Vorfall im Stadtrat
N‑Wort im Münchner Stadtrat: Oberbürgermeister Dieter Reiter entschuldigt sich
Veröffentlicht:
von Jacqueline Bittl:newstime
Studie zeigt: So verbreitet ist Rassismus (20. März 2025)
Videoclip • 01:36 Min • Ab 12
Oberbürgermeister Dieter Reiter verwendete das N‑Wort und reagiert mit einer Entschuldigung. Der Zeitpunkt ist politisch brisant.
Kurz vor der Kommunalwahl am 8. März hat Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) mit einer Wortwahl im Stadtrat eine Debatte ausgelöst. Reiter sagte während der Vollversammlung am Mittwoch (4. März) beim Blättern in seinen Unterlagen das sogenannte N‑Wort, sein Wortlaut war: "So, wo samma, sagen die ...". Die Szene ist auf der offiziellen Aufzeichnung der Sitzung zu sehen und zu hören.
Reiter erklärte danach in einem schriftlichen Statement, es habe sich um ein spontanes Zitat aus einem Stück des Kabarettisten Fredl Fesl gehandelt, das ihm in dem Moment "über die Lippen gekommen" sei.
Alfred Raimund "Fredl" Fesl (1947–2024) war ein niederbayerischer Musiker, Sänger und Kabarettist. Reiter habe keinesfalls die Absicht gehabt, Menschen zu verletzen oder abzuwerten. Sollten sich Personen durch seine Worte herabgesetzt gefühlt haben, bedauere er das ausdrücklich und bitte um Entschuldigung, ließ der Oberbürgermeister mitteilen.
Besonders sensibel ist der Vorfall vor dem Hintergrund eines Stadtratsbeschlusses aus dem Jahr 2022. Damals hat das Gremium die Verwendung des Begriffs ausdrücklich geächtet und als rassistisch eingeordnet. Reiter erklärte, ihm sei diese Haltung bewusst, und er schließe sich ihr uneingeschränkt an. Gerade in seiner Funktion als Oberbürgermeister trage er eine besondere Verantwortung für einen respektvollen, diskriminierungsfreien Umgang.
Der Zwischenfall zeigt, wie schnell einzelne Worte politische Wirkung entfalten können – vor allem in aufgeheizten Phasen wie dem Wahlkampf. Ob die Entschuldigung ausreicht, um die Diskussion zu befrieden, dürfte in München noch Thema bleiben.
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Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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