Schwarz-Rot ohne Mehrheit
AfD zieht erstmals im "Politbarometer" an Union vorbei
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Umfrage: AfD mit Abstand stärkste Partei
Videoclip • 01:19 Min • Ab 12
Der erhoffte Schub durch die angekündigten Reformvorhaben für die schwarz-rote Regierung bleibt aus. Im "Politbarometer" wird die Union sogar das erste Mal von der AfD überholt.
Das Wichtigste in Kürze
CDU und CSU landen auch beim ZDF-"Politbarometer" erstmals hinter der AfD.
Zugleich rutscht die Zufriedenheit mit der schwarz-roten Koalition auf ein Rekordtief.
Für Kanzler Merz sieht es bei der Beliebtheitsskala besonders bitter aus.
AfD überholt Union auch im ZDF-"Politbarometer"
Die jüngsten Reformvorhaben der Bundesregierung machen sich in den Meinungsumfragen noch nicht bemerkbar. Im Gegenteil: Die AfD ist nun auch im ZDF-"Politbarometer" erstmals stärkste Kraft. Zudem sinkt die Zufriedenheit mit der Regierung von Kanzler Friedrich Merz (CDU) auf ein neues Rekordminus.
Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU laut Forschungsgruppe Wahlen nur noch auf 25 Prozent (minus 1 Prozentpunkt im Vergleich zu Ende März). Die AfD läge unverändert bei 26 Prozent. Die SPD würde nur noch zwölf Prozent (minus 1) erreichen und damit auf ihren Tiefstwert in dieser Umfrage fallen. Damit hätte Schwarz-Rot keine parlamentarische Mehrheit mehr.
Die Grünen könnten mit 14 Prozent (minus 1) rechnen, die Linke würde auf 11 Prozent (plus 1) zulegen. Die FDP, die in den letzten Monaten mangels ausreichender Nennungen nicht einzeln ausgewiesen wurde, käme auf drei Prozent. Für die repräsentative Umfrage wurden vom 14. bis 16. April 1.355 Wahlberechtigte befragt.
Auch andere Institute sehen AfD vorn
Die Forschungsgruppe Wahlen ist nicht das erste Institut, das die AfD vor der Union sieht. Auch in aktuellen Umfragen von YouGov, Insa und Forsa ist die Partei stärkste Kraft, bei Insa und Forsa liegt sie jedoch eher knapp vorn. Am stärksten ist der Vorsprung vor der Union bei YouGov: Bei der Sonntagsfrage kommt die AfD hier auf 27 Prozent (plus 1 Prozentpunkt im Vergleich zum Vormonat), während die CDU/CSU um drei Prozentpunkte auf 23 Prozent abrutscht.
Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf etwaige Wahlausgänge.
Unzufriedenheit mit Schwarz-Rot so hoch wie noch nie
Parallel dazu sinkt die Zufriedenheit mit Bundesregierung und Bundeskanzler im ZDF-"Politbarometer" auf ein Rekordtief. Nach 34 Prozent Ende März zeigen sich jetzt nur noch 27 Prozent der Befragten insgesamt zufrieden mit der Arbeit der Regierung. 63 Prozent stellen ihr ein schlechtes Zeugnis aus. Nur noch 18 Prozent halten die Kooperation innerhalb der Koalition für gut, 73 Prozent nehmen sie dagegen als schlecht wahr.
Auch die Unzufriedenheit mit der Arbeit von Bundeskanzler Merz hat weiter zugenommen. 65 Prozent bescheinigen ihm schlechte Arbeit (Ende März: 57), nur 30 Prozent gute Arbeit (März: 38), darunter mehrheitlich nur die Anhängerschaft der CDU/CSU. Ebenfalls viel Kritik gibt es an Finanzminister Lars Klingbeil (SPD), dessen Leistung 29 Prozent als gut und 58 Prozent als schlecht beurteilen, sowie an Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), die nur für 19 Prozent einen guten Job macht (schlecht: 64 Prozent).
Auch in den News:
Merz rauscht in Beliebtheitsskala auf Rekordtief
In der Beliebtheitsskala des "Politbarometers" gibt es nur drei Politiker:innen, die es in den Plusbereich schaffen: Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) liegt weiter auf dem ersten Platz. Er wird auf der Skala von +5 bis -5 laut ZDF mit einem Durchschnittswert von 1,7 bewertet. Es folgen mit großem Abstand der designierte baden-württembergische Ministerpräsident Cem Özdemir mit 0,9 und Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) mit 0,3.
Danach beginnt schon der Minusbereich: SPD--Chef Klingbeil kommt auf minus 0,4, die SPD-Co-Vorsitzende Bärbel Bas auf minus 0,6. Linken-Fraktionschefin erreicht Heidi Reichinnek minus 0,8, CSU-Chef Markus Söder minus 0,9. Kanzler Merz trifft es besonders hart: Er rutscht von Platz fünf auf Platz acht mit seiner bisher schlechtesten Bewertung von minus 1,1. Danach kommt Wirtschaftsministerin Reiche mit minus 1,6. Ganz am Ende der Beliebtheitsskala verharrt AfD-Chefin Alice Weidel mit minus 2,4..
Verwendete Quellen:
ZDF: "Sonntagsfrage: AfD erstmals vor Union"
Nachrichtenagentur dpa
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