Umbenennungen

In Donald Trumps Namen: Flughafen nach "Naturgewalt" benannt – Rückschlag am Kennedy-Center

Aktualisiert:

von Christopher Schmitt

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Flughafen in Florida nach Trump benannt (10. Juli)

Videoclip • 33 Sek • Ab 12


Wo Donald Trump drin ist, soll "Donald Trump" draufstehen. Der US-Präsident liebt es, Institutionen und Projekte nach sich selbst zu benennen. Eine Übersicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Inland wie im Ausland: Zahlreiche Institutionen und Projekte tragen den Namen des US-Präsidenten Donald Trump – nun offiziell auch ein Flughafen.

  • Viele Umbenennungen hat Trump selbst vorgenommen, andere sollen die Politik des Republikaners würdigen.

  • Friedensinstitute und sogar eine Pizzeria in Jerusalem: Wo überall der Name "Donald Trump" prangt – und wo bereits nicht mehr.

Der Vorname Donald ist die anglisierte Version des keltischen Namens Domhnall und heißt so viel wie: "der Weltherrscher" – keine Pointe. Im Weißen Haus sitzt mit Donald Trump ein US-Präsident mit imperialen Ambitionen, der es liebt, wenn genau dieser Name an Institutionen und Projekten prangt.

In dieser Liste befindet sich mittlerweile auch ein Flughafen: Der Airport in Palm Beach trägt mittlerweile den Namen "President Donald J. Trump International Airport". Mitte Juli postete Meg Weinberger, die in Florida für das Repräsentantenhaus kandidiert, auf X eine regelrechte Huldigung ihres Idols – die Trump nun repostete.

Der US-Präsident sei demnach nicht nur eine Führungsperson, sondern "eine Naturgewalt, die Amerika verändert hat, das korrupte Establishment zerschmettert, endlose Hexenjagden, Impeachments, Rechtsstreitigkeiten und eine Attentäterkugel überlebt" habe. Trump habe nicht weniger als das größte politische Comeback der Geschichte hingelegt. Kein Wunder, dass dem mächtigsten Mann des Landes diese Lobhudelei gefällt.

Dabei ist das Prozedere für den Republikaner nichts Neues. Bereits zahlreiche Gebäude, Einrichtungen und Konzepte tragen seinen Namen – oder werden dies nach Fertigstellung tun. Trump hat zahlreiche Dinge nach sich selbst benannt, ohne Rücksicht auf Tradition oder das Vermächtnis anderer. Teils wurde er jedoch auch im Ausland gewürdigt.

Hier kommen die wichtigsten sowie skurrilsten Institutionen, Gebäude und Internet-Projekte, die nach Donald J. Trump benannt waren oder sind.

Landen am "Donald Trump Airport"

Es ist offiziell: In Florida wurde der Palm Beach International Airport nach Präsident Donald Trump benannt. Ron DeSantis, der Gouverneur des US-Bundesstaats, hatte vor Monaten ein entsprechendes Gesetz unterzeichnet. Nun trägt der Flughafen den vollständigen Namen "President Donald J. Trump International Airport". Der Airport befindet sich unweit des Anwesens des Republikaners in Mar-a-Lago. Auch Trump selbst nutzt ihn regelmäßig, um schnell zu seinem Sitz zu gelangen.

Kritik kam von den Demokraten: Angesichts steigender Lebenshaltungskosten sollten der Opposition zufolge die Kosten von rund fünf Millionen Dollar – es wurden auch technische Anpassungen nötig – angesichts steigender Lebenshaltungskosten anderweitig verwendet werden.

Auch in den News:

Trump-Kennedy-Center? Trumps Name entfernt

Das Kennedy Center in Washington D. C. zählt zu den renommiertesten Kulturhäusern der Vereinigten Staaten, lange war es ausschließlich nach dem ermordeten Präsidenten John F. Kennedy benannt. Dann musste sich "JFK" den Namen teilen – mit dem amtierenden Amtsinhaber. Konzerte, Theaterstücke, Musicals und andere Events fanden offiziell im "The Trump Kennedy Center" statt.

Doch dann klagte eine demokratische Abgeordnete – und auf richterliche Anweisung wurde Trumps Name gestrichen. Er steht nicht mehr an der Fassade des Kulturhauses und sei auch von der Website sowie sämtlichen offiziellen Dokumenten entfernt worden.

Die offizielle Website fand sich übrigens stets unter der Domain "kennedycenter.org". Denn der "South Park"-Autor Toby Morton sicherte sich die Domain "trumpkennedycenter.org" – und veröffentlichte dort Trump-Bilder mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.

