Neue Regelungen bei Krediten

Klarna, PayPal und Co.: Ab November wird "Später bezahlen“ strenger

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von Joachim Vonderthann

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Raten-Kauf abgelehnt? Das steckt hinter den neuen Regeln

Videoclip • 01:36 Min • Ab 12


Wer beim Online-Shopping auf Raten kauft oder erst später bezahlt, muss ab dem 20. November häufiger mit einer Bonitätsprüfung rechnen. Die neuen Regeln sollen vor Überschuldung schützen – auch bei kleinen Beträgen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ab 20. November 2026 gelten für viele "Später bezahlen"- und Ratenkauf-Angebote strengere Regeln.

  • Auch bei kleinen Beträgen müssen Anbieter künftig meist die Kreditwürdigkeit prüfen.

  • Für Verbraucher:innen ändern sich auch noch weitere Rechte.

Mit wenigen Klicks kaufen und erst später zahlen: Angebote wie "Buy now, pay later" sind beim Online-Shopping beliebt. Doch ab dem 20. November 2026 gelten dafür in Deutschland strengere Regeln. Ratenkauf, zinsfreie Kurzzeitkredite und viele Zahlungsaufschübe werden dann rechtlich stärker wie normale Verbraucherkredite behandelt.

Der Bundestag hatte die Reform im April beschlossen und setzt damit EU-Vorgaben um. Sie soll Verbraucher:innen besser vor einer Schuldenfalle schützen. Denn auch viele kleine offene Rechnungen können sich summieren. Laut einer Umfrage der Finanzaufsicht Bafin hatte knapp ein Viertel der unter 30-Jährigen beim Online-Shopping mit "Buy now, pay later" schon einmal den Überblick über offene Beträge verloren.

Kauf auf Rechnung abgelehnt? Das ändert sich im November beim Online-Shopping über Klarna, Paypal und andere Anbieter.

Bild: Jonas Walzberg/dpa


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Bonitätsprüfung auch bei kleinen Beträgen

Die wichtigste Änderung: Zahlungsdienstleister müssen künftig vor einem Ratenkauf oder Zahlungsaufschub prüfen, ob Kund:innen die Rückzahlung voraussichtlich leisten können. Das betrifft auch Kredite unter 200 Euro, kurze Laufzeiten von weniger als drei Monaten und zinsfreie Angebote. Damit kann eine Zahlung auf später oder in Raten künftig auch bei einem kleinen Online-Einkauf über PayPal, Klarna oder andere Anbieter abgelehnt werden.

Kredite dürfen nach den neuen Regeln nur vergeben werden, wenn die Rückzahlung wahrscheinlich ist. Für die Bonitätsprüfung dürfen Anbieter aber nicht beliebig Daten sammeln: Informationen aus sozialen Netzwerken sowie besonders sensible Daten, etwa zu Gesundheit, sind ausgeschlossen. Beruht eine Ablehnung auf einer automatisierten Entscheidung, können Betroffene eine Überprüfung durch einen Menschen verlangen.

Kauf auf Rechnung bleibt meist möglich

Nicht jeder Rechnungskauf wird automatisch zum Kredit. Der klassische Kauf auf Rechnung mit kurzer Zahlungsfrist und ohne zusätzliche Gebühren bleibt in der Regel von den neuen Regeln ausgenommen. Das gilt laut Bundesverbraucherhilfe auch dann, wenn ein Händler seine Forderung an einen Dienstleister weitergibt. Ob ein konkretes Angebot unter die Kreditregeln fällt, hängt aber von dessen genauer Ausgestaltung ab.

Wer beim Bezahlvorgang abgelehnt wird, kann meist auf Lastschrift, Kreditkarte oder eine direkte Zahlung per PayPal ausweichen. Zudem kann es sinnvoll sein, eine Erklärung für die Ablehnung anzufordern und die verwendete Datenbasis zu prüfen, wie T-Online berichtet. Falsche oder veraltete Einträge bei Auskunfteien können die Bonität beeinträchtigen.


Mehr Rechte bei Problemen mit Raten

Neu ist auch ein 14-tägiges Widerrufsrecht für die zusätzlich erfassten Kreditformen. Kreditgeber müssen außerdem klarer über Kosten, Zinsen und Rückzahlung informieren. Wenn Verbraucher:innen in Zahlungsschwierigkeiten geraten, sollen Anbieter vor Zwangsmaßnahmen nach Lösungen suchen – etwa durch Stundungen oder angepasste Raten.

Auch beim Dispokredit steigen die Schutzvorgaben. Banken dürfen ihn künftig nicht mehr ohne Frist beenden. Vor einer Durchsetzung müssen sie nach Angaben der Bundesverbraucherhilfe eine Rückzahlung in zwölf gleichen Monatsraten anbieten.

Für Verbraucher:innen bleibt dennoch wichtig: Vor einem Ratenkauf sollten sie die Gesamtkosten prüfen und alle laufenden Zahlungsverpflichtungen im Blick behalten. Gerade mehrere kleine Raten können das monatliche Budget unbemerkt belasten.



Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Bundesverbraucherhilfe: "Ratenkauf und "Später bezahlen": Was ab 20. November 2026 neu gilt"

T-Online: "Das steckt hinter den neuen Regeln für Klarna, PayPal und Co."

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