Bei NATO-Gipfel

Wegen Morddrohung: Trump wechselt mit Trick die Air Force One

Aktualisiert:

von Joachim Vonderthann

:newstime

Geheime Evakuierung von Donald Trump

Videoclip • 01:10 Min • Ab 12


Vor laufenden Kameras steigt Trump nach dem NATO-Gipfel in der Türkei in seine Air Force One. Doch wegen einer iranischen Morddrohung startet danach eine unglaubliche Geheimaktion.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wegen einer Drohung aus dem Iran griff das Weiße Haus nach dem NATO-Gipfel in der Türkei zu einer List.

  • US-Präsident Trump wechselt heimlich das Flugzeug.

  • Der Trick ließ auch Journalist:innen und enge Mitarbeiter:innen unwissend zurück.

Trump heimlich in anderes Flugzeug gebracht

US-Präsident Donald Trump ist einem Medienbericht zufolge im vergangenen Monat wegen einer iranischen Morddrohung mit einem geheimen Militärflug aus der Türkei ausgeflogen worden. Das Weiße Haus hatte zu diesem Zeitpunkt mitgeteilt, er befinde sich an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One, berichtete die Zeitung "Washington Post" am Montag. Die Täuschungsaktion sei durch eine glaubwürdige Bedrohung gegen Trump ausgelöst worden.

Trump habe nach dem NATO-Gipfel in Ankara im Juli vor laufenden Kameras die ältere Air Force One bestiegen, sei dann aber heimlich mit einem Catering-Fahrzeug zu einer kleineren Militärmaschine vom Typ C-32A gebracht worden. Auch die "New York Times" berichtete unter Berufung auf einen US-Beamten über das Täuschungsmanöver. Solche Catering-Lastwagen werden auf Flughäfen eigentlich zum Verladen von Mahlzeiten für die Passagiere genutzt.

Auch in den News:

Auch Journalist:innen und Mitarbeiter:innen dachten, Trump sei an Bord

Nach der Landung der Regierungsmaschine in Großbritannien wechselte der Tross des Präsidenten von der alten, hellblauen Boeing 747 in den neuen Jet, der Trump von Katar geschenkt worden war. Der Präsident stieg dort auch in die Maschine um. Die Öffentlichkeit sollte den Eindruck bekommen, dass er die ganze Reise in den Regierungsmaschinen zurückgelegt habe, berichtete die "Washington Post". In den USA stieg er dann vor laufenden Kameras aus.

Die Journalist:innen, die dachten, sie reisten mit Trump in der älteren Air Force One, wurden angewiesen, die Fensterläden in der Pressekabine geschlossen zu halten. Das Flugzeug diente als Ablenkungsmanöver. Auf die Frage von Reportern, warum die Fensterläden geschlossen bleiben müssten, sagte Trump später, sie befänden sich "wahrscheinlich auf einem gefährlichen Flug". Er fügte hinzu: "Aber wenn ich gehe, geht ihr auch. Richtig?" Die Maschine mit Trump an Bord landete dem Bericht zufolge wenige Minuten vor dem Flugzeug mit den Reporter:innen auf dem britischen Luftwaffenstützpunkt RAF Mildenhall.

Der Zeitung zufolge sollen selbst einige Mitarbeiter:innen des Weißen Hauses, die ebenfalls in der Türkei in den Regierungsjet gestiegen waren, nicht gewusst haben, dass Trump gar nicht an Bord war.

Trumps Abflug aus Ankara schon vorher in den Schlagzeilen

Das Weiße Haus erklärte in einer Stellungnahme, die der "Washington Post" vorlag, es gebe viele Feinde Amerikas, die den Präsidenten im Visier hätten. "Wir nutzen jedes uns zur Verfügung stehende Mittel, um diesen Bedrohungen zu begegnen", sagte Kommunikationsdirektor Steve Cheung. Eine ähnliche Operation hatte es dem Bericht zufolge im Jahr 2000 gegeben, als Präsident Bill Clinton für einen Flug nach Pakistan ein unmarkiertes Flugzeug nutzte, während die eigentliche Air Force One als Ablenkung vorausflog.

Der Abflug Trumps aus der Türkei war bereits zuvor in den Schlagzeilen gewesen. Er war mit dem neuen Regierungsflieger in die Türkei gereist. Dann wurde bekannt, dass der Präsident für die Rückreise die ältere Regierungsmaschine nutzen würde. Medienberichte legten nahe, dass das umstrittene Geschenk Katars bei einer beschleunigten Umrüstung durch das US-Militär nicht alle Sicherheitsvorkehrungen entsprechend der älteren Maschine erhalten hatte. Nach der Reise kündigte Trump eine Nachrüstung der neuen Maschine an, ohne dabei ins Detail zu gehen.



Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur Reuters

Nachrichtenagentur dpa

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