Kultur

Theaterstück über Wal Timmy löst mit provokanten Szenen heftige Debatten aus

Veröffentlicht:

von Nadine von Parseval

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Drama um Ostsee-Wal "Timmy" kommt ins Theater

Videoclip • 01:15 Min • Ab 12


Das Ernst-Deutsch-Theater bringt die Geschichte des gestrandeten Buckelwals Timmy auf die Bühne – mit religiösen Symbolen, provokanten Bildern und schwarzem Humor. Während einige Zuschauer:innen lachen und applaudieren, zeigen sich andere tief betroffen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Theaterstück in Hamburg erinnert an den gestrandeten Wal Timmy.

  • Die Inszenierung sorgt für heftige Diskussionen.

  • Vor allem die Reaktionen des Publikums polarisieren.

Das Schicksal des Buckelwals Timmy bewegt nun auch die Theaterwelt. Im Hamburger Ernst-Deutsch-Theater feierte am Wochenende das Stück "Timmy – Die Hope stirbt zuletzt" Premiere. Die ungewöhnliche Inszenierung sorgt seitdem für kontroverse Diskussionen.

Die Darsteller Noah Amiri Tomiak (v.l.n.r.), Anna Maria Köllner und Anna Krestel stehen während der Aufführung des Theaterstücks um den gestrandeten Buckelwal Timmy.

Bild: Georg Wendt/dpa


Regisseur Alexander Klessinger erzählt die Geschichte des im Frühjahr gestrandeten Buckelwals mit zahlreichen religiösen Anspielungen. Bereits zu Beginn wird ein aufblasbarer Wal in einer feierlichen Prozession auf die Bühne getragen, begleitet von Orgelmusik und Weihrauch.

Im weiteren Verlauf wird Timmy mit Jesus Christus verglichen. Ein Priester spricht die Worte: "Der Wal sei mit Euch!" Gleichzeitig greifen einzelne Szenen auch drastische Bilder auf. So werden die Innereien des Wals symbolisch durch einen Fleischwolf gedreht.


Ereignisse rund um Timmy werden aufgegriffen

Das Stück erinnert an zahlreiche Momente, die während der Rettungsversuche bundesweit Aufmerksamkeit erregten. Dazu gehören unter anderem der virale KI-Song "Er hat sich das nicht ausgesucht" sowie Aussagen aus Fernsehinterviews, die auf der Bühne nachgesprochen oder musikalisch interpretiert werden.

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Publikum reagiert unterschiedlich

Während viele Besucher:innen über die satirischen Elemente lachen und applaudieren, empfinden andere die Reaktionen als unangemessen.

Nach der Aufführung sagten Gaby Hinck und André S.: "Wir sind geschockt vom Publikum. Als Mensch sollte man bei diesem Stück betroffen sein und nicht jubeln und klatschen. Wir lieben Theater, aber sind von dieser Reaktion des Publikums geschockt."


Mehr als nur die Geschichte eines Wals

Die Inszenierung will jedoch nicht nur an Timmy erinnern. Sie stellt auch die Frage, warum das Schicksal eines einzelnen Wildtiers so viele Menschen bewegt, während das Leid von Tieren in der Massentierhaltung oft deutlich weniger Aufmerksamkeit erhält. Im Anschluss an die Premiere diskutierten deshalb unter anderem Expert:innen aus dem Tierschutz mit dem Publikum über den Umgang mit Tieren und ethische Verantwortung.


Die tragische Geschichte von Timmy

Der Buckelwal Timmy hatte im Frühjahr bundesweit für Anteilnahme gesorgt. Anfang März wurde das Tier erstmals an der Ostseeküste gesichtet, nachdem es sich in Fischernetzen verfangen hatte. Am 23. März strandete der Wal auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand und wurde nach dem Ort "Timmy" getauft. Mehrere Rettungsversuche scheiterten zunächst, ehe engagierte Tierschützer:innen das Tier schließlich in die Nordsee brachten. Die Hoffnung auf sein Überleben währte jedoch nicht lange: Mitte Mai wurde vor der dänischen Insel Læsø ein toter Buckelwal gefunden, der anhand seiner charakteristischen Schwanzflosse eindeutig als Timmy identifiziert werden konnte.


Verwendete Quellen:

Bild: "Timmy wie Jesus ans Kreuz genagelt"

logo: "Die Geschichte von Wal Timmy"

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