Streit um Dänen-Insel neu entfacht
Trump sagt Kontrolle über Grönland bis 2029 voraus
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Trump: US-Truppenabzug hängt an Grönland
Videoclip • 59 Sek • Ab 12
Donald Trump hat erneut Anspruch auf Grönland erhoben und vorhergesagt, dass die USA die Insel noch vor dem Ende seiner Amtszeit "operativ kontrollieren" würden. In Grönland, Dänemark und selbst bei Republikanern in den USA stößt das auf scharfen Widerstand.
Das Wichtigste in Kürze
Donald Trump hat vorhergesagt, dass die USA Grönland noch vor 2029 "operativ kontrollieren" werden.
Damit heizt der US-Präsident den Streit mit Grönland und Dänemark erneut an.
Auch in seiner eigenen republikanischen Partei stößt Trumps Anspruch auf die Arktis-Insel auf Widerstand.
Grönland bis 2029 unter US-Kontrolle?
US-Präsident Donald Trump hat die Debatte um Grönland neu angeheizt. In einem Telefoninterview mit dem Moderator Steve Gruber von Real America’s Voice sagte er voraus, dass die zu Dänemark gehörende Insel noch vor dem Ende seiner Amtszeit im Jahr 2029 unter die Kontrolle der USA fallen werde. Trump stellte Grönland dabei erneut als strategisch entscheidend für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten dar.
Gruber sagte in der Sendung laut "Frankfurter Rundschau" (FR), er habe die Vorhersage gemacht, dass Grönland noch während Trumps Amtszeit "unter unserer operativen Kontrolle" stehen werde. Trump antwortete darauf: "Sie wollen etwas sehr Wichtiges tun. Grönland ist aus unserer Sicht wichtig, nicht aus deren Sicht. Sie sollten diese Wette tatsächlich eingehen." Damit knüpfte er an frühere Aussagen an, in denen er Grönland als zentralen Baustein der amerikanischen Sicherheitsarchitektur beschrieben hatte.
Auch in den News:
Grönland hat für die USA große strategische Bedeutung
Die US-Regierung begründet ihr Drängen auf Grönland laut dem Bericht mit dem verschärften Wettbewerb mit Russland und China in der Arktis. Als größte Insel der Welt liegt Grönland auf einem wichtigen geografischen Korridor zwischen Nordamerika und Europa. Für militärische und zivile Luft- und Seeverbindungen gewinnt die Insel damit weiter an Bedeutung.
Hinzu kommt, dass die USA dort bereits militärisch präsent sind: über die Pituffik Space Base, die unter anderem für Raketenwarn- und Weltraumüberwachungsoperationen wichtig ist. Außerdem verfügt Grönland über Vorkommen an seltenen Erden und kritischen Mineralien, die für moderne Technologien und Verteidigungslieferketten eine wichtige Rolle spielen.
Klare Absage an Trump aus Grönland und Dänemark
in Grönland selbst stoßen Trumps Aussagen auf entschiedene Ablehnung. PolitikerInnen und viele Einwohner:innen verweisen auf das Recht der Insel auf Selbstbestimmung und sehen in den Forderungen aus Washington eine Missachtung der grönländischen Autonomie innerhalb des Königreichs Dänemark.
Der grönländische Einwohner Orla Joelsen schrieb laut FR auf X: "Das wird nicht passieren. Punkt. #StandwithGreenland." Grönlands Premierminister Jens-Frederik Nielsen hatte bereits im Januar erklärt, die Insel sei "nicht verkäuflich". Er betonte: "Grönland will nicht im Besitz der Vereinigten Staaten sein. Grönland will nicht von den Vereinigten Staaten regiert werden. Grönland will nicht Teil der Vereinigten Staaten sein."
Auch Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hatte sich bereits klar positioniert und Trumps Vorstoß zurückgewiesen. Sie sagte: "Es ist eine wohlbekannte Position der Vereinigten Staaten, dass sie Grönland besitzen und übernehmen wollen. Ich hoffe, dass es überall ebenso bekannt ist, dass dies nicht passieren wird."
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Selbst Republikaner warnen Trump
Widerstand kommt nicht nur aus Europa, sondern auch aus den USA. Selbst mehrere Republikaner kritisierten Trumps Grönland-Kurs ungewöhnlich scharf. Besonders deutlich äußerte sich der Abgeordnete Don Bacon aus Nebraska. Nachdem Trump seine Grönland-Ansprüche beim NATO-Gipfel im Juli wiederholt hatte, schrieb Bacon der FR zufolge: "Die törichten Äußerungen des Präsidenten über Grönland schaden uns in Europa immens." Er ergänzte: "Grönland und Dänemark sind NATO-Verbündete. Dänemark hat an unserer Seite in Afghanistan gekämpft. Trumps Drohungen haben das Vertrauen, das Europäer seit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in die USA hatten, massiv geschwächt. Hört auf mit dem Blödsinn."
Verwendete Quellen:
FR: "Wetten Sie darauf": Trump sagt voraus, dass die USA bis 2029 Grönland kontrollieren werden"
Nachrichtenagentur dpa
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