Queere Community
CSD in Eberswalde: Erhöhter Polizeischutz wegen rechtem Gegenprotest
Veröffentlicht:
von Fabia Söllner:newstime
Klöckner: Keine CSD-Flagge am Bundestag
Videoclip • 01:26 Min • Ab 12
Der Christopher Street Day in Eberswalde unter dem Motto "Viele Farben und Wir" musste unter Polizeischutz stattfinden. Eine rechtsextreme Gruppierung hat eine Gegendemo ins Leben gerufen.
Das Wichtigste in Kürze
In Eberswalde wurde der Christopher Street Day unter dem Motto "Viele Farben und Wir" gefeiert.
Eine rechtsextreme Gruppierung führte eine Gegendemo durch.
Die Polizei sorgte für erhöhte Sicherheitsmaßnahmen.
Mindestens 1.000 Menschen haben beim Christopher Street Day in Eberswalde für Toleranz und Vielfalt geworben - begleitet von einer Gegendemo aus der rechtsextremen Szene. Unter dem Motto "Viele Farben - ein Wir" zog der CSD vom Bahnhof zum Zentrum der Stadt nordöstlich von Berlin unter erhöhtem Polizeischutz.
"Der Aufzug durch die Stadt verlief friedlich", sagte ein Polizeisprecher. Die Veranstalter sprachen von 1.000 bis 1.500 Besucherinnen und Besuchern des Christopher Street Days, die Polizei ging von rund 1.000 aus. An dem Protestzug nahmen etwa 50 Teilnehmer teil.
Rechtsextreme Jugendgruppierung demonstriert
Die Gruppierung "Deutsche Patrioten voran" hatte die Gegenversammlung laut Polizei angemeldet. Der Verfassungsschutz Brandenburg rechnet sie in seinem jüngsten Bericht zu den gewaltorientierten subkulturellen Neonationalsozialisten, die in sozialen Medien aktiv ist und junge Mitglieder gewinnen will. Zwischen beiden Demos sorgte die Polizei für Abstand.
"Wir stehen für Zusammenhalt innerhalb der Community", sagte Maximilian Armonies von den Organisatoren des CSD Eberswalde. "Wir stehen für Vielfalt, Akzeptanz und Toleranz." Brandenburgs SPD-Generalsekretär Kurt Fischer schrieb bei Instagram: "Seid gemeinsam laut für Vielfalt, Akzeptanz und Solidarität."
Bevor sich der CSD in Bewegung setzte, gab es nach Polizeiangaben einen kleineren Vorfall. Als ein Teilnehmer der Gegendemonstration Fotos machte, habe dies ein CSD-Teilnehmer abgelehnt. Er soll dem Besucher der Gegenversammlung auf den Arm gehauen haben.
Auch in den News:
Erhöhter Polizeischutz aufgrund vorheriger Vorfälle
Der CSD soll an die Rechte queerer Menschen erinnern. Als queer bezeichnen sich nicht-heterosexuelle Menschen beziehungsweise Menschen, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen gesellschaftlichen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren.
Bundesweit kommt es immer wieder zu Gegendemonstrationen aus der rechten Szene gegen Christopher Street Days. Ende Mai wandten sich Demonstranten gegen den CSD in Frankfurt (Oder). Nach Angaben von Innenminister Jan Redmann (CDU) verhinderte die Polizei dort Gewaltstraftaten, es gab Ermittlungen wegen verfassungswidriger Symbole.
Eine Gruppe teils vermummter Männer hatte im Juni 2025 eine Kundgebung des Bündnisses "Bad Freienwalde ist bunt" in der nahen Kleinstadt attackiert. Parteien und Initiativen sprachen von einem rechtsextremistischen Angriff. Daraufhin stand der CSD in Eberswalde wenige Tage danach unter verstärktem Polizeischutz.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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