Bundeswehr
"Kostenfreier Fitnesstest": Wehrbeauftragter will Musterung zu positiver Erfahrung machen
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von dpaHenning Otte lässt sich von der Musterung in Schweden inspirieren. (Archivbild)
Bild: Michael Kappeler/dpa
Düstere Stimmung bei der Musterung? Der Wehrbeauftragte der Bundesregierung will stattdessen den Service-Aspekt des neuen Wehrdienstes betonen - und Verunsicherung "in Vertrauen und Verlässlichkeit" ummünzen.
In der Debatte um die Ausgestaltung des neuen Wehrdienstes hat sich der Wehrbeauftragte des Bundestages, Henning Otte, dafür ausgesprochen, die Musterung zu einer positiven Erfahrung zu machen. "In Schweden habe ich vor Ort gesehen, wie es gut gelingen kann. Dort werden junge Menschen in hellen, freundlichen Räumen von kompetenten Personalexperten auch zu einem persönlichen Beratungsgespräch willkommen geheißen", sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post".
Otte: Musterung als Service anbieten
"Auch in Deutschland sollte die Musterung als Service angeboten werden – quasi als kostenfreier staatlicher Fitnesstest." Die körperliche Untersuchung könne auch ein Beitrag zur öffentlichen Gesundheitsfürsorge sein. "Statt düstere Bilder von Zwang und Lotteriepech in Kreiswehrersatzämtern zu zeichnen, sollten wir die Chancen in den Blick nehmen", mahnte der Wehrbeauftragte.
Er forderte Union und SPD zu einer schnellen Einigung auf. "Als Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages ermutige ich die Regierungskoalition, jetzt schnell und gründlich ein verlässliches Modell zu finden. Die Erwartungshaltung in der Truppe und der gesamten Gesellschaft ist groß", sagte Otte. Verunsicherung müsse "umgemünzt werden in Vertrauen und Verlässlichkeit".
Klingbeil sieht Streit um Wehrdienst vor Einigung
Die Gespräche der Koalition über die strittigen Details des neuen Wehrdienstes sind nach jüngsten Angaben von Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) "auf einer Schlussgeraden bei einer Einigung". Er erwarte deswegen nicht, dass dies noch Thema beim Koalitionsausschuss am Donnerstagabend (13. November) sei, sagte er am Dienstag (11. November) der Deutschen Presse Agentur (dpa).
Das Gesetz über einen neuen Wehrdienst war nach langem Streit in der Koalition Mitte Oktober zunächst in der vom Kabinett beschlossenen Fassung in den Bundestag eingebracht worden. Inhaltlich ist dieser Entwurf zwischen Union und SPD aber umstritten und wird sich im parlamentarischen Verfahren noch ändern.
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