Tödliche Viruskrankheit
Ebola-Epidemie im Kongo: Zahl der Infizierten steigt auf mehr als 10.000 – Ausbruch breitet sich aus
Veröffentlicht:
von Anne Funk:newstime
WHO: Ebola-Lage wird noch schlimmer (26. Mai)
Videoclip • 01:18 Min • Ab 12
Der aktuelle Ebola-Ausbruch wächst besonders schnell. In der Demokratischen Republik Kongo wurden inzwischen bereits mehr als 10.000 Infektionen mit dem gefährlichen Virus registriert.
Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo erreicht einen neuen Höchstwert: Die Zahl der gemeldeten Infektionen ist auf 10.060 gestiegen. 4.887 Menschen sind seit Bekanntwerden des Ausbruchs Mitte Mai an der Krankheit gestorben. Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC bezeichnet den aktuellen Ausbruch als den am schnellsten wachsenden Ebola-Ausbruch der Geschichte.
Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen und löst ein hochansteckendes Fieber mit Durchfall und Blutungen aus.
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Zahl der Ebola-Fälle könnte noch deutlich höher liegen
Der aktuelle Ausbruch wurde am 15. Mai 2026 offiziell bekanntgegeben und begann in der nordöstlichen Provinz Ituri, die an Uganda und den Südsudan grenzt. Es handelt sich um den 17. dokumentierten Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo.
Expert:innen gehen zudem davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Fälle noch deutlich höher liegt: Studien deuten darauf hin, dass der Ausbruch bereits im Februar begann, also Monate bevor er offiziell bekannt wurde.
Inzwischen hat sich der Ausbruch auf sieben Provinzen des zweitgrößten afrikanischen Landes ausgebreitet. Bereits im September war erstmals ein Fall in der Provinz Süd-Ubangi im Nordwesten des Landes nachgewiesen worden – weit entfernt vom ursprünglichen Ausbruchsgebiet im Osten des Landes.
Ebola-Fälle auch außerhalb des Kongo
Besonders schwierig ist die Lage, weil es sich bei dem aktuellen Ausbruch um den seltenen Bundibugyo-Typ des Ebolavirus handelt, für den es bislang weder einen speziellen Impfstoff noch eine spezifische Therapie gibt. Seit Juli laufen klinische Versuche zur Testung zweier antiviraler Therapieverfahren. In zwei weiteren Versuchsreihen wird untersucht, ob der Ebola-Impfstoff Ervebo – bisher zugelassen für den häufigeren Zaire-Typ – auch vor dem Bundibugyo-Erreger schützt.
Der Ausbruch bleibt nicht auf den Kongo beschränkt. Auch im ostafrikanischen Kenia und im westafrikanischen Nigeria sind inzwischen Ebola-Fälle der Bundibugyo-Variante bestätigt worden.
Bereits jetzt ist der aktuelle Ebola-Ausbruch der zweitgrößte in der Geschichte: Nur 2014 bis 2016 in Westafrika waren mit mehr als 28.500 Fällen und über 11.000 Toten die Dimensionen noch größer. Die WHO hatte bereits im August gewarnt, der aktuelle Ausbruch drohe, diesen bisherigen Rekord in den Schatten zu stellen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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