US-Präsident sieht "russische Bedrohung"

Trump weiter versessen auf Grönland: "Es wird erledigt werden!!!"

Veröffentlicht:

von Jana Wejkum

:newstime

Zollstreit wegen Grönland

Videoclip • 32 Sek • Ab 12


Kaufen, erobern, erpressen: Trump sind offenbar alle Mittel recht, um die arktische Insel zu bekommen. Das zeigt der US-Präsident mit angedrohten Strafzöllen – und auf Social Media.

Das Wichtigste in Kürze

  • Trump kündigt auf seiner Plattform Truth Social an, die Verteidigung Grönlands gegen die "russische Bedrohung" auf undefinierte Weise "erledigen" zu wollen.

  • Die arktische Insel ist seiner Ansicht nach unverzichtbar für die US-Sicherheitsstrategie, neben einem Kauf erwägte Trump deshalb auch militärische Optionen.

  • Der Widerstand europäischer NATO-Staaten erzürnt Trump, weshalb er mit Strafzöllen droht.

Dass Grönland unbedingt Teil der USA werden muss, daran sei Dänemark selbst schuld. So jedenfalls argumentiert US-Präsident Donald Trump am Montag (19. Januar) in einem Social-Media-Post.

Die NATO habe Dänemark 20 Jahre lang gewarnt, die "russische Bedrohung" aus Grönland zu beseitigen. "Leider" habe Dänemark dies nicht vermocht. "Jetzt ist es an der Zeit, und es wird erledigt werden!!!", beendete Trump seine Mitteilung auf Truth Social. Welche Schritte er damit konkret meint, bleibt offen.

Trump argumentiert mit Sicherheitsstrategie

Die autonome arktische Insel, die zum Staatsgebiet Dänemarks gehört, ist seit einigen Wochen verstärkt im Fokus des US-Präsidenten. Er betonte wiederholt, dass er sich mit nichts weniger als dem Besitz Grönlands zufrieden geben werde. In diesem Zusammenhang drohte Trump mit militärischer Gewalt und bot einen Kauf an. Die dänische und die grönländische Regierung gaben beide bekannt, dass die Insel nicht zum Verkauf stehe und auch nicht Teil der USA werden wolle.

Trump ignoriert dies bislang. Er argumentiert, dass die Präsenz Chinas und Russlands Grönland zum elementaren Teil der US-Sicherheitsstrategie mache. Aufgrund seiner Lage gilt Grönland als Tor zur Arktis, wo der Klimawandel und die damit zusammenhängende Eisschmelze den Weg freimachen für neue Seefahrtrouten und Rohstoffvorkommen.

Spott und Zolldrohungen

Dänemark und andere europäische Staaten betonen, dass Grönland bereits durch die NATO-Mitgliedschaft geschützt sei. Als Zeichen des Beistands sendeten mehrere Staaten Soldat:innen auf die Insel. Trump verspottete die Aktion zunächst: "Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Finnland sind nach Grönland gereist, für unbekannte Zwecke." Es sei ein "zweiter Hundeschlitten" zur Verteidigung hinzugekommen.

Am Samstag (17. Januar) drohte er acht europäischen NATO-Staaten, darunter auch Deutschland, mit Strafzöllen, sollten sie ihn weiter an der Übernahme Grönlands hindern. Die deutschen Bundeswehrsoldat:innen sind inzwischen wieder abgereist. Die EU hat angesichts der Drohung einen Sondergipfel gegen Ende der Woche einberufen. Es sind milliardenschwere Gegenmaßnahmen im Gespräch.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Nachrichtenagentur Reuters

@realDonladTrump on Truth Social

Mehr entdecken