"Komforteinbuße"
Dortmund spart bei neuen Straßenbahnen an der Klimaanlage
Veröffentlicht:
von Max Strumberger:newstime
So arbeitet die Polizei in Deutschland
Videoclip • 01:46 Min • Ab 12
Während draußen die Temperaturen steigen, wird jede Fahrt in der Dortmunder Stadtbahn zur Belastungsprobe. Denn ausgerechnet die neuen Wagen kommen ohne Klimaanlage aus. Das sind die Gründe dafür.
Das Wichtigste in Kürze
In Dortmund rollen moderne Stadtbahnen durch die Stadt – aber ohne Klimaanlage.
Die Entscheidung spart Millionen und Energie.
Aber sie sorgt bei Fahrgästen und in der Politik für wachsenden Ärger.
In Dortmund sorgt eine Entscheidung der Stadtwerke (DSW21) inmitten der Sommerhitze für heftige Diskussionen: Die neuen Stadtbahnen fahren ohne Klimaanlage. Während Fahrgäste bei Temperaturen um die 30 Grad über stickige Luft und überfüllte Wagen klagen, verteidigt DSW21 den Verzicht mit einem Mix aus Kosten-, Energie- und Klimaschutzargumenten.
Nach Angaben des Unternehmens hätte der Einbau von Klimaanlagen die Anschaffung der neuen Bahnen um rund 70 Millionen Euro verteuert. Dieses Geld sei stattdessen in zusätzliche Fahrzeuge investiert worden. Zudem wollten die Stadtwerke den Stromverbrauch begrenzen: Klimaanlagen würden demnach jährlich etwa sieben Millionen Kilowattstunden benötigen – so viel wie mehr als 2.000 durchschnittliche Haushalte verbrauchen.
DSW21 räumt "Komforteinbuße" ein
DSW21 räumt die "Komforteinbuße" offen ein, verweist aber auf technische und praktische Grenzen. Eine Klimaanlage könne die Temperatur in der Bahn ohnehin nur um etwa drei Grad unter die Außentemperatur senken, so Betriebsleiter Ralf Habbes. Außerdem seien viele Fahrgäste nur wenige Minuten oder wenige Haltestellen unterwegs. Aus Sicht des Unternehmens überwiegen deshalb Wirtschaftlichkeit und Energieeffizienz.
Auch in den News:
Fehlende Kühlung für viele eine große Belastung
Für viele Fahrgäste ist diese Rechnung dennoch schwer nachvollziehbar. Sie berichten von einer regelrechten Hitzewand, wenn sie aus kühlen unterirdischen Haltestellen in die Bahnen steigen. Besonders Familien und Pendler:innen empfinden die fehlende Kühlung als Belastung. Manche sprechen von einer enttäuschenden Entscheidung, andere fragen sich inzwischen, ob Fahrten mit Kindern bei großer Hitze überhaupt noch zumutbar sind.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
WDR
"Bild.de"
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Ex-Weltverbandschef
Sepp Blatters Vorschlag für Infantinos FIFA-Nachfolge: "Zeit für eine Frau"

Extremwetter
Hitzewelle in Italien: Alarmstufe Rot in allen Großstädten

Vulkan-Unruhe
Neapel: Warum die Phlegräischen Felder jetzt Sorgen machen

Badeunfall
Eugenia Roccellas Mann tot geborgen – Italiens Ministerin trauert

Gesundheitssystem
Beitragserhöhung ab August: Diese Krankenkasse wird teurer

Nationaltorhüter
Baumann spricht über Nagelsmann-Degradierung



