Atomdebatte
Spahn fordert Prüfung der Rückkehr deutscher Atomkraftwerke
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Energiekrise spaltet die Koalition
Videoclip • 02:48 Min • Ab 12
Die Union bringt die Debatte über eine mögliche Rückkehr zur Kernenergie wieder auf die politische Agenda, während der Atomausstieg offiziell weiter gilt.
Das Wichtigste in Kürze
Spahn will die Wiederinbetriebnahme stillgelegter Atomkraftwerke prüfen lassen.
Merz bezeichnet den Atomausstieg zwar als falsch, aber politisch nicht rückgängig zu machen.
Die Debatte über Kernenergie gewinnt in der Union erneut an Dynamik.
Unionsfraktionschef Jens Spahn zeigt sich offen für eine Diskussion zur Wiederinbetriebnahme deutscher Atomkraftwerke. Das solle man miteinander prüfen, sagte der CDU-Politiker in Berlin am Rande eines Forschungskongresses der Unionsfraktion vor Journalisten.
Er verwies auf Studien, wonach die stillgelegten Reaktoren der letzten Jahre "mit um die neun, zehn Milliarden Euro wieder ans Netz gehen könnten. Ich finde jedenfalls, diese Debatte müssen wir gesellschaftlich führen." In anderen Staaten würden 30 bis 50 Milliarden Euro investiert, um ein neues Kernkraftwerk zu bauen. "Wir könnten mit deutlich weniger, unsere gerade abgeschalteten Kernkraftwerke wieder ans Netz bringen. Eine Diskussion ist es in jedem Fall wert."
Merz: Beschluss zu Ausstieg irreversibel
Die Debatte über die Atomkraft hatte zuletzt wieder an Fahrt aufgenommen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte die Abkehr von der Technologie als strategischen Fehler bezeichnet. Bundeskanzler Friedrich Merz sagte, er teile von der Leyens Einschätzung, fügte aber hinzu, die Bundesregierungen zuvor hätten entschieden, aus der Kernenergie auszusteigen. "Der Beschluss ist irreversibel. Ich bedauere das, aber es ist so."
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Die AfD hatte dem widersprochen und einen Antrag in den Bundestag eingebracht zur Wiederinbetriebnahme von Reaktoren und dabei ähnlich argumentiert wie Spahn. Der für Atomkraft zuständige AfD-Abgeordnete Paul Schmidt, nach eigenen Angaben mehr als zwanzig Jahre Betriebsphysiker im Kernkraftwerk Philippsburg in Baden-Württemberg, hatte Angaben des Verbands der deutschen Kerntechnik als plausibel bezeichnet, wonach mehrere stillgelegte Kraftwerksblöcke innerhalb von drei Jahren mit jeweils ein bis drei Milliarden Euro wieder in Betrieb genommen werden könnten, weil dort bisher wenig Rückbau passiert sei. Er nannte Neckarwestheim II und Brokdorf.
Deutschland war vor drei Jahren aus der Atomenergie ausgestiegen. Die letzten drei Kernkraftwerke wurden Mitte April 2023 abgeschaltet.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur: dpa
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