NATO-Schelte des US-Präsidenten

Nach Trump-Kritik: Pistorius verteidigt deutsche Bundeswehr

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von dpa

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) würdigt deutsche Soldat:innen im Afghanistan-Einsatz.

Bild: Kay Nietfeld/dpa


Als Reaktion auf herablassende Äußerungen von US-Präsident Trump über das deutsche Militär hat Verteidigungsminister Pistorius die Bundeswehr verteidigt. Er erinnerte insbesondere an die Opfer deutscher Soldat:innen, die in Afghanistan für die USA kämpften.

Das Wichtigste in Kürze

  • US-Päsident Trump hat sich abwertend gegenüber der Bundeswehr geäußert.

  • Verteidigungsminister Pistorius hat als Reaktion den Soldat:innen seine Wertschätzung ausgesprochen.

  • Er erinnerte insbesondere an den Terroranschlag von 2001, als deutsche Soldat:innen den USA zur Hilfe kamen.

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat die Bundeswehr gegen Unterstellungen von US-Präsident Donald Trump im Zusammenhang mit dem Afghanistan-Einsatz verteidigt. "Unsere Bundeswehr stand bereit, als unsere amerikanischen Verbündeten nach dem islamistischen Terroranschlag von 2001 um Unterstützung gebeten haben", sagte der SPD-Politiker der "Bild". "Für diesen Mut und den hochprofessionellen Einsatz ist Deutschland unserer Bundeswehr sehr dankbar."

Trump: USA hätten NATO nie gebraucht

Trump hatte im Sender Fox News erneut behauptet, dass die USA die NATO nie gebraucht hätten. Mehrere andere NATO-Staaten hätten zwar nach dem 11. September 2001 Truppen nach Afghanistan geschickt, diese seien jedoch "ein wenig" zurück geblieben, "etwas abseits der Frontlinien", sagte Trump.

Pistorius betonte hingegen, deutsche Soldat:innen seien 19 Jahre lang in Afghanistan im Einsatz gewesen. "Sie haben ihren Auftrag unter höchsten Gefahren für Leib und Leben und unter extremen Bedingungen erfüllt." Dafür habe Deutschland einen hohen Preis gezahlt: "59 Soldaten und drei Polizisten sind in Gefechten, durch Anschläge oder Unfälle ums Leben gekommen. Zahlreiche Verwundete leiden bis heute unter den Verletzungen aus dieser Zeit."

NATO aktivierte Beistandsklausel für USA

Der Verteidigungsminister versprach: "Wir werden den Einsatz und Mut unserer Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan in Ehren halten. Ganz egal, von wem das in Frage gestellt wird. Sie sind nie vergessen."

Nach den islamistischen Terroranschlägen am 11. September 2001 hatten die USA Artikel Fünf des NATO-Vertrags aktiviert, um Beistand ihrer Verbündeten zu bekommen. Dies führte dazu, dass Deutschland und andere NATO-Staaten wie Großbritannien sich am Krieg gegen die Taliban und die Terrororganisation Al-Kaida beteiligten. Es war das erste und einzige Mal in der NATO-Geschichte, dass ein solcher Bündnisfall ausgerufen wurde.

Wehrbeauftragter: Trumps Aussage unverständlich

Auch der Wehrbeauftragte Henning Otte (CDU) zeigte sich konsterniert. Er betonte, Deutschland habe gemeinsam mit vielen NATO-Verbündeten nach dem 11. September an der Seite der USA gestanden. Auch er erinnerte an Tote und Verwundete. "Diese Einsatzbereitschaft wurde von unseren amerikanischen Freunden stets anerkannt", sagte er "Bild". "Umso unverständlicher ist Präsident Trumps Aussage – ob aus politischem Kalkül oder aus Unkenntnis."

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