"Fleischfressender Erreger"

Vibrionen in Italien nachgewiesen: Was Badegäste jetzt wissen müssen

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von Max Strumberger

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Gefahr im Wasser: Wie kann ich mich vor Vibrionen schützen?

Videoclip • 01:17 Min • Ab 12


Italiens Küstengewässer werden wärmer – und damit für einen gefährlichen Erreger attraktiver. In der Meerenge von Messina wurde jetzt Vibrio vulnificus erneut nachgewiesen. Das muss man dazu wissen.

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Meerenge von Messina ist das "fleischfressende" Bakterium Vibrio vulnificus wieder aufgetaucht.

  • Die örtlichen Behörden zeigen sich aber nicht alarmiert.

  • Derzeit könne nicht von einem Ausbruch gesprochen werden.

In Süditalien wurde erneut das Bakterium Vibrio vulnificus nachgewiesen – genauer gesagt in der Meerenge zwischen Messina und Kalabrien. Einen akuten Ausbruch gibt es laut der Universität von Messina derzeit nicht. Doch steigende Meerestemperaturen schaffen zunehmend Bedingungen, unter denen sich Vibrionen in europäischen Küstengewässern leichter vermehren können. Erstmals wurden die Vibrionen 2005 in der Region entdeckt. Das Bakterium wird häufig als "fleischfressender Erreger" bezeichnet.

Über offene Wunden, Schürfungen oder frische Tätowierungen kann es beim Baden in warmem Brackwasser in den Körper gelangen. Auch rohe oder nicht ausreichend gegarte Meeresfrüchte wie Austern und Muscheln gelten als mögliche Infektionsquelle. In schweren Fällen verursacht Vibrio vulnificus eine nekrotisierende Fasziitis, bei der Haut und Gewebe absterben.


Mehrere Tote in den USA

Wie schnell sich das Risiko verschärfen kann, zeigen die Entwicklungen in den USA. In Louisiana starben in diesem Jahr bereits fünf Menschen, in Florida zwei weitere. Maryland meldete 29 bestätigte und 114 wahrscheinliche Infektionen. Nach Angaben des Infektiologen Matteo Bassetti verlaufen Infektionen zwar selten, sind dann aber besonders gefährlich. Als Risikogruppen gelten vor allem ältere Menschen sowie Personen mit Diabetes, Leber- oder Herzerkrankungen, Krebs oder einem geschwächten Immunsystem.

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Hitze begünstigt Vibrionen-Verbreitung

Auch Deutschland ist betroffen. Das Robert Koch-Institut registrierte 2026 bereits zwei Todesfälle nach Vibrionen-Infektionen. Bis Mitte Juli wurden zudem 17 Fälle gemeldet – deutlich früher und mehr als in manchen Vorjahren. Besonders die Ostsee gilt wegen ihres vergleichsweise niedrigen Salzgehalts als geeigneter Lebensraum. Auch an der Nordsee können sich die Bakterien ausbreiten, vor allem in flachen, sich schnell erwärmenden Küstenbereichen und in der Nähe von Flussmündungen.

Das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten warnt, dass längere Hitzeperioden die Vermehrung und Verbreitung der Bakterien begünstigen. Das ECDC stellt mit dem Vibrio Viewer ein Online-Instrument bereit, das die aktuellen Umweltbedingungen anzeigt. Badegäste mit offenen Wunden sollten warmes Küstenwasser meiden, Verletzungen nach dem Baden gründlich reinigen und abdecken. Bei starken Schmerzen, Hautveränderungen, Fieber, Schüttelfrost, Erbrechen oder Durchfall ist unverzüglich ärztliche Hilfe erforderlich. An bayerischen Süßwasserseen besteht für Vibrio vulnificus hingegen keine vergleichbare Gefahr, da der Erreger auf einen bestimmten Salzgehalt angewiesen ist.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Merkur

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