Ab 13 Uhr
Strom im Berliner Südwesten fließt wieder – jetzt spricht Wegner
Aktualisiert:
von dpa:newstime
Brandanschlag: Bundesanwalt übernimmt
Videoclip • 34 Sek • Ab 12
Tausende Menschen in Berlin dürfen nach vier Tagen ohne Strom wieder aufatmen. Unterdessen widerspricht die tatverdächtige linksextremistische Vulkangruppe Spekulationen um ausländische Sabotage.
Das Wichtigste in Kürze
Ab Mittwochvormittag (7. Januar) werden die restlichen vom Stromausfall betroffenen Berliner Haushalte nach und nach wieder mit Strom versorgt.
Der Blackout gilt als der längste in der Nachkriegsgeschichte Berlins; 100.000 Menschen mussten bis zu vier Tage lang ohne Strom auskommen.
Spekulationen um eine mögliche russische Sabotageaktion wies die tatverdächtige Vulkangruppe zurück – das Bekennerschreiben gilt als authentisch.
Der Strom fließt wieder: Vier Tage nach dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz werden ab Mittwochvormittag (7. Januar) alle betroffenen Haushalte wieder an die Stromversorgung angeschlossen. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hatte zuvor angekündigt: "Wir fahren heute ab 11 Uhr das Stromnetz in den betroffenen Gebieten schrittweise wieder hoch." Das hatte auch ein Sprecher der landeseigenen Netzgesellschaft Stromnetz Berlin bestätigt.
Der Bürgermeister lobte den schnellen Fortschritt der Reparaturarbeiten. "Möglich wurde das auch, weil wir die Großschadenslage ausgerufen und damit die notwendigen Kräfte und Abläufe gebündelt haben", so Wegner. "Es war richtig, parallel an zwei Standorten zu arbeiten – so konnten die Reparaturen schließlich am Anschlagsort erfolgreich abgeschlossen werden." Ursprünglich war befürchtet worden, dass der Stromausfall aufgrund der komplexen Reparaturarbeiten noch bis Donnerstag (8. Januar) anhalten könnte.
Bürger:innen sind dazu aufgerufen, private Notstromaggregate abzuschalten und Elektrogeräte vom Netz zu nehmen. Während der Wiederanschaltungen sind kurze Stromunterbrechungen möglich.
Großschadenslage mit 100.000 Betroffenen
Durch einen Brandanschlag an einer Kabelbrücke im Bezirk Steglitz-Zehlendorf wurden am Samstagmorgen (3. Januar) mehr als 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen von der Stromversorgung abgeschnitten. Laut Wegner waren rund 100.000 Menschen im Südwesten Berlins betroffen. In den vergangenen Tagen wurden nach und nach Teile des Netzes wieder in Betrieb genommen.
Infolge des Anschlags wurde eine Großschadenslage ausgerufen, um schneller Hilfe anfordern zu können. Unter anderem half die Bundeswehr bei der Betankung von Notstromaggregaten und der Versorgung mit warmem Essen.
Der Stromausfall gilt als der längste in der Nachkriegsgeschichte Berlins. Erst im September hatte es ebenfalls aufgrund eines Brandanschlags einen 60-stündigen Blackout mit rund 50.000 Betroffenen gegeben
Tatverdächtige Gruppe weist Spekulationen zurück
Zu dem Anschlag hatte sich die linksextremistische Vulkangruppe bekannt, die seit 2011 immer wieder in Berlin und Brandenburg öffentliche Infrastruktur angegriffen haben soll. Diesen Verdacht bestätigt auch das Bundeskriminalamt. "Die Prüfungen, die wir vorgenommen haben in Zusammenarbeit mit dem BKA, weisen eben auf diese Vulkangruppe hin – und zwar sehr deutlich. Wir sehen dieses Bekennerschreiben als authentisch an und können damit sagen, es kommt aus dem linksextremistischen Bereich", betonte Berlins Polizei-Vizepräsident Marco Langner.
Trotzdem waren in den vergangenen Tagen Spekulationen zu einer möglichen Beteiligung russischer Akteure aufgetaucht. Die Vulkangruppe veröffentlichte daraufhin ein zweites Bekennerschreiben. Nach Berichten des "Tagesspiegel", der "Bild" und des rbb weist sie darin eine angebliche "False-Flag-Aktion" anderer Staaten zurück. "Wer nun behauptet, hinter jeder Form von Sabotage müsse zwangsläufig ein fremder Geheimdienst stehen, verweigert sich der Realität gesellschaftlicher Konflikte im Inneren", heißt es in dem Schreiben. Ihre Aktion richte sich "nicht gegen Menschen", sondern gegen die Infrastruktur, die täglich die Umwelt zerstöre.
Das Schreiben werde vom Verfassungsschutz als authentisch eingestuft. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts auf verfassungsfeindliche Sabotage, Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Brandstiftung und Störung öffentlicher Betriebe.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Schulausfälle am Freitag
Wegen Glättegefahr: Kein Präsenzunterricht an mehreren Schulen in Bayern

Sport während Blackout
Berlins Bürgermeister Wegner zu umstrittenem Tennismatch: "Es gibt ja keinen Grund zur Entschuldigung"

Ukraine-Krieg
Selenskyj optimistisch: Sicherheitsdokument für Kriegsende fast fertig

Politik-Talkshow
"Markus Lanz" am Donnerstag: Darum geht's, das sind die Gäste

Turbulenter Winter
Wetter-Ticker: Experte warnt vor "höllischer Glätte" +++ Fährverkehr an Nordseeküste lahmgelegt

Jobsuche
Arbeitsmarkt 2026: Diese Branchen stellen weiter massiv ein

