen Monat nach seiner Rückkehr soll es erneut zu einem Treffen mit dem Chef der Sicherheitsfirma gekommen sein. Dort habe er erzählt, dass die Block-Kinder wieder bei ihrem Vater in Dänemark seien. Er erinnert sich, sie seien "enttäuscht, weil wir eigentlich der Mutter helfen wollten". Schließlich habe er von der Verhaftung eines Teammitglieds auf Zypern erfahren. Daraufhin habe er sich selbst einen Anwalt genommen.
Zusammen mit drei anderen Beschuldigten aus Israel hatte er sich während des bereits laufenden Prozesses gemeldet. Im Gegenzug habe die Justiz ihnen für ihre Zeugenaussagen rechtlichen Schutz gewährt. Dennoch müssen sie zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls mit einer Anklage und einem Prozess rechnen.
Christina Block beteuert ihre Unschuld
Christina Block ist unter anderem für gemeinschaftliche schwere Entziehung von Minderjährigen in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung angeklagt.
Nach einem langen Sorgerechtsstreit soll die Hamburger Unternehmerin eine israelische Sicherheitsfirma damit beauftragt haben, ihre beiden jüngsten Kinder zu entführen. Die damals zehn und 13 Jahre alten Block-Kinder sollten in der Silvesternacht 2023/24 von dem Wohnort ihres Ex-Mannes in Dänemark zu ihr gebracht werden.
Christina Block ist die Tochter des "Block House"-Patriarchen Eugen Block, der das Steakhouse-Imperium gründete. Sie beteuert nach wie vor ihre Unschuld.
Auch ihr Lebensgefährte Gerhard Delling ist wegen Beihilfe angeklagt. Der frühere Sportmoderator betont, er habe nichts Unrechtes getan. Außer Block und Delling gibt es weitere fünf Angeklagte.
Tat hat eine lange Vorgeschichte
Christina Block hat zusammen mit ihrem Ex-Mann Stephan Hensel vier Kinder. Nach einem Streit war die älteste Tochter im Sommer 2021 mit Zustimmung der Mutter zu ihrem Vater nach Dänemark gezogen.
Wenige Wochen später brachte Hensel die beiden jüngsten Kinder gegen eine gemeinsame Vereinbarung nicht nach einem Wochenendbesuch zurück nach Hamburg. Block widerspricht den von ihm erhobenen Gewaltvorwürfen. Hensel habe die Kinder manipuliert, so die 52-Jährige. Seit drei Jahren habe sie kaum Kontakt zu den drei Kindern in Dänemark. Die zweitälteste Tochter blieb bei ihrer Mutter in Hamburg.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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