Bohr-Plan ohne Genehmigung
Trump-nahe Energie-Firma sorgt auf Grönland für dicke Luft
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Trump: US-Truppenabzug hängt an Grönland
Videoclip • 59 Sek • Ab 12
Ein texanisches Unternehmen, das US-Präsident Trump nahestehen soll, will in Ostgrönland nach Rohstoffen suchen – doch der Transport von Ausrüstung erfolgte laut Regierung ohne erneuerte Genehmigung.
Das Wichtigste in Kürze
Ein US-Unternehmen hat die grönländische Regierung auf den Plan gerufen.
Die Energie-Firma hat Ausrüstung für Bohrarbeiten auf die Arktis-Insel gebracht - ohne Genehmigung.
Besonders brisant: Das texanische Unternehmen wird mit Präsident Trump in Verbindung gebracht.
Ein texanisches Explorationsunternehmen hat wegen des Transports von Ausrüstung für geplante Bohrarbeiten auf Grönland den Unmut der dortigen Regierung auf sich gezogen. Die bisherige Genehmigung für den Transport sei ausgelaufen und bislang nicht erneuert, hieß es Ende Juli vom grönländischen Energieministerium. Mehrere Medien, darunter der britische "Guardian", legen eine Nähe des Unternehmens zum Umfeld von US-Präsident Donald Trump nahe, der immer wieder mit Verweis auf Sicherheitsinteressen umstrittene Ansprüche auf die Arktisinsel erhob.
Auch weil bereits eine Verlängerung der Genehmigung beantragt worden sei, sehe man davon ab, dass die Ausrüstung wieder innerhalb Grönlands entlang der Ostküste zurücktransportiert werden müsse, hieß es zwar vom grönländischen Ministerium weiter. Es sprach aber eine Verwarnung an den grönländischen Lizenzinhaber aus und machte klar, dass künftige logistische Maßnahmen vorher angemeldet und genehmigt werden müssen.
Auch in den News:
Energie-Unternehmen will auf Grönland bohren - und steht Trump nahe
Die grönländische Firma White Flame Energy A/S hat Explorationsrechte im Jameson-Land-Gebiet - Nunap Qeqqa - auf Ostgrönland, wo große Rohstoffvorkommen vermutet werden. Das Becken ist laut britischem Mutterkonzern 80 Mile PLC bislang nicht durch Bohrungen erschlossen. Das Unternehmen in London ist ein Joint Venture mit der noch jungen texanischen Firma Greenland Energy Company eingegangen.
Deren Chef und Großaktionär Larry Swets soll Zugang zum engsten Umfeld von Trump haben, wie die "Frankfurter Rundschau" (FR) unter Berufung auf den "Guardian" berichtet. Die Frau von Swets veröffentlichte demnach Anfang des Jahres Fotos aus Trumps Anwesen in Mar-a-Lago in Florida.
Genehmigung für Grönland-Bohrung offen
Das Unternehmen mit Sitz in Denver schreibt auf seiner Webseite, dass es perspektivisch nach zwei Bohrungen 70 Prozent der Anteile an dem Projekt bekommen werde. Es konzentriere sich auf die operative Vorbereitung für Bohrungen, Logistik und die übergeordnete Projektkoordination - die Briten hätten die Federführung bei dem Genehmigungsverfahren, hieß es vor Tagen in einer Mitteilung der Texaner an die Aktionär:innen. Für den Winter 2026/2027 ist demnach eine Explorationsbohrung anvisiert. Welche Genehmigungen bereits eingeholt sind und welche noch ausstehen, blieb unklar.
Trump erhebt Anspruch auf größte Insel der Welt
Grönland geriet in den vergangenen Monaten in die Schlagzeilen, weil Trump Ansprüche auf die größte Insel der Welt erhob und damit großen Protest auslöste. Grönland gehört zu Dänemark, hat aber eine Selbstverwaltung und politisch sehr viel Eigenständigkeit. Dänemark machte immer wieder klar, dass Grönland nicht zum Verkauf stehe. Grönland pocht auf die eigene Souveränität.
Trump hatte schon mehrmals offen gedroht, die Kontrolle der strategisch wichtigen Arktisinsel übernehmen zu wollen - und damit nicht nur den NATO-Partner Dänemark brüskiert, sondern auch Zweifel an der Geschlossenheit der Militärallianz geweckt. Seine Begründung: Das zu Dänemark gehörende Territorium sei sonst nicht vor Russland und China sicher - und damit auch nicht die USA. Es gehe um die Sicherheit der Vereinigten Staaten. Ende Dezember 2025 ernannte Trump den Gouverneur des südlichen Bundesstaates Louisiana, Jeff Landry, zum Sondergesandten für Grönland. Auch das löste Empörung aus.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
FR: "Ohne Genehmigung: Trump-nahes Ölunternehmen bringt Bohrgerät nach Grönland"
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

300-Millionen-Schiff reagiert nicht
Mark Zuckerberg: Ignorierte seine Luxusyacht diesen Notruf auf See?

Sommer
Bis zu 38 Grad: Neue Hitzewelle steht bevor

Hitzesommer mit Folgen
Dürre am Rhein: Warum die Schifffahrt zum Erliegen droht

Landtagswahl
Sachsen-Anhalt wählt: AfD weit vor CDU – macht Schulze oder Siegmund das Rennen?

Tierquälerei in Schleswig-Holstein
Flensburg: Bewährung nach grausamem Tod von Hund

"Fleischfressender Erreger"
Vibrionen in Italien nachgewiesen: Was Badegäste jetzt wissen müssen





