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"Ausnahmezustand" in Minneapolis: So blicken Hinterbliebene vor den US-Midterms auf Polizeigewalt

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von Christopher Schmitt

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Go West: Amerika vor der Wahl

Videoclip • 03:38 Min • Ab 12


Vor den Midterms geht unser :newstime-Reporter Axel Storm auf große USA-Reise. Von Ost nach West geht er der Frage nach: Was beschäftigt die Bürger:innen der Vereinigten Staaten?

Donald Trump steht nicht auf dem Wahlzettel, wenn die US-Amerikaner:innen bei den Midterms abstimmen. Doch nicht nur für das Land sind die Zwischenwahlen am Dienstag (3. November) richtungsweisend, auch für den US-Präsidenten. Falls die "blaue Welle" der Demokraten wirklich über den Republikaner hereinbricht, könnten die veränderten Mehrheiten im Kongress die MAGA-Politik Trumps ausbremsen. Ein Triumph der Republikaner würde seine Position hingegen stärken.

Kurz vor den richtungsweisenden Wahlen reist :newstime-Korrespondent Axel Storm Richtung Westen. Im Rahmen seiner Reihe "Go West" durchquert er die Vereinigten Staaten von Minnesota bis Oregon und fragt: Was bewegt Amerika kurz vor den Midterms?

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"Wir sind in einem Ausnahmezustand"

An insgesamt sechs Stationen sammelt Storm Stimmungsbilder ein und spricht mit den Menschen, die unmittelbar von den Wahlergebnissen betroffen sind. Unter anderem besucht er Minneapolis, wo nach wie vor nach den tödlichen ICE-Schüssen offene Wunden klaffen. Und alte wieder geöffnet wurden.

Dort trifft er auf Toshiro Garraway. Sie ist Teil einer Community aus Hinterbliebenen und Aktivist:innen, die Angehörige durch Polizeigewalt verloren haben. Die meisten Verstorbenen sind Schwarz.

"Es ist wichtig, dass wir zusammenkommen und über alle Fälle sprechen. Wenn wir sie einzeln ansprechen, wird der Ausnahmezustand nicht klar. Wir sind in einem Ausnahmezustand", erklärt Toshiro Garraway im Interview. Garraways Verlobter Justin Teigen starb mit 24 Jahren. Sie sagt, die Polizei habe ihn getötet. Von Seiten der Behörden spricht man von einem Tod auf der Flucht aus Unachtsamkeit. Sein Leichnam wird auf einem Recycling-Hof gefunden. Niemand wird angeklagt.

Garraway gedenkt ihres Verlobten auf dem sogenannten "Say their names"-Friedhof. Auf Teigens Grabstein ist eine erhobene schwarze Faust zu sehen. Ein Symbol, das auch die "Black Lives Matter"-Bewegung verwendet.

Auf dem "Say Their Names"-Friedhof steht auch der Grabstein von Toshiro Garraways Verlobtem.

Bild: Eine Frau trägt ein "Justice For Justin Teigen"-Shirt.


"Wir können nicht so weitermachen"

"Ich wusste tief im Herzen, dass die Geschichte, die sie uns erzählt haben, nicht stimmt", berichtet Garraway im Gespräch mit Axel Storm. Am deutlichsten sei dies gewesen, als sie die Leiche gesehen habe. "Es muss etwas Ungeheuerliches geschehen sein", ist sich die Hinterbliebene sicher.

Die Zustände führt sie auf Rassismus, Korruption sowie eine Zwei-Klassen-Gesellschaft in den USA zurück. Für die Midterms wünscht sie sich einen Wandel – weg von der Trump-Regierung und ihren ICE-Beamten, die sie "Prügelknaben" nennt. "Wir können nicht so weitermachen und den Leuten die Macht überlassen, die Menschen nicht als gleichwertig ansehen", so Garraway.

Go West: Die Stationen der :newstime-Reporterreise

  • Minneapolis: Nach den ICE-Einsätzen und dem Winter der Gewalt: Was bleibt von Angst und Wut?

  • South Dakota: Wie blicken indigene Amerikaner auf Trump und Washington?

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Vom 26. bis 31. Oktober berichtet Axel Storm in allen :newstime-Sendungen von seinem Roadtrip.

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