350 Forschungsarbeiten ausgewertet

Meta-Studie belegt: Weniger statt mehr Proteine für viele Menschen besser

Veröffentlicht:

von Michael Reimers

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High-Protein: Wenn Ernährung krank macht

Videoclip • 01:28 Min • Ab 12


Während selbst Pudding und Schokoriegel inzwischen mit Proteinen angereichert sind, analysiert eine neue Übersichtsstudie die Nachteile von zusätzlicher Eiweißzufuhr. Die meisten Menschen nehmen demnach zu viele Proteine zu sich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Proteine könnten sich einer neuen Metastudie zufolge auch auf die Lebendauer auswirken.

  • Demnach bringt der Konsum von weniger statt mehr Proteinen gesundheitliche Vorteile mit sich.

  • Das belegt eine Auswertung von 350 Forschungsarbeiten.

Der Protein-Hype ist den meisten Menschen nicht zu empfehlen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Meta-Studie, die in der Fachzeitschrift "Cell Press Blue" veröffentlicht wurde. Sie wertet 350 Forschungsarbeiten zu den gesundheitlichen Vor- und Nachteilen des vermehrten Konsums von Protein aus. Demnach kann der Konsum von weniger Proteinen gesundheitliche Vorteile mit sich bringen. In einigen Fällen lasse sich damit sogar die Lebensdauer verlängern.

"Es ist absolut klar, dass Protein Vorteile für das Muskelwachstum bei aktiven Menschen hat, und auch die körperliche Reaktion auf Training beeinflusst", sagt Wissenschaftler Dudley Lamming von der University of Wisconsin-Madison, der and er Studie beteiligt war . "Da die meisten Menschen jedoch relativ wenig Bewegung haben, nehmen viele wahrscheinlich mehr Protein zu sich, als sie tatsächlich benötigen."

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US-Behörde rät zu Verdopplung von Proteinmenge

Die Rolle von Proteinen für die menschliche Gesundheit kann "GEO" zufolge nicht isoliert betrachtet werden, sondern nur im Zusammenspiel mit der gesamten Ernährung und der Lebensführung. Wie es in dem Bericht heißt, kann eine kalorienreduzierte Ernährung grundsätzlich die Lebensdauer vieler Organismen verlängern und das Risiko altersbedingter Erkrankungen wie Krebs senken.

Mehrere aktuelle klinische Studien am Menschen beweisen laut "GEO", dass eine Reduktion der Proteinaufnahme das Gewicht und die Fettmasse senken kann. Hingegen zeigen andere Studien, dass eine proteinreichere Ernährung in Verbindung mit körperlicher Bewegung bei älteren Erwachsenen die Gewichtsabnahme fördern und den altersbedingten Muskelabbau verringern kann.

Wegen dieser Erkenntnisse aktualisierten die US-Behörden ihre Ernährungsrichtlinien in diesem Jahr, heißt es weiter, und raten zu einer Erhöhung der täglichen Proteinaufnahme auf 1,2 bis 1,6 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Das sei fast eine Verdopplung der bisherig emfpohlenen Menge. Europäische Behörden wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung haben dem Bericht zufolge jedoch ihre bisherigen niedrigeren Empfehlungen beibehalten.


Nur bei viel Bewegung mehr Protein gesundheitsfördernd

"GEO" zufolge analysierten Lamming und sein Forscherkollege Bailey Knopf Studien, die untersucht hatten, wie eine Reduzierung von Proteinen auf das absolute Minimum sich auf das Altern auswirkt. Sie fanden heraus, dass eine Eiweißbeschränkung den Alterungsprozess verlangsamt, da sich der Stoffwechsel verbessert, Zellschäden reduziert werden und eine gesunde Zellfunktion stabilisiert wird.

Lamming leitet aus seiner Analyse dem Bericht zufolge ab, dass für die meisten Erwachsenen mit sitzender Lebensweise proteinangereicherte Lebensmittel möglicherweise nicht die gesundheitlichen Vorteile böten, die sie erwarteten. "Aktuelle Empfehlungen haben die Menschen dazu ermutigt, mehr Protein zu sich zu nehmen, aber sie haben sie auch dazu ermutigt, sich mehr zu bewegen", sagt Lamming. "Wir müssen die Proteinempfehlungen wahrscheinlich individuell anpassen, und zwar nicht nur anhand des Alters, sondern auch danach, wie körperlich aktiv die Menschen sind." Wer ein bewegungsreiches Leben führe, für den hätten mehr Proteine auch gesundheitliche Vorteile.


Verwendete Quellen:

geo.de: "Ernährung: Wie weniger Proteine womöglich unser Leben verlängern könnten"

cell.com: "The hallmarks of protein and amino acid restriction in aging and longevity"

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