Weitere Verzögerungen
Stuttgart 21 bleibt Problem-Projekt – weiter kein fixes Start-Datum
Aktualisiert:
von Michael ReimersStuttgart 21 bleibt weiter eine große Baustelle.
Bild: Bernd Weißbrod/dpa
Unendliche Geschichte in der baden-württembergischen Landeshauptstadt? Der Start von Stuttgart 21 lässt laut Berichten noch länger auf sich warten.
Das Wichtigste in Kürze
Das Bahnprojekt Stuttgart 21 könnte sich Medienberichten zufolge weiter verzögern.
Über einen Start im Jahr 2029 oder 2030 wird spekuliert, dpa-Informationen zufolge steht noch kein fixer Termin fest.
Erst im November war bekannt geworden, dass der Bahnhof nicht wie geplant bis Ende 2026 teileröffnet werden kann.
Dem Bahnprojekt Stuttgart 21 droht wohl eine weitere jahrelange Verzögerung. Weiterhin gibt es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) kein festes Eröffnungsdatum für den neuen Stuttgarter Bahnknoten.
Mehrere Medien bringen jedoch deutlich spätere Zeitpunkte ins Gespräch: Die "Stuttgartet Zeitung" schreibt, der Betrieb könne frühestens 2029 starten, während der SWR sich auf Projektinsider beruft, wonach die vollständige Inbetriebnahme sogar erst ab 2030 realistisch sei.
Die Deutsche Bahn selbst gibt sich zurückhaltend. Ein Bahnsprecher erklärte laut dpa, man äußere sich zu den "genannten Spekulationen" nicht. Unverändert gelte der Auftrag, bis spätestens Mitte 2026 ein neues Inbetriebnahmekonzept vorzulegen. Nach dpa-Informationen seien die in den Medien kursierenden Jahreszahlen zwar in Projektkreisen diskutiert worden, ein verbindlicher Termin für die Eröffnung einzelner oder aller Projektteile existiere bislang jedoch nicht.
Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) sagte, eine weitere Verschiebung sei bislang zwar nur aus Medienberichten bekannt und kein offiziell bestätigter Zeitplan der Deutschen Bahn. Seine Erfahrung aus vielen Jahren mit dem Projekt zeige jedoch: "Was vorab durchsickert, wird am Ende oft Realität." Auch dem Land lägen Hinweise vor, dass es bei der digitalen Schiene erhebliche Probleme gebe.
Teileröffnung musste abgesagt werden
Bereits im November war bekannt geworden, dass auch die geplante Teileröffnung des neuen Tiefbahnhofs Ende 2026 nicht zu halten sei. Bahnchefin Evelyn Palla habe damals Probleme bei der Digitalisierung des Bahnknotens als Hauptgrund genannt. Statt eines neuen Datums kündigte sie eine umfassende Projektüberprüfung an. Deren Ergebnis solle nun die Basis für das neue Inbetriebnahmekonzept bilden, das bis Mitte 2026 fertiggestellt werden soll.
Stuttgart 21 gilt seit Jahren als eines der umstrittensten Infrastrukturprojekte Deutschlands. Gebaut werde bereits seit 2010, der Starttermin ist immer wieder verschoben worden. Ursprünglich war bei der Finanzierungsvereinbarung 2009 eine Eröffnung im Jahr 2019 vorgesehen gewesen, zuletzt war Dezember 2026 als Ziel ausgegeben worden. Das Projekt umfasst weit mehr als den neuen Hauptbahnhof: Auch neue Strecken, Tunnel, Brücken sowie zusätzliche Bahnhöfe wie der Fernbahnhof am Flughafen gehören dazu.
Auch in den News:
Digitalisierung sorgt für Probleme
Besonders anspruchsvoll ist laut Bahn die vollständige Digitalisierung des Stuttgarter Bahnknotens. Als erster Knoten in Deutschland solle er ausschließlich mit dem digitalen Zugsicherungssystem ETCS betrieben werden – klassische Lichtsignale seien nicht mehr vorgesehen. Genau diese Umstellung gestalte sich jedoch komplizierter als geplant und habe maßgeblich zu den Verzögerungen beigetragen.
Parallel dazu sind auch die Kosten massiv gestiegen. Während der Finanzierungsvertrag von 2009 noch von rund 4,5 Milliarden Euro ausging, beziffere die Bahn die Gesamtkosten inzwischen auf etwa 11,3 Milliarden Euro. Die zusätzlichen Ausgaben müsse die Deutsche Bahn laut einem Gerichtsurteil alleine tragen. Ob und wann Stuttgart 21 tatsächlich ans Netz geht, bleibt damit weiter offen – und für viele Pendler:innen und Reisende eine Geduldsprobe.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen
Stuttgarter Zeitung: "Stuttgart 21 wird wohl frühestens 2029 fertig"
Nachrichtenagentur dpa
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