Ermittlungen laufen auf Hochtouren
Eine Million Euro Belohnung für Hinweise zum Strom-Anschlag in Berlin ausgesetzt
Veröffentlicht:
von Benedikt RammerIm Südosten Berlins war der Strom wegen eines Anschlags tagelang ausgefallen. (Symbolbild)
Bild: Christoph Soeder/dpa
Nach einem Anschlag auf die Stromversorgung in Berlin setzt der Bund eine Million Euro Belohnung für Hinweise aus. Die mysteriöse "Vulkangruppe" steht im Fokus der Ermittlungen – ihre Geschichte reicht bis ins Jahr 2011 zurück.
Das Wichtigste in Kürze
Der Bund hat eine Belohnung von einer Million Euro für Hinweise zur Aufklärung des Stromnetz-Anschlags von Berlin ausgelobt.
Die mysteriöse "Vulkangruppe" wird verdächtigt, seit 2011 zahlreiche Brandanschläge verübt zu haben.
Ermittlungen konzentrieren sich auf mögliche terroristische Strukturen und Zersplitterungen innerhalb der Gruppe.
Die deutsche Bundesregierung hat eine außergewöhnlich hohe Belohnung von einer Million Euro für Hinweise auf die Verantwortlichen des jüngsten Anschlags auf die Stromversorgung im Berliner Südwesten ausgelobt. Dies bestätigte Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) am Montag (26. Januar) im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Die Bundesanwaltschaft schweigt bisher zu diesem Vorgang, doch Spranger sprach laut "rbb24" von einem "einmaligen Vorgang" und betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt (BKA) und dem Generalbundesanwalt, um den Fall als einen Akt von Terrorismus aufzuklären.
Der Anschlag ereignete sich Anfang Januar und hatte verheerende Folgen: Durch den Brand einer Kabelbrücke waren etwa 45.000 Haushalte sowie 2.200 Gewerbeeinheiten tagelang ohne Strom. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte zuvor öffentlich für eine hohe finanzielle Belohnung geworben, um Hinweise zu erhalten, die zur Aufklärung des Falles beitragen können.
Die "Vulkangruppe": Anschläge seit über einem Jahrzehnt
Ein Bekennerschreiben deutet darauf hin, dass die sogenannte "Vulkangruppe" hinter dem Anschlag stecken könnte. Seit 2011 verüben diese Gruppen immer wieder gezielte Brandanschläge in Berlin und Brandenburg, so der Verfassungsschutz. Ihre Ziele sind zumeist Kabelschächte an Bahntrassen, Funkmasten oder Datenleitungen, aber auch Firmenfahrzeuge und Einrichtungen wie die Tesla-Fabrik in Grünheide. In der Vergangenheit bekannten sich Mitglieder der Gruppe zu mehreren Anschlägen, darunter ein Brandanschlag auf die Stromversorgung des Autobauers Tesla im Jahr 2021 sowie die Zerstörung eines Hochspannungsmastes im Jahr 2024.
Die "Vulkangruppe" scheint sich gegen den "grünen Kapitalismus" und technologische Entwicklungen zu richten. Ihre Aktionen führten oft zu großflächigen Stromausfällen und erheblichen wirtschaftlichen Schäden.
Die Ermittlungen werden jedoch durch interne Konflikte innerhalb der "Vulkangruppe" erschwert. Nach dem jüngsten Anschlag tauchte ein Schreiben einer anderen Gruppierung auf, die sich von den aktuellen Vorfällen distanzierte. "Wir waren die Vulkangruppe 2011", heißt es in dem Schreiben. Weiter wird erklärt: "Die Texte und Aktionen der letzten Jahre stammen nicht von uns. Sie widersprechen dem, wofür wir standen und warum wir überhaupt gehandelt haben."
Die Spaltung innerhalb dieser Gruppierungen wirft Fragen auf, ob tatsächlich dieselben Personen hinter allen Anschlägen stehen oder ob verschiedene Gruppen unabhängig voneinander agieren und lediglich den gleichen Namen verwenden.
Schwere Vorwürfe und laufende Ermittlungen
Der Generalbundesanwalt ermittelt derzeit gegen die mutmaßliche Gruppierung wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie Straftaten wie verfassungsfeindlicher Sabotage, Brandstiftung und der Störung öffentlicher Betriebe. Die Ermittlungsbehörden setzen dabei auf die ausgelobte Belohnung von einer Million Euro, um entscheidende Hinweise aus der Bevölkerung zu erhalten.
Ob die "Vulkangruppe" für weitere Anschläge verantwortlich gemacht werden kann und wie tief ihre Strukturen reichen, bleibt unklar. Sicher ist jedoch: Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
Verwendete Quellen:
rbb24: "Spranger: Bund setzt Millionen-Belohnung für Aufklärung von Brandanschlag aus"
Nachrichtenagentur dpa
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