Milliarden-Projekt

Baden-Württemberg: Ministerin rügt Bahn wegen Stuttgart 21

Veröffentlicht:

von Claudia Scheele

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Stuttgart-21-Verzögerung wegen Kabelpfusch

Videoclip • 01:28 Min • Ab 12


Die Verkehrsministerin von Baden-Württemberg kritisiert die Bahn für das Chaos bei Stuttgart 21 scharf. Die massiven Fehler beim Bau gleichen für sie dem Desaster um den BER.

Das Wichtigste in Kürze

  • Baden-Württembergs Verkehrsministerin Nicole Razavi kritisiert die Deutsche Bahn wegen massiver Baufehler bei Stuttgart 21 scharf.

  • Die CDU-Politikerin vergleicht das Bahnprojekt aufgrund der eklatanten Mängel mittlerweile mit dem Pannenflughafen BER.

  • Die Eröffnung des Tiefbahnhofs verschiebt sich voraussichtlich auf Ende 2031, während die Gesamtkosten auf 14,5 Milliarden Euro steigen.

Die baden-württembergische Verkehrsministerin Nicole Razavi (CDU) zeigt sich fassungslos über die erneuten Verzögerungen beim Großprojekt Stuttgart 21. Gegenüber dem "Südkurier" äußerte sie scharfe Kritik an der Deutschen Bahn und deren eklatanten Fehlern beim Bau des neuen Tiefbahnhofs in der Landeshauptstadt. Für die Bürger:innen bedeutet dies eine weitere lange Geduldsprobe.

"Ich hätte mir in meinen dunkelsten Träumen nicht vorstellen können, welche Fehler die Bahn bei der Umsetzung gemacht hat", erklärte die Politikerin dem "Südkurier". Dass beispielsweise wichtige Kabel falsch verlegt wurden oder man völlig blauäugig mit höheren Normen und Standards umgegangen sei, habe sich im Vorfeld überhaupt niemand vorstellen können.


Stuttgart 21 im Vergleich mit dem BER

Razavi, die erst seit wenigen Wochen im Amt ist, betonte die enorme Tragweite der baulichen Probleme. Für sie geht es bei dem Vorhaben mittlerweile auch "um die Ehre eines Industriestandorts". Zwar bleibe sie grundsätzlich eine Befürworterin des Projekts, werde dieses als Verkehrsministerin nun aber besonders kritisch begleiten und auf eine zügige Umsetzung pochen.

Die Schuld für die Misere sieht sie eindeutig nicht bei der Politik, da diese sich nicht um die handwerkliche Verlegung von Kabeln kümmere. "Der Grund für die neue, mindestens fünfjährige Verzögerung liegt aber bei der Bahn selbst", so Razavi. Sie sprach von einem echten Versagen und zog einen drastischen Vergleich: "Ich habe mich immer dagegen gewehrt, Stuttgart 21 mit dem BER zu vergleichen. Leider sind wir jetzt an diesem Punkt."

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Bahn kündigte weitere Verzögerungen an

Hintergrund der scharfen Worte sind neue Hiobsbotschaften der Bahn. Erst kürzlich hatten Bahnvertreter:innen in einer Sitzung des Verkehrsausschusses im Bundestag angekündigt, dass sich die Eröffnung von Stuttgart 21 um weitere fünf Jahre verschieben wird. Der Betrieb soll demzufolge nun erst Ende 2031 starten.

Zusätzlich zu der massiven zeitlichen Verzögerung steigen auch die finanziellen Aufwendungen für das Bauprojekt drastisch an. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur rechnet die Bahn mit Mehrkosten in Höhe von rund drei Milliarden Euro. Damit erhöhen sich die Gesamtkosten für den Tiefbahnhof auf etwa 14,5 Milliarden Euro.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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