BIP in Gefahr?
Niedrigwasser am Rhein beunruhigt Wirtschaft – Firmen weichen auf Lkw und Bahn aus
Aktualisiert:
von Emre Bölükbasi:newstime
Rheinpegel auf bedenklichem Tiefstand (31. Juli)
Videoclip • 01:36 Min • Ab 12
Der Rhein führt historisch wenig Wasser – Frachter kommen kaum noch durch. Immer mehr Unternehmen verlagern deshalb ihre Transporte auf alternative Routen. Für die deutsche Wirtschaft könnte das dramatische Folgen haben.
Das Wichtigste in Kürze
Der Rhein sinkt auf historische Tiefstwerte.
Frachter kommen kaum noch durch, ganze Lieferketten geraten ins Wanken.
Erste Konzerne schlagen bereits Alarm und weichen auf Lkw und Bahn aus.
Der Rhein kämpft mit einem historischen Niedrigwasser. Wie das ZDF berichtete, sind am Pegel Kaub am Dienstagmorgen (4. August) nur noch 24 Zentimeter gemessen worden – ein neuer Tiefstwert, der den bisherigen Rekord aus dem Hitzesommer 2018 um einen weiteren Zentimeter unterschreitet.
Auch in Köln, Duisburg-Ruhrort und Düsseldorf hätten die Pegel laut Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes ähnlich niedrige Werte erreicht. Grund seien die extreme Hitze und die ausbleibenden Niederschläge, wegen denen die kritischen Marken in diesem Jahr laut Bundesanstalt für Gewässerkunde "ungewöhnlich früh" unterschritten wurden.
Dramatische wirtschaftliche Folgen befürchtet
Die Folgen für die deutsche Wirtschaft könnten Fachleuten zufolge gravierend ausfallen. Nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) droht durch das Niedrigwasser sogar ein Dämpfer für das gesamte Wirtschaftswachstum. IW-Ökonom Thilo Schäfer sagte der "Bild"-Zeitung, ein "längerer Ausfall der Schiffbarkeit auf dem Rhein könnte das ganz klitzekleine Pflänzchen Wachstum, das wir haben, komplett ersticken".
Das Institut rechnet damit, dass das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts wegen der Transportkrise um bis zu 0,4 Prozentpunkte niedriger ausfallen könnte als bislang angenommen.
Herausforderung für große Unternehmen
Nun zeigt sich auch, wie stark Unternehmen bereits umsteuern müssen. Wie NTV berichtet, verlagern immer mehr Firmen ihre Transporte von der Wasserstraße auf Schiene und Lkw. Der Kölner Chemiekonzern Lanxess erklärte dem Bericht zufolge, die Schiffslieferungen seien "stark eingeschränkt", weshalb man möglichst auf Bahn- und Straßentransporte umstelle – ein Expertenteam beobachte die Lage permanent.
Der Ludwigshafener Chemieriese BASF setze zusätzlich auf speziell konstruierte Niedrigwasser-Schiffe, um die Versorgung mit Rohstoffen zu sichern, räumte jedoch einzelne Lieferengpässe ein. Bei ThyssenKrupp Steel Europe wiederum sei die eigene Schubschifffahrt am Duisburger Werk bereits komplett eingestellt worden – man greife nun auf angemietete, tiefgangreduzierte externe Schiffe zurück.
Auch in den News:
Trotz der Anstrengungen bleibt die Lage angespannt. Weil kurzfristig kein nennenswerter Regen in Sicht ist, könnten die Pegel am Rhein nach aktuellen Prognosen in den kommenden Tagen weiter sinken. Auch an anderen großen Flüssen wie der Donau macht sich die Trockenheit zunehmend bemerkbar – die Sorge vor einem längeren Ausnahmezustand auf Deutschlands wichtigsten Wasserstraßen wächst.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
NTV: "Unternehmen verlagern Transporte auf Schiene und Lkw"
ZDFheute: "Niedrigwasser im Rhein: Pegel teils weiter auf Tiefststand"
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