Der US-Präsident wollte das Kulturzentrum vorübergehend schließen und umbauen. Laut eigener Aussage, sei dies der schnellste Weg, um auf das "höchste Niveau an Erfolg, Schönheit und Pracht zu bringen". Auch dieses Vorhaben ist abgeblasen.

Kurz nach Trumps Wiedereinzug ins Weiße Haus wurden mehrere Mitglieder des Kuratoriums entlassen. Der US-Präsident übernahm selbst den Vorsitz und machte den früheren US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, zum Präsidenten. Viele Zuschauer:innen verzichteten nach Trumps Macht-Demonstrationen allerdings auf Besuche, auch Künstler:innen sagen Auftritte ab. Sie sehen die Werte des Kennedy-Centers beschädigt.

"Glückwunsch, Welt": DJT-Friedensinstitut

Den Friedensnobelpreis hat Trump nicht erhalten, auch wenn er seiner Meinung nach bereits diverse Kriege beendet haben will. Er inszeniert sich einfach gerne als Friedensfürst. Passenderweise hat der Republikaner das US-Institute of Peace nach sich selbst benannt. Seit Dezember 2025 heißt die gemeinnützige Denkfabrik aus Washington offiziell "Donald J. Trump Institute of Peace". Laut US-Außenministerium gehe es darum, "den größten Dealmaker in der Geschichte unseres Landes" zu ehren.

Trumps Sprecherin Anna Kelly hielt sich bei der Verkündung nicht mit Lob zurück: "Jetzt wird das Donald J. Trump Institute of Peace, das ebenso schön wie treffend nach einem Präsidenten benannt ist, der acht Kriege in weniger als einem Jahr beendet hat, als eindrucksvolle Erinnerung daran dienen, was eine starke Führung für die globale Stabilität leisten kann." Es folgte eine Gratulation: "Herzlichen Glückwunsch, Welt!"


TRIPP: Handelsstraße für Frieden im Kaukasus

Um Frieden geht es auch bei dieser Namensgebung – zumindest vordergründig. Seit Jahrzehnten sind die südkaukasischen Republiken Armenien und Aserbaidschan verfeindet. Dieser Konflikt zählt zu jenen, die Trump angeblich gelöst haben will.

Abgekühlt ist das Verhältnis immerhin, und im August 2025 lud Trump Armeniens Premierminister Nikol Paschinjan und Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev ins Weiße Haus ein. Sie unterzeichneten ein Abkommen über den Bau einer neuen Handelsstraße, der "Trump Route for International Peace and Prosperity" (TRIPP). Von dieser Handelsroute profitieren sollen natürlich auch die USA.

"TrumpRx": Günstige Medikamente?

Anfang Februar verkündete der US-Präsident den Start eines nach ihm benannten Internetportals. Unter der Domain "TrumpRx.gov" sollen Amerikaner:innen günstiger an Medikamente gelangen. Die Arzneien werden auf der Regierungswebsite nicht direkt verkauft.

Stattdessen zeigt "TrumpRX" – sofern sich das Medikament in der entsprechenden Liste finden lässt – das angebliche Sparpotenzial auf. Nutzer:innen, die den angezeigten Preis zahlen wollen, können einen Coupon herunterladen und selbigen in Apotheken einlösen.

Kommt die Donald Trump Station in Jerusalem?

Während Trumps erster Amtszeit schlug diese Nachricht hohe Wellen: Der damalige Verkehrsminister Israels – und heutige Verteidigungsminister –, Israel Katz, erklärte, einen damals geplanten Bahnhof in Jerusalem nach Donald Trump zu benennen.

Es ging um eine Station auf der High-Speed-Strecke Tel Aviv - Jerusalem, im Herzen der für drei Weltreligionen heiligen Stadt. Nahe der Klagemauer sollte der Bahnhof entstehen. Mit dem Schritt wollte Katz Trumps Anerkennung von Jerusalem als Israels Hauptstadt und die Verlegung der US-Botschaft würdigen.

Inzwischen ist es allerdings ruhig um die Pläne geworden. Laut "The Times of Israel" sind zwar weiterhin neue Bahnhöfe in der Jerusalemer Innenstadt geplant, allerdings keiner in unmittelbarer Nähe zur Altstadt und von einer "Donald Trump Station" ist demnach auch in offiziellen Plänen nichts mehr zu lesen.

