Alena Buyx bei "Markus Lanz"

Ethikerin warnt bei Lanz vor den Gefahren der KI: "Da fallen schon Kinder in den Brunnen - jetzt gerade!"

Veröffentlicht:

von Natascha Wittmann

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Videoclip • 01:06 Min • Ab 12


Wie intelligent ist die KI bereits? Und wie gefährlich kann sie uns werden? Im Gespräch mit Experten zeigte sich Markus Lanz in seinem ZDF-Talk immer wieder überrascht - und besorgt.

Seit Monaten warnen Experten vor einer möglichen "Super-KI", doch bei "Markus Lanz" ging es nicht nur um ferne Zukunftsbilder. In der Runde stand vor allem die Frage im Raum, wie real die Risiken schon heute sind: Missbrauch, unkontrollierbares Verhalten von Systemen und die Sorge, dass die Technik schneller ist als jede Regulierung.

Lanz wollte dazu von KI-Experte Hans Uszkoreit wissen: "Welcher Entwicklungsschritt hat Sie zuletzt wirklich überrascht?" Der Informatiker, der seit 40 Jahren im KI-Bereich forscht, beschrieb eine Entwicklung, die selbst Insider staunen lasse. Die KI habe "eine ganz andere Dimension" erreicht und "eine ganz andere Wende genommen", als man ursprünglich gedacht habe.

Mehr noch: Uszkoreit stellte den Begriff "künstlich" grundsätzlich infrage und formulierte seine Einschätzung maximal zugespitzt: "Die jetzige Künstliche Intelligenz ist wirklich superintelligent - viel intelligenter noch, als die meisten im Moment glauben." Als Lanz skeptisch blieb, untermauerte Uszkoreit das mit einem direkten Vergleich: "Wenn man mit den Mitteln der Intelligenzmessung rangeht, (...) dann schlägt die KI die Menschen in den Kernbereichen der Intelligenz bereits bei Weitem." Der Moderator reagierte entsprechend deutlich: "Das ist ja krass, was Sie da gerade erzählen."

Ethikerin Alena Buyx teilte ihre Sorge, als es um die Gefahren der KI ging: "Wir haben es hier mit einem Bereich zu tun, wo es tatsächlich ganz wenig an Beschränkungen gibt."

Bild: ZDF / Markus Hertrich


Ethikerin Alena Buyx warnt: "Da fallen schon Kinder in den Brunnen"

Spätestens beim Thema Sicherheit wurde die Debatte ernst. Uszkoreit machte klar, dass Kontrolle nicht einfach über Regeln oder guten Willen zu halten sei, sondern über Technik: "Die Sicherheit kommt nur durch Technologie selbst. Das heißt, wir müssen die richtige Technologie haben, die die Sicherheit hervorbringt."

Lanz hielt dagegen und warnte vor der "Übergangsphase", in der neue Technologien oft zuerst Schaden anrichten, bevor Schutzmechanismen greifen: "Wenn sich so eine neue Technologie etabliert, dann zahlen wir auch erst mal einen Preis", mahnte der Moderator. "Da werden schlimme Dinge passieren!" Uszkoreit setzte derweil auf Tempo bei Schutzlösungen. Er sagte: "Wir hoffen, dass wir in der Künstlichen Intelligenz rechtzeitig anfangen können, diese sicheren Systeme zu bauen, damit keine Kinder in den Brunnen fallen."

Ethikerin Alena Buyx brachte anschließend eine zweite Perspektive in die Diskussion und fasste das Spannungsfeld so zusammen: "Man lebt in zwei Welten." Auf der einen Seite gebe es "gute und verantwortliche KI-Entwicklung gerade in der Medizin". Gleichzeitig kursierten aber zuletzt "relativ katastrophale Untergangsszenarien". Lanz stoppte sie sofort: "Relativ können wir weglassen!" Buyx stimmte zu und warnte, dass Schäden längst Realität seien: "Da fallen schon Kinder in den Brunnen - jetzt gerade."

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Sascha Lobo: "Was ist denn eigentlich Bewusstsein genau?"

Der Appell der Ethikerin: "KI soll das Leben von Menschen besser machen und nicht schlechter." Dennoch seien "echte Gefahren" zu erkennen, weil "wir haben es hier mit einem Bereich zu tun, wo es tatsächlich ganz wenig an Beschränkungen gibt." Buyx erklärte: Das macht mir einfach große Sorge, denn ich will die Vorteile für uns nutzen."

Digitalexperte Sascha Lobo bremste zwar jeglichen Alarmismus, jedoch ohne Entwarnung zu geben. Er räumte ein: "Wir sehen tatsächlich eine Zunahme der Fähigkeiten und der Macht bei KI, die (...) mindestens eindrucksvoll ist." Für ihn führten die Sprünge im Bereich der KI zwangsläufig zu Fragen wie: "Was ist denn eigentlich Bewusstsein genau?"

Manager Christoph Schell wiederum wollte zum Schluss den Blick auf die menschliche Verantwortung lenken. Er stellte klar: "Technologie ist im Ursprung neutral. Technologie ist nicht negativ oder positiv. Sie ist da und sie versucht, Missions auszuführen. Es liegt an uns, das zu definieren."


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