Behörden sind alarmiert
LIVE: Ermittlungen zur Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle – jetzt spricht Dobrindt
Aktualisiert:
von Christopher Schmitt:newstime
Drohnen-Alarm am Flughafen Leipzig
Videoclip • 02:59 Min • Ab 12
Ein politischer Hintergrund des Drohnen-Vorfalls am Airport Leipzig/Halle konnte bislang nicht ausgeschlossen werden. Jetzt sprechen Innenminister Dobrindt und die Behörden: Verfolge das Update hier live auf Joyn.
Das Wichtigste in Kürze
Nach dem Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle bricht Innenminister Dobrindt seinen Urlaub ab und reist nach Sachsen.
Am Airport hatte ein Mitarbeiter in der Nacht auf Mittwoch (5. August) eine Drohne mit Sprengvorrichtung entdeckt.
Aktuell ermitteln die Generalstaatsanwaltschaft Dresden sowie das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ9
Nach dem Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle hagelt es alarmierte Reaktionen. In der Nacht zum Mittwoch (5. August) entdeckte ein Mitarbeiter auf der südlichen Start- und Landebahn eine Drohne, die mit einer Sprengvorrichtung ausgestattet war. Spezialisten der Bundespolizei entfernten den Zünder der noch nicht identifizierten Sprengladung. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden und das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) haben die Ermittlungen übernommen – ein politischer Hintergrund wird nicht ausgeschlossen. Die explosive Drohne befand sich in unmittelbarer Nähe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow AN-124 Condor.
Ein vermutlich zweites unbekanntes Flugobjekt stieß mit einem Frachtflugzeug zusammen, das nach der Sperrung der Landebahn zum Durchstarten gezwungen war. Die Maschine konnte in Hannover landen, wo leichte Beschädigungen festgestellt wurden.
Die Lage ist ernst. Innenminister Alexander Dobrindt hat seinen Urlaub abgebrochen, um nach Leipzig zu reisen. Dort folgt eine Lagebesprechung mit Sachsens Innenminister Armin Schuster sowie Spitzen der Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern am Flughafen. Um 19:30 Uhr will Dobrindt gemeinsam mit Behördenvertreter:innen vor die Kameras treten.
Sieh dir HIER die Innenminister-PK im kostenlosen Livestream auf Joyn an:
Das ukrainische Luftfahrtunternehmen Antonow betreibt seit 2006 eine Wartungsbasis am Flughafen und hat nach Beginn des russischen Angriffskriegs seine gesamte Flotte von sechs Maschinen nach Leipzig verlegt. Derzeit entsteht dort ein neuer Wartungshangar, der Anfang 2027 fertiggestellt werden soll.
Auch in den News:
Sachsens Innenminister Schuster: "sehr ernster Sicherheitsvorfall"
Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) bezeichnete den Vorfall als "sehr ernsten Sicherheitsvorfall". Landes- und Bundessicherheitsbehörden ermitteln unter Hochdruck, darunter das Gemeinsame Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen und die Drohnenabwehr der Bundespolizei. Schuster steht in ständigem Austausch mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU).
Der Flugbetrieb wurde nach Entdeckung der Drohne komplett eingestellt. Nach umfangreichen Kontrollen konnte die nördliche Start- und Landebahn noch in der Nacht wieder freigegeben werden. Die Südpiste blieb aus Wartungsgründen am Mittwoch gesperrt. Für Passagiere bestand nach Angaben der Ermittler:innen keine Gefahr.
"Bedrohungslage in Deutschland hat neue Qualität"
Ob ein Zusammenhang zwischen dem zunächst gesichteten Flugobjekt und der am Boden gefundenen Drohne mit Sprengvorrichtung besteht, ist noch unklar. Der Leipziger Polizeisprecher Olaf Hoppe stellte klar, dass Unbefugte nicht einfach auf das Rollfeld gelangen können – das Objekt sei vermutlich aus der Luft auf den Boden gelangt.
Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) warnte: "Die Bedrohungslage in Deutschland hat eine neue Qualität erreicht. Eine mit einer Sprengvorrichtung bestückte Drohne macht unmissverständlich klar, dass unsere Sicherheit bedroht ist." Er forderte besseren Schutz der Infrastruktur und stärkere finanzielle Unterstützung durch Bund und Länder
Verband fordert Drohnenabwehrsysteme
Der Flughafen Leipzig war bereits im Juli 2024 Schauplatz eines versuchten Anschlags: Damals geriet ein Paket mit einem Brandsatz im DHL-Logistikzentrum in Brand – glücklicherweise noch am Boden und nicht während des Fluges. Das Bundesinnenministerium konnte zu einem möglichen Zusammenhang zwischen beiden Vorfällen keine Angaben machen.
Der Flughafenverband ADV drängte nach dem jüngsten Vorfall zum Handeln. Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel forderte: "Flughäfen sind sicherheitsrelevante Einrichtungen und bedürfen des bestmöglichen Schutzes. Drohnenabwehrsysteme müssen jetzt schnellstmöglich installiert und vollständig einsatzbereit gemacht werden." Aktuell warten die Flughäfen in Berlin, München, Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg, Leipzig/Halle und Köln/Bonn noch auf die vom Innenministerium zugesagte Ausstattung.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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