Werbung oder Abomodell
WhatsApp bittet zur Kasse: So teuer wird der Messenger in Zukunft
Veröffentlicht:
von Jana Wejkum:newstime
WhatsApp kostenpflichtig: Alternativen (18. Juni 2025)
Videoclip • 01:29 Min • Ab 12
Jahrelang war der Messengerdienst komplett kostenlos. Das will Meta mit einem neuen Update ändern. Die wichtigsten Infos kurz für dich zusammengefasst.
Das Wichtigste in Kürze
WhatsApp erfordert in Zukunft im Gegenzug für Werbefreiheit ein kostenpflichtiges monatliches Abo.
Der Preis wurde noch nicht offiziell bestätigt, wird aber in einer Beta-Version mit vier Euro angegeben.
WhatsApp gibt an, dass die Werbung private Chats nicht betreffen wird.
Seit knapp fünfzehn Jahren – also fast so lange, wie es Smartphones gibt – steht der Messengerdienst Whatsapp für kostenlose, werbefreie Kommunikation. Rund zwei Milliarden Menschen weltweit nutzen die App zum chatten und telefonieren.
Doch am 16. Juni 2025 kündigte der Mutterkonzern Meta an, dass es bald personalisierte Werbung und bestimmte kostenpflichtige Inhalte geben soll. Ein Beta-Update zeigt jetzt erstmals, wie genau das aussehen könnte.
Muss ich bald bezahlen, um WhatsApp nutzen zu können?
Nein, du kannst WhatsApp immer noch kostenlos nutzen. Neu ist, dass dir in Zukunft Werbung im Tab "Aktuelles" angezeigt wird. Nach einer bestimmten Anzahl an Statusbeiträgen erscheint dann Werbung oder ein gesponserter Beitrag. Wenn du das nicht möchtest, musst du künftig ein kostenpflichtiges Abo für Werbefreiheit abschließen.
Wie viel kostet das Werbefrei-Abo für WhatsApp?
Wie das Portal "WABetaInfo" berichtet, sind im Zuge eines Beta-Updates für Android Informationen dazu aufgetaucht, wie viel das Abo monatlich kosten könnte. Der Preis ist mit vier Euro monatlich angegeben. Ob das stimmt, ist unklar: Meta hat dazu noch keine öffentlichen Angaben gemacht.
Ab wann gibt es Werbung bei WhatsApp?
Dazu gibt es noch keine Informationen. Das Beta-Update legt nahe, dass gerade an der Funktion gearbeitet wird. Ein offizielles Statement des Konzerns steht noch aus.
Betrifft die Werbung meine persönlichen WhatsApp-Chats?
WhatsApp hat betont, dass die Werbung nur die Statusbeiträge betrifft. Persönliche Chats bleiben werbefrei. Die Werbung ist mit dem Standort, den Spracheinstellungen und den Interaktionen im Status-Tab personalisiert. Weil die Chats weiterhin Ende-zu-Ende verschlüsselt sind, beteuert Meta, dass diese Daten weiterhin vertraulich bleiben.
Warum führt WhatsApp das Abomodell ein?
Das Schweizer Nachrichtenportal "blue News" interpretiert die Neuerung als Reaktion Metas auf die strengen EU-Datenschutzrichtlinien. Genau wie bei Facebook und Instagram bekommen Nutzer:innen die Wahl, ob sie mit Geld oder persönlichen Daten zahlen möchten.
Der Meta-Konzern müsse zudem Investitionen, etwa in Künstliche Intelligenz (KI), refinanzieren. In den USA werden Werbeeinblendungen seit letztem Jahr bereits getestet. Es se ein Wendepunkt in der Geschichte von WhatsApp. Privatsphäre und Werbefreiheit würden immer mehr zum Luxus für diejenigen, die sich Bezahlmodelle leisten könnten.
Auch in den News:
Welche Alternativen zu WhatsApp gibt es?
WhatsApp ist in Deutschland der mit Abstand am häufigsten genutzte Messenger-Dienst. Alternativen locken mit kostenlosen Leistungen oder dem Versprechen von besserem Datenschutz.
Der Messengerdienst Telegram ist zwar kostenlos, steht aber aufgrund seiner leicht zugänglichen extremistischen, verschwörungstheoretischen und kriminellen Inhalte in der Kritik. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung muss dort manuell aktiviert werden.
Signal gilt als einer der sichersten Messengerdienste. Auch die Betreiber in den USA haben keinen Zugriff auf die Nutzerdaten. Signal ist kostenlos.
Threema aus der Schweiz funktioniert ganz ohne Angabe von Telefonnummer oder Mailadresse. Die App ist kostenpflichtig.
Den japanischen Dienst Viber mit Sitz in Luxemburg gibt es als kostenlose und kostenpflichtige Version. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gilt nur für Einzel- und Gruppenchats.
Verwendete Quellen:
WABetaInfo: "WhatsApp beta for Android 2.26.3.9: what's new?"
blue News: "So viel wird dich WhatsApp in Zukunft kosten"
Meta-Pressemitteilung: "Helping You Find More Channels and Businesses on WhatsApp"
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