Vor Midterms

Trump auf Wählerfang: Milliarden-Versprechen für Diesel soll Bauern anlocken

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von Emre Bölükbasi

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Trump: "Haben der Ukraine viel gegeben - sie hat uns nichts gegeben"

Videoclip • 01:07 Min • Ab 12


Zwei Wochen vor den Midterms zieht Trump schwere Geschütze auf – und verspricht Amerikas Landwirt:innen eine Entlastung in Milliardenhöhe. Der Hintergrund ist kein Geheimnis.

Das Wichtigste in Kürze

  • Trump will Amerikas Landwirt:innen mit acht Milliarden Dollar entlasten.

  • Der Dieselpreis liegt inzwischen über sechs Dollar pro Gallone.

  • Zwei Wochen vor den Midterms steht für die Republikaner:innen viel auf dem Spiel.

Es ist kein Zufall, dass Donald Trump ausgerechnet jetzt nach Kansas gereist ist. Zwei Wochen vor den Kongresswahlen am 3. November steht der US-Präsident unter enormem Druck – und die Farmers im Herzen Amerikas bekommen das zu spüren: in Form eines satten Versprechens über acht Milliarden US-Dollar (rund 7,1 Milliarden Euro), die das Landwirtschaftsministerium bereitstellen soll, um die Landwirt:innen in der laufenden Erntezeit zu entlasten.

Die Ankündigung fiel auf einer Wahlkampfveranstaltung in dem ländlich geprägten Bundesstaat – und sie hat einen klaren Adressaten: Senator Roger Marshall, Trumps Parteifreund, kämpft dort um eine weitere Amtszeit im US-Senat. Kansas gilt eigentlich als sicheres republikanisches Terrain. Doch die jüngsten Umfragen zeigen, dass Marshalls demokratischer Herausforderer Adam Hamilton den Abstand deutlich verkürzt hat – selbst der unabhängige Cook Report bewertet das Rennen inzwischen als offen.


Diesel-Krise als politisches Dynamit

Der Grund für die Unruhe: Der Dieselpreis in den USA hat im September erstmals die Marke von sechs Dollar pro Gallone überschritten. Zuletzt kostete die Gallone Diesel im bundesweiten Schnitt 6,3187 Dollar – vor einem Jahr waren es noch 3,6308 Dollar.

Die explodierenden Kraftstoffpreise sind eine direkte Folge des Iran-Krieges, den Trump Ende Februar gemeinsam mit Israel begonnen hatte. Für Landwirt:innen, die riesige Maschinen betreiben müssen, ist das existenziell: Ein großer Mähdrescher verbraucht rund 1.000 Liter Diesel am Tag – jeder Cent mehr am Literpreis schlägt unmittelbar auf die Betriebskosten durch.

Ein Farmer aus Iowa brachte die Stimmung in einem Podcast der "New York Times" auf den Punkt: Er fühle sich von Trump schlicht "betrogen". Der Präsident habe das Gegenteil von dem getan, wofür er gewählt worden sei.

Beliebtheitswerte im Keller – Bauern als Rettungsanker

Trumps niedrige Beliebtheitswerte wegen des Iran-Konflikts und der massiv gestiegenen Sprit- und Benzinpreise belasten die Wahlchancen vieler republikanischer Kandidaten im ganzen Land. Die Partei hofft, ihre knappen Mehrheiten in beiden Kammern des Kongresses zu verteidigen – doch Umfragen räumen den Demokraten gute Aussichten ein, im Repräsentantenhaus die Mehrheit zu erringen. Im Senat ist ein Machtwechsel ebenfalls nicht ausgeschlossen.

Auch in den News:

Landwirt:innen gehören traditionell zu Trumps treuesten Wählergruppen. Umso brisanter ist es, dass ausgerechnet sie nun von der Politik des Präsidenten hart getroffen werden. Das Milliarden-Versprechen von Kansas dürfte daher weniger agrarpolitischer Überzeugung entspringen als dem Kalkül, eine Kernwählerschaft kurz vor dem Urnengang zu beruhigen – und einen bedrohten Senatssitz zu retten.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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