Traditionsunternehmen
450 Jobs gefährdet: Maschinenbauer Vollmer aus Biberach meldet Insolvenz an
Veröffentlicht:
von Michael Reimers:newstime
Mehr Großinsolvenzen in Deutschland
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Die vor 111 Jahren gegründeten Vollmer-Werke in Biberach sind in eine wirtschaftliche Schieflage geraten. Das Industrieunternehmen beantragte Insolvenz.
Das Wichtigste in Kürze
Die Vollmer-Gruppe aus Biberach hat beim Amtsgericht Ravensburg einen Insolvenzantrag gestellt.
Der Maschinenbauer hat am Hauptsitz Biberach 450 Mitarbeiter:innen.
Ein Sanierungsgutachten soll bereits vorliegen.
In Biberach gehören sie zu den bekanntesten Industrieunternehmen und Arbeitgebern: die Vollmer-Werke. Die Maschinenfabrik GmbH wurde 1909 gegründet und stellte zunächst Geräte zum Schärfen, Schleifen und Erodieren von Holz und Metall her. Während des Zweiten Weltkrieges profitierte die Firma von Rüstungsaufträgen der Nazis und produzierte auch mit Zwangsarbeitern Teile für Sturmgewehre und Maschinenpistolen. Nach Kriegsende spezialisierte sich das Unternehmen auf Sägeblätter für Kreissägen.
Heute hat die Vollmer-Gruppe nach eigenen Angaben Tochtergesellschaften in 16 Ländern, mehr als 30 Vertretungen und rund 800 Mitarbeitende, die vom Stammsitz in Biberach aus geführt werden. Das Insolvenzverfahren in vorläufiger Eigenverwaltung betrifft zunächst nur die Belegschaft in Deutschland, meldet die "Schwäbische Zeitung". In der Zentrale in Biberach arbeiten 450 Beschäftigte.
Hauptsitz der Vollmer-Werke in Biberach
In der Zentrale der Vollmer-Gruppe in Biberach sind 450 Arbeitsplätze von der Insolvenz betroffen.
Bild: Vollmer Gruppe
Sanierungsplan als Ziel der Eigenverwaltung
"Wir werden alles daransetzen, den Betrieb fortzuführen", sagte Insolvenzverwalter Dr. Holger Leichtle der Tageszeitung. "Die kommenden sechs Monate sind durchfinanziert." In dieser Zeit will der als Insolvenzverwalter eingesetzte Stuttgarter Rechtsanwalt gemeinsam mit der Geschäftsführung einen Sanierungsplan erarbeiten, ein Sanierungsgutachten liege bereits vor.
Wie es weiter heißt, übernimmt bei der Insolvenz in Eigenverwaltung die Bundesagentur für Arbeit üblicherweise für drei Monate die Gehälter der Mitarbeiter:innen. Danach muss das Unternehmen die Gehälter aus der eigenen, durch das Verfahren geschonten, Liquidität erwirtschaften und zahlen.
Auch in den News:
Vollmer-Werke in Biberach: "Nicht das Ende"
Die Stimmung bei der Betriebsversammlung am Dienstag (20. Oktober) ist dem Bericht zufolge zunächst bedrückt gewesen. "Aber Geschäftsführung und Insolvenzverwalter konnten den Eindruck vermitteln, dass das nicht das Ende ist und es mit dem Unternehmen weitergehen soll", sagte anschließend ein Firmensprecher.
Wie die "Bild"-Zeitung meldet, stecken die Vollmer-Werke bereits seit einigen Jahren in der Krise. So sei das Russlandgeschäft, das rund zehn Prozent des Firmen-Umsatzes ausgemacht hatte, mit Ausbruch des Ukraine-Kriegs 2022 weg. Ende 2025 kündigte das Unternehmen deswegen schon den Abbau von rund 15 Prozent der Stellen am Stammsitz in Biberach an.
Verwendete Quellen:
schwaebische.de: "Nach 117 Jahren: Maschinenbauer mit rund 450 Mitarbeitern meldet Insolvenz an"
swr.de: "450 Mitarbeiter betroffen: Traditionsunternehmen Vollmer in Biberach meldet Insolvenz an"
bild.de: "117 Jahre alte Traditionsfirma: Schwäbischer Maschinenbauer meldet Insolvenz an"
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