Mit 1.800 Kampfpanzern
Polen rüstet auf und will stärkste Armee Europas haben
Aktualisiert:
von Max Strumberger:newstime
Russlands Kampfjets provozieren NATO
Videoclip • 01:42 Min • Ab 12
Polen rüstet seine Landstreitkräfte in Rekordtempo auf und plant bis zu 1.800 moderne Kampfpanzer. Damit hätten weltweit nur die USA und China mehr Kampfpanzer.
Das Wichtigste in Kürze
Aus Sorge vor Russland plant die Regierung von Donald Tusk die modernste Landarmee Europas.
Vor allem die Panzertruppe wird mit Leopard, Abrams und K2PL massiv ausgebaut.
Ein "Polen zuerst"-Kurs soll das Land zur militärischen Schlüsselmacht machen.
Angesichts der militärischen Bedrohung durch Russland rüstet Polen massiv auf. Die Regierung von Ministerpräsident Donald Tusk erklärte das Jahr 2026 zum "Jahr der polnischen Beschleunigung" und kündigte an, die "stärkste Armee Europas" aufzubauen. Die Armee soll modernisiert und die Rüstungsindustrie ausgebaut werden.
Kern des Plans ist eine umfassende Erneuerung der Landstreitkräfte. Polen ersetzt schrittweise ältere Panzer durch hochmoderne Modelle und setzt dabei auf eine Mischung aus deutschen Leopard-2A4, amerikanischen Abrams M1A2 SEPv3 und südkoreanischen K2. Mit derzeit rund 900 Kampfpanzern liegt das Land mengenmäßig zwar noch hinter Türkei und Griechenland, Expert:innen betonen jedoch, dass die reine Zahl der Fahrzeuge immer weniger über die tatsächliche Kampfkraft aussagt.
Nur USA und China hätten dann mehr Kampfpanzer
Entscheidend sei, wie leistungsfähig die Panzer im Gefecht sind – und hier verschiebt sich das Machtgefüge, so Militärexpert:innen. Durch die Modernisierung könnte Polen zu einer der kampfstärksten Panzerarmeen Europas aufsteigen. Geplant ist der zusätzliche Kauf von rund 1.000 Kampfpanzern des Typs K2 in einer eigens angepassten Version namens K2PL, die zum Herzstück der polnischen Pläne werden soll.
Die K2PL-Variante soll mit verbessertem Panzerstahl, einem aktiven Schutzsystem gegen Raketen, Panzerabwehrgranaten und Drohnen sowie einem ferngesteuerten Waffenmodul ausgestattet werden. Ein Rundumsicht-System soll die Lageerkennung der Besatzung verbessern und schnellere Reaktionen im Gefecht ermöglichen. Gelingt die Umsetzung der Pläne, könnte Polen in einigen Jahren über bis zu 1.800 Kampfpanzer verfügen – mehr moderne Systeme hätten dann weltweit nur noch die USA und China.
Auch in den News:
"Polen zuerst" bei öffentlichen Ausschreibungen
Parallel zur militärischen Aufrüstung kündigte Tusk an, wichtige Industrien, darunter den Verteidigungssektor, zu "repolonisieren" und mit einer "Polen zuerst"-Regel im öffentlichen Beschaffungswesen heimische Unternehmen zu bevorzugen. Große Infrastrukturprojekte sollen die wirtschaftliche und strategische Position des Landes zusätzlich stärken.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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