Pizza Trump: "Make Pizza great again"

Diese Umbenennung dürfte dem US-Präsidenten besonders gut schmecken – sofern er überhaupt davon weiß. Wie die "Times of Israel" berichtet, gibt es im Westen Jerusalems, in der ultra-orthodoxen Nachbarschaft Geula, eine Pizzeria "Pizza Trump". Dabei hieß das Restaurant über drei Jahrzehnte lang "Klinton Pizza". Benannt war sie – mit falscher Schreibweise – nach dem ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton, der Israel in den 90er-Jahren mehrfach besuchte.

Der neue Besitzer berichtete, er war sich lange unsicher, wie er das Restaurant nennen sollte. Von amerikanischen orthodoxen Studenten soll die Idee für den neuen Namen stammen. Der neue Slogan: "Make Pizza great again".

Symbolische Straßen-Umbennenung im Iran

"Es ist Zeit, nach einer neuen Führung im Iran zu suchen", sagte Trump im Zuge der blutig niedergeschlagenen Proteste gegen das Mullah-Regime im Januar. Der US-Präsident hatte wiederholt mit militärischen Maßnahmen gedroht, falls der Iran nicht auf seine Forderungen eingehe. Dann begann der gemeinsame Krieg der USA und Israels gegen den Iran, aktuell stehen mögliche Verhandlungen im Raum.

Für viele Iraner:innen war respektive ist Donald Trump mit seiner vermeintlich deutlichen Haltung gegen das Regime der Islamischen Republik ein Hoffnungsträger. Und das spiegelte sich zeitweise auch im Stadtbild von Teheran: Protestierende benannten eine Straße der Hauptstadt symbolisch nach dem US-Präsidenten, indem sie das Straßenschild entsprechend überklebten.

Trumps Hotel-Imperium

Präsident war Trump über zwei Amtszeiten hinweg etwa fünf Jahre, Geschäftsmann ist er schon sein ganzes Leben lang – auch im Hotel-Business. Die offizielle Website der Trump Hotels führt aktuell acht Unterkünfte: Neben dem berühmten Trump-Tower in New York City können Gäste in den USA in Las Vegas, Miami, Chicago und einem Wein-Ressort in Virginia in Trump-Hotels unterkommen. Einchecken können Reisende auch in zwei schottischen sowie einem irischen Trump-Hotel. Letztere wenden sich vor allem an Golf-Liebhaber:innen.

Bald soll auch das höchste Gebäude Australiens Trumps Namen tragen. Direkt am Pazifik-Strand von Surfers Paradise soll ein Trump-Tower entstehen. Wie die Entwicklerfirma Altus Property Group im Februar mitteilte, wurde der Vertrag für das Prestige-Projekt an der Goldküste bereits unterzeichnet.

"Trump" prangt an Straßen in den USA – und in Ottawa

Im sonnigen Florida führt der "President Donald J. Trump Blvd" direkt am ebenfalls nach ihm benannten Flughafen (siehe oben) vorbei. Auf der anderen Seite der Straße liegt übrigens der "Trump International Golf Club West Palm Beach".

Grundsätzlich finden sich nach Trump benannte Straßen überall in den USA, auch international gab es mehrere Umbenennungen. Trotz der ständigen Drohungen des US-Präsidenten gegen den Nachbarn Kanada gibt es auch in Ottawa, der Hauptstadt des nördlichen Nachbarn eine Trump Avenue.

Schlappe bei Bahnhof und Flughafen

Doch nicht immer läuft es so, wie Donald Trump sich das vorstellt. Im Februar berichteten US-Medien, darunter CNN und NBC, Trump habe die Freigabe von eingefrorenen Infrastrukturgeldern an die Bedingung geknüpft, ein wichtiger Bahnhof in New York sowie ein Flughafen in Washington sollten seinen Namen tragen. Ohne Erfolg: Sein Angebot wurde demnach vom demokratischen Minderheitsführer im Senat, Chuck Schume, zurückgewiesen.


Verwendete Quellen

tagesschau: "Trumps Name ist weg"

tagesschau: "Nötige Renovierung oder Trump-Angriff auf die Kultur?"

Handelsblatt: "Trump gibt US-Friedensinstitut seinen eigenen Namen"

ntv: "Trump startet Regierungsportal für günstigere Medikamente"

Times of Israel: "Authorities fast track plans to extend Tel Aviv-Jerusalem train into capital’s center"

Times of Israel: "Jerusalem pizzeria once hot for Clinton rebrands itself for Trump"

t-online: "Geheimbunker unter dem Ostflügel: Was plant Trump?"

Bild: "Trump will gigantischen Triumphbogen in Washington"

Nachrichtenagentur dpa

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