Bahnprojekt
Neue Probleme: Stuttgart 21 wird frühestens 2031 fertig
Veröffentlicht:
von Max Strumberger:newstime
Stuttgart-21-Verzögerung wegen Kabelpfusch
Videoclip • 01:28 Min • Ab 12
Aus dem Prestigeprojekt wird immer mehr ein Dauerproblem: Stuttgart 21 soll nach neuen Berichten erst Ende 2031 vollständig starten. Das sind die Gründe für die erneute Verzögerung.
Das Wichtigste in Kürze
Stuttgart 21 kommt erneut später als geplant.
Nach übereinstimmenden Berichten soll der neue Tiefbahnhof erst im Dezember 2031 eröffnen.
Für die Deutsche Bahn wäre das die nächste schwere Verzögerung bei einem Projekt, das ursprünglich schon 2019 starten sollte.
Stuttgart 21 verzögert sich erneut deutlich: Der neue unterirdische Durchgangsbahnhof soll Medienberichten zufolge nun erst im Dezember 2031 in Betrieb gehen. Damit würde sich das Großprojekt noch einmal um mehrere Jahre nach hinten verschieben. Offiziell bestätigt hat die Deutsche Bahn den Termin bislang nicht. Sie verweist stattdessen auf den 26. Juni, wenn nach einer Sitzung des Lenkungskreises ein neues Inbetriebnahmekonzept vorgestellt werden soll.
Für das Projekt wäre das der nächste schwere Rückschlag in einer langen Reihe von Terminverschiebungen. Ursprünglich war die Eröffnung bereits für 2019 vorgesehen, später galt zunächst Ende 2025, dann 2026 als Zielmarke. Schon im vergangenen Jahr hatte Bahnchefin Evelyn Palla eingeräumt, dass dieser Zeitplan nicht mehr zu halten ist. Ein neues Datum nannte die Bahn damals zunächst nicht – nun verdichten sich die Hinweise auf eine Fertigstellung erst Ende 2031.
Neue Probleme verzögern Fertigstellung
Als Hauptursache gelten anhaltende Probleme bei der Digitalisierung des Bahnknotens Stuttgart. Im Zentrum steht die vollständige Ausrüstung mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS, das klassische Lichtsignale ersetzen soll. Genau diese Technik bereitet dem Vernehmen nach erhebliche Schwierigkeiten. Bereits zuvor hatte die Bahn Verzögerungen auch mit Problemen bei Projektpartnern erklärt; zugleich gab es aus Projektkreisen und der Politik Vorwürfe, an mehreren Stellen habe es an der nötigen Baufreiheit gefehlt.
Trotz der erneuten Verzögerung sollen Reisende schon vorher erste Verbesserungen spüren. Ab Ende 2027 könnten erste Bereiche des Bonatzbaus genutzt werden, wodurch sich die bislang langen Wege zu den Gleisen verkürzen würden. Ende 2028 soll dieser Teil vollständig in Betrieb gehen, die Flughafenanbindung ist nach den vorliegenden Berichten für Ende 2030 vorgesehen. Das eigentliche Herzstück des Projekts, der neue Tiefbahnhof, würde jedoch erst ein Jahr später folgen.
Baukosten haben sich fast verdreifacht
Mit der jahrelangen Verzögerung steigen auch die politischen und finanziellen Belastungen weiter. Wurden die Kosten 2009 noch auf rund 4,5 Milliarden Euro geschätzt, veranschlagt die Bahn das Projekt inzwischen mit etwa 11,3 Milliarden Euro. Die zusätzlichen Kosten muss sie nach einem Gerichtsurteil selbst tragen. Stuttgart 21 bleibt damit eines der umstrittensten Infrastrukturvorhaben Deutschlands – und ein Symbol dafür, wie schwierig Großprojekte werden, wenn Technik, Bauabläufe und Zeitplanung auseinanderlaufen.
Verwendete Quellen:
Spiegel online
Nachrichtenagentur dpa
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