Kurz vor Davos-Treffen

Neue Schmeichel-SMS von NATO-Chef Rutte an Trump - US-Präsident veröffentlicht auch private Macron-Nachrichten

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von Joachim Vonderthann

US-Präsident Trump hat erneut private SMS von NATO-Generalsekretär Rutte veröffentlicht.

Bild: Erik Luntang/Nato/dpa


Private SMS unter Top-Politker:innen sind an und für sich nicht für die Öffentlichkeit gedacht. US-Präsident Trump bricht auch dieses Tabu und stellt NATO-Generalsekretär und Frankreichs Staatschef Macron bloß.

Das Wichtigste in Kürze

  • Donald Trump hat erneut private Nachrichten von NATO-Chef Rutte veröffentlicht.

  • Darin lobt Rutte den US-Präsidenten überschwänglich.

  • Auch sensible SMS von Frankreichs Präsident Macron postete Trump auf seinem Netwerk Truth Social.

Mark Rutte hat es wieder getan - und Donald Trump ebenfalls. NATO-Generalsekretär Rutte hat kurz vor einem Treffen mit US-Präsident Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos eine Schmeichel-SMS an diesen geschickt. Und Trump hat diese prompt auf seiner Plattform Truth Social veröffentlicht.

Rutte schrieb darin: ""Herr Präsident, lieber Donald – was Du in Syrien erreicht hast, ist unglaublich. Ich werde meine Medienauftritte in Davos nutzen, um Deine Arbeit dort, in Gaza und in der Ukraine hervorzuheben. Ich bin entschlossen, in der Grönland-Frage einen Weg nach vorn zu finden. Ich kann es kaum erwarten, dich zu sehen. Dein Mark." Eine Bündnissprecherin bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass die Nachricht authentisch ist.

Rutte schickt wieder Bauchpinsel-SMS an Trump

Der Fall erinnert an eine ähnliche Bauchpinsel-SMS von Rutte an Trump im Juni des vergangenen Jahres. Kurz vor Beginn des NATO-Gipfels in Den Haag hatte Rutte dem US-Präsidenten auch eine schmeichelnde Nachricht geschickt, die Trump seinerzeit ebenfalls öffentlich machte. Wörtlich schrieb Rutte damals "Es war nicht einfach, aber wir haben sie alle dazu gebracht, die 5-Prozent-Zusage zu unterzeichnen! Donald, Du hast uns zu einem wirklich, wirklich wichtigen Moment für Amerika, Europa und die Welt geführt. Du wirst etwas erreichen, was kein amerikanischer Präsident seit Jahrzehnten geschafft hat."

Rutte spielte damit auch darauf an, dass sich schon Trumps Vorgänger Barack Obama und Joe Biden dafür eingesetzt hatten, dass die Europäer einen deutlich höheren Teil ihres Bruttoinlandsprodukts in Verteidigung investieren, jedoch nur mit begrenztem Erfolg. Wörtlich fügte Rutte auch noch hinzu: "Europa wird kräftig zur Kasse gebeten werden - so wie es sein sollte - und es wird Dein Sieg sein."

Auch private Nachrichten von Macron veröffentlicht

Mit seiner aktuellen Veröffentlichung privater Nachrichten stellte Trump aber nicht nur Rutte bloß. Auch SMS von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wurden als Screenshots auf Truth Social gepostet. Deren Inhalt ist durchaus brisant. Denn Macron schlägt darin ein Treffen der großen westlichen Industrienationen in Paris nach dem Ende des Weltwirtschaftsforums in Davos an. Hinzustoßen sollen demnach nach seiner Ansicht auch Vertreter:innen der Ukraine, Dänemarks, Syriens - und  Russlands, das aktuell an solchen Treffen nicht teilnehmen darf.

Moskau war von 1998 Mitglied der Gruppe westlicher Industrienationen, die in der Zeit G8 hieß. Nach der Annexion der Krim im Jahr 2014 wurde das von Kreml-Machthaber Wladimir Putin regierte Russland ausgeschlossen und die Gruppe hieß wieder G7. Mit dabei sind neben den USA, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada sowie Japan und Deutschland.

"Ich verstehe nicht, was du bei Grönland anstellst"

Macron merkte in den privaten Textnachrichten an Trump weiter an, dass Frankreich und die Vereinigten Staaten "völlig im Einklang" mit Blick auf den weiteren Kurs in Syrien seien. Zudem könnten sie "großartige Dinge" im Iran erreichen. Der Élysée-Palast bestätigte der Deutschen Presse-Agentur auch hier die Echtheit der Nachrichten.

Macron beließ es aber nicht nur bei Lobhudelei. Zugleich monierte er in den veröffentlichten Nachrichten an Trump: "Ich verstehe nicht, was du bei Grönland anstellst." .Der US-Präsident will Dänemark dazu bringen, den USA die Arktisinsel zu verkaufen. Deutschland, Frankreich und weitere Staaten hatten daraufhin als Zeichen der Solidarität mit Dänemark Soldaten zu einer Erkundungsmission nach Grönland geschickt. Der Republikaner kündigte daraufhin an, ab dem 1. Februar Strafzölle auf Waren aus Deutschland und anderen europäischen NATO-Ländern zu verhängen. Damit will er den Widerstand gegen einen Verkauf Grönlands an die USA brechen.

Trump kommt am Mittwoch nach Davos

Trump wird am Mittwoch (21. Januar) im Schweizer Alpenort Davos erwartet, wo er am selben Tag eine Rede halten wird. Der US-Präsident hat mit Blick auf den Grönland-Konflikt auch ein Treffen der beteiligten Parteien in Davos angekündigt. Wer konkret an dem Treffen teilnehmen wird, ließ der Republikaner offen. Die Gespräche dürften am Rande des Weltwirtschaftsforums stattfinden.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Nachrichtenagentur Reuters